Beiträge von Percy

    Hallo ihr Lieben,


    es ist schon ein Kreuz mit den Übersetzungen......

    Leider kann ich kein Französisch, daher bleibt mir nur Deutsch oder Englisch.


    Vor einigen Jahren habe ich "Twenty Years After" in den Oxford World Classics gelesen. Mühsam aber gut. (Das ganze politische Blabla mit Beaufort, der Königin und Mazarin sowie Raoul hat mich etwas gelangweilt....am besten war es immer noch in Gesellschaft unserer vier Freunde. :-) )


    Kürzlich hat mich eine rund hundert Jahre alte Übersetzung der "Drei Musketiere" (deutsch) gut unterhalten. Daraufhin kaufte ich antiquarisch "Zwanzig Jahre Nachher", sowie "D'Artagnans Mission" und "König Ludwigs Doppelgänger" (die beiden letztgenannten ergeben zusammen "10 Jahre später"). Erschienen sind diese Bücher im Axel-Juncker-Verlag Berlin, übertragen von Edmund Th. Kauer.

    Leider liest sich "Zwanzig Jahre Nachher" nicht mehr so gut wie die Musketiere, es wurden teilweise ganze Passagen weggelassen oder dazugedichtet, wie mir der Vergleich mit dem englischen Buch zeigte. Sehr ärgerlich.

    Nun möchte ich dem Abschluß des Werkes "10 Jahre später" größtmögliche Gerechtigkeit angedeihen lassen, insbesondere da es ja auch tragisch wird (meine Mutter hat nie Winnetou III gelesen aus besagtem Grund....). Welche deutsche Überetzung sollte ich kaufen? Oder ist eine englische Ausgabe näher am Original? Wie gesagt: "Je ne parle pas Francais, aber bitte red' weiter!" ;-)


    Ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.


    LG


    Percy

    Jaaaa, das Bild mag ich auch sehr! D'Artagnans Pose ("Rumgelümmel") auf dem Stuhl ist soooo herrlich. Und Aramis, der mit engelshaftem Gesicht versucht, sein Gespräch fortzuführen!

    und noch ein....höhö....subtiles Bild, das zeigt, daß d'Artagnan nicht nur Materialist ist, sondern daß sein Beuteschema etwas gaaaanz anderes ist - man beachte hier die Blickachsen: seine, die NICHT den Geldbeutel ins Visier nimmt, ihre, die ihm auf die Brust schaut. Ich habe sehr gelacht! Der Künstler (und der Gascogner) hatten sicherlich jede Menge Freude an dem Dekolletee!

    Ich habe sie zufällig auf Pinterest entdeckt. Aber auch wenn du unter "Denis Gordeev Musketeer" googelst, kommst du dorthin. Der Künstler hat wohl auch etliche Fantasywerke illustriert, darunter einiges von Tolkien. Aber die Musketiere finde ich einfach goldig. Porthos, Aramis und auch d'Artagnan sind gut getroffen und Athos hat zumindest edle Gesichtszüge, nur sein Haar ist gassenköterblond statt schwarz. Aber naja.... man kann Athos betreffend nicht alles haben. ;-)

    Anbei noch ein schönes Bild, das die Freunde vor La Rochelle zeigt, als Richelieu sie in den Dünen entdeckt, als sie gerade den Brief von Marie Michon lesen. Schön naiv finde ich d'Artagnan, der sich begeistert beim Kardinal bedanken will für die Aufnahme bei den Musketieren, was den Kardinal aber kalt läßt. Athos ist der Wortführer und Aramis sieht unschuldig-ertappt-niedlich aus, überlegt aber tatsächlich, ob er dem Kardinal den Degen durch den Leib rennen soll, falls er den Brief findet.

    Haha, dann war die Serie nicht wirklich beeindruckend! ;-)

    Sagen wir mal so: Wer gerne gutaussehende Kerle im Lederoutfit beim Kämpfen und anderen optisch ansprechenden Tätigkeiten anschaut, ist hier absolut richtig. :-)

    Ich brauchte mal "leichte Unterhaltung", nachdem bei "Vikings" nur noch gemetzelt wurde... ;-)

    Hallo ihr Lieben,


    die wunderschönen Bilder von Maurice Leloir haben mich inspiriert, nach weiteren Illustrationen der "Drei Musketiere" zu suchen. Dabei bin ich auf den russischen Künstler Denis Gordeev gestoßen. Er hat wirklich lebendige Zeichnungen des Romangeschehens geschaffen.

    Im Anhang das Frühstück auf der Bastion St. Gervais.

    Kennt ihr auch schöne Illustrationen?


    LG


    Percy

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    Nach langer Zeit mal wieder eine Filmkritik von mir. Bin gespannt, wie ihr die Serie seht!


    Kritik zu „Musketeers BBC“:


    Ich brauchte zwei Anläufe, um die Serie zu mögen.

    Beim ersten Anlauf, als Staffel 1 im Fernsehen ausgestrahlt wurde, hatte ich den Anspruch, daß sich diese Serie doch bitte eng an die Romanvorlage halten sollte…seufz!


    Beim zweiten Anlauf, Jahre später über Netflix, konnte ich mich schon schneller dafür erwärmen. Man nehme unsere bekannten Helden und lasse sie einfach andere, neue Abenteuer erleben, ggfs. mit dezenten Verweisen auf die literarische Vorlage.


    D’Artagnan ist hier tatsächlich mal ein dunkler Typ, dem man den Gascogner abnimmt. Allerdings wird dauernd erwähnt, daß er ein Bauer gewesen wäre. Was ja definitiv nicht stimmt, da er dem Landadel angehörte. Außer der Trauer um seinen Vater und dem Wunsch, Musketier zu werden, gibt es allerdings wenig Charakterentwicklung bei ihm. Und daß seine Ehe nach der Hochzeit mit Constance sooooo abkühlt, nehme ich ihm auch nicht ab.


    Aramis ist gut betroffen, vielleicht etwas zu maskulin, aber welche Verfilmung traut sich schon, seine feminine Seite darzustellen, ohne ihn direkt schwul aussehen zu lassen. Bei Aramis findet tatsächlich Charakterentwicklung statt, obwohl die Sache mit Anna von Österreich….. nun ja, das Thema „Ergebenheit“ hatten wir ja schon mal bei einem Review über den „Mann in der Eisernen Maske“. „Ich habe mit der einsamsten Frau von Paris geschlafen!“ Aber natürlich, da muß sich ein Musketier natürlich opfern, wenn der König es nicht tut…..


    Athos ist mal wieder ein Grenzfall für mich. Einerseits stellt der Schauspieler das Düstere und Wilde in seinem Charakter gut dar, andererseits vermisse ich den Edelmann. Bisher hat für mich noch kein Athos-Darsteller dieses edle Flair des Buch-Athos gehabt. Und bitte, wieso hat Athos eine Narbe von einer Hasenscharten-OP (sieht für mich als Mediziner so aus….)? Und daß er am Ende eine Farbige schwängert („Huch, wie konnte das passieren?“), den Dienst quittiert und ohne Gepäck nur zu Pferd mit der Geliebten Paris verläßt, ist alles andere als glaubwürdig. Sein Gut hat er auch nicht mehr (wurde zwischendurch weggeschenkt). Der literarische Athos hätte wenigstens Verantwortung übernommen und der Frau ein Heim geboten, damit sie nicht irgendwo im Wald niederkommt.


    Porthos ist Sohn einer farbigen Sklavin und eines französischen Adligen. Obwohl der Darsteller wirklich Porthos „liefert“, mußte ich mich an ihn sehr gewöhnen. Nun gut, er ist mit diesem extravaganten Aussehen offenbar eine Hommage an Dumas selbst, der ja auch Mulatte war. Dieser Porthos hier wuchs im Elend auf („Hof der Wunder“, hier wird das Ganze zirzensisch bis grotesk), fand aber über Treville den Weg zu den Musketieren. Nachdem das Rätsel seiner Herkunft gelöst wurde, dümpelt auch dieser Charakter vor sich hin.


    Treville ist ein wahrer Lichtblick. Er ist wirklich Anführer und Vater seiner Musketiere. Ein sehr starker Charakter. Endlich ein Treville, der sich lohnt anzuschauen.


    Constance ist ziemlich tough und hat moderne Ansichten (da fragt man sich, was sie wohl zu sich genommen hat, um so jung Bonacieux zu heiraten, den sie nicht liebt). Sie begegnet d’Artagnan auf Augenhöhe. Leider durfte sie nicht dramatisch das Zeitliche segnen, was Anlaß zu einer großartigen Charakterzeichnung d‘Artagnans gewesen wäre, sondern nach dem Ableben ihres Gatten den Gascogner heiraten. Danach hat sie zwar coole Klamotten an, ist aber lediglich die „Mutti der Garnison“ mit einem merkwürdig leidenschaftslosen Verhältnis zu ihrem Mann. In Staffel 1 und 2 konnten die beiden kaum die Finger voneinander lassen und dann das?


    Das Königspaar ist sehr gut besetzt und erhält viel Raum für Persönlichkeitsentfaltung. Die Königin ist liebreizend, sanft, gütig. Das sieht aber offenbar nur Aramis. Warum mag das Volk sie nicht? Diese Pariser müssen blöd sein.


    Die Bösewichte:

    Jede Staffel hat einen besonderen Bösewicht, der Widersacher der Musketiere ist.


    Richelieu: Für mich der Beste! Er hat Stil, Charisma, Eleganz und eine unterschwellige Gefährlichkeit, die gut zu ihm paßt!


    Mylady: Mal wieder nicht blond. Als ob das so schwer ist. Aber recht gut gespielt. Allerdings funkt es mir zwischen ihr und Athos ein wenig zu viel. Er wollte sogar seine Freunde für sie verlassen und heimlich außer Landes gehen? Paßt nicht zu ihm.


    Rochefort: Igitt, zu blond! Schlangenäugig, aalglatt, blond, pervers, das Hemd immer zu weit offen (will er mit seinem gut trainierten Brustmuskel ein Dekolletee nachstellen??)….. dieser Rochefort hat für mich überhaupt nichts mit dem dunklen Edelmann aus dem Buch gemein. Der „richtige“ Rochefort hat wesentlich mehr Würde und Adel.


    Gaston von Orleans und Fouquet: Infant terrible und böswilliger Krüppel. So weit so gut, da hätte man mehr draus machen können.


    Lucien Grimaud: Grimaud bekommt sogar einen Vornamen und eine eigene Geschichte. Warum ist Grimaud hier böse? Und reich? Allerdings ist der Darsteller sehr hübsch anzuschauen. Man wartet leider vergeblich auf die Enthüllung, woher Athos ihn kennt, ein Wiedersehen mit seiner Mutter wäre spannend gewesen, immerhin haben die Musketiere ja schon Zugang zu ihr gefunden. Sein Ende war leider enttäuschend. Von Athos nach einer Prügelei ertränkt…. Naja, immerhin hat er ihn dann am Beckenrand des Bassins „aufgebahrt“.


    Tja, was soll ich sagen: Diese Serie ist perfekt als leichte Unterhaltung, die vier Freunde sehen in ihren Lederklamotten einfach nur geil, äh gut aus (kein Anspruch auf historische Korrektheit, erlaubt ist, was der Kostümbildnerin gefällt), es werden überwiegend Friesen geritten, die dann in eiligem Trab oder Galopp dramatisch durch die Gegend puscheln – nicht schnell, aber immerhin imposant! Das war es dann auch schon. Wenig Tiefgang aber ich fühlte mich gut unterhalten.


    Und in meinem Kopf sehen die Helden des Buches gaaaaanz anders aus!


    LG, euer


    Percy

    Haha, die Fell Ponies, diese Dragoner! :thumbsup:


    Besuch finden sie immer ganz toll und wickeln dich mit ihrem Charme sofort um den Huf.


    Ich besitze selbst einen 13-jährigen, schwarzen Wallach namens "Duke". Und was soll ich sagen? Der Name paßt! "Herr Pferd" (einer seiner Kosenamen) ist gelegentlich "not amused", besonders was die Kalorienverschwendung in der Halle angeht. Im Wald ist seine Devise aber "Lieber tot als letzter!" Ansonsten ist er der totale Charmeur. Etwas verschroben ist er, hat echt britischen Humor und diskutiert mit mir seit 5 Jahren, wer eigentlich wen gekauft hat.Ich wußte auch nicht, was ich mir da geholt habe..... ;) :rolleyes:


    Aber Puschelfüße und Wallemähne, dazu der verschmitzte Blick..... :love: :thumbup:

    Hallo die Herrschaften,


    ich fühle mich sehr geehrt, daß mein Review in die Filmsektion auf die Hauptseite kommen darf. Bitte sehr, Silvia!


    Oh, das juckt mich ja in den Fingern / in der Schreibfeder, mir die 2014er Serie ebenfalls vorzuknöpfen. Werde ich auf meine to-Do-Liste setzen (ich mach's noch etwas spannend.... ;) nein im Ernst: Gerade habe ich beruflich viel zu tun).


    Aber eine gewisse Strategie sollte ich mir da zurechtlegen: Bevor ich die 2014er Serie tatsächlich gucke und reviewe, muß ich sicherstellen, daß ich auf die russische Serie von 2013 zugreifen kann. Als Sicherheit vor plötzlich einsetzender geistiger Umnachtung! :D Man braucht wohl etwas zum neutralisieren...


    Viele Grüße von


    Percy

    Da mein Review zu lang ist, mußte ich es in zwei Teile splitten - ich erbitte eure Verzeihung! :) 8)


    Hier Teil 2:



    Allerdings brachte d'Artagnan mal etwas gegenüber Athos auf den Punkt, was schon lange gesagt werden mußte, damit die Geschichte um Himmels Willen keinen Tiefgang bekommt: "Dein ewiges Rumleiden bringt uns auch nicht weiter!" Wo leidet Athos denn? Etwa, als er betroffen das Gesicht verzieht, als Mylady sich vom Schiff stürzt? (Wahrscheinlich sucht er eher den bei einem Luftschiff nicht vorhandenen Tiefgang!)


    Daraufhin bringt Athos seinerseits Dumas zur Rotation im Grabe: "Kämpfe für die Liebe, d'Artagnan, Frankreich sorgt für sich selbst!" Ja, bitte, wo sind wir denn hier? Will der Gascogner nicht Musketier werden? Oder etwa nur Liebhaber in schwarzer Lederhose mit mädchenhafter Frisur (schick ihn doch mal einer zum Friseur! Es ist so furchtbar! Als Percy Jackson gefiel mir Logan Lerman wesentlich besser. Da sah er eindeutig männlicher aus, obwohl jünger!).


    Das einzig coole an der gesamten Garderobe sind die Stiefel. Leider wurden sie wohl im Dutzend billiger bestellt, denn jeder Darsteller in diesem Film trägt die gleichen Stiefel, wie es scheint! Nur der König nicht, der bezüglich der Farbwahl noch schwankt. Man kann schließlich nie wissen, ob Buckingham heute grün oder morgen purpur trägt, und der muß es ja wissen!


    Warum eigentlich Buckingham? Brauchte man aus optischen Gründen noch ein "Leckerchen" für die Damenwelt, da die 4 Protagonisten wie bereits erwähnt, nichts hergaben? Offenbar avancierte der nur als Liebhaber der Königin und dadurch diplomatisch komplizierte Buckingham hier zum König der Lüfte, pardon, stellvertretend natürlich für das böse, böse England. Und das, obwohl er noch nicht mal was mit der infantilen Königin hatte (und die böse, böse Mylady nur das Geschmeide mit einem martial-Arts-Bungee-Mission-Impossible-Manöver mit den Waffen einer Frau (Puderdose) geklaut hat). So was!


    Und nicht vorhandene Liebschaften ziehen sich durch den Film: Buckingham hat nichts mit der Königin, Mylady hat nichts mit d'Artagnan, d'Artagnan reist nur wegen eines Kusses nach England (Halloooo? Da darf es schon etwas mehr sein, was eine Frau dir offerieren kann, du Milchgesicht!)


    Und die Rhetorik des Films ist genauso prickelnd: Mylady an Bord des Schiffes, als sie der drei Musketiere angesichtig wird: "Jungs, lange nicht gesehen!"


    Die Königin nach dem Duell zwischen den Musketieren gegen 40 Kardinalsgardisten: "Jungs sind eben Jungs!" Das hätte ein Mann des 17. Jahrhunderts als extreme Beleidigung aufgefaßt!


    Ab dem Zeitpunkt, wo das Luftschiff auftauchte, wurde die gesamte Geschichte ob der "genialen" Effekthascherei lächerlich.


    Wegen diesem blöden Teil steht d'Artagnans cooles Pferd immer noch in Calais (oder an dem Punkt auf der Route Richtung Paris, an dem die so überaus genial verkleidete Constance von den Kardinalsgarden eingeholt wurde - weil sie ja selbstverständlich nicht so gut und schnell reiten kann wie d'Artagnan. Selbstredend.)


    Dann kommt der Punkt, an dem der Regisseur und die Special Effects-Crew unbedingt noch Notre Dame demolieren müssen und der Garten des Königs wird auch noch ein wenig umgegraben. Zum Glück kam keiner auf die Idee, den Eiffelturm mit zu zerstören. Da hat wohl einer rechtzeitig gegoogelt, daß es diesen noch gar nicht gab.


    Aber enttäuschend ist d'Artagnans Schusseligkeit: Wenn er schon von seinem Vater "den Degen eines Musketiers" erbt und damit auch noch Rochefort erstechen muß, dann hätte er das gute Stück wenigstens aus dem Kadaver ziehen können, bevor nämlicher rücklings und dramatisch vom Kirchdach purzelt! So ruiniert man eine gute Klinge!


    Am Ende ist d'Artagnan immer noch nicht bei den Musketieren, offenbar genügt es, mit den drei alternden Säcken die Klingen zu kreuzen und Parolen aus Dumas-Büchern zu schmettern.


    Und der coolste Typ des gesamten Films war eigentlich Planchet, der einige tolle Momente hatte: statt in seinem Bett mit d'Artagnan (!) zu schlafen, auf dem Balkon von Tauben beschissen werden; Mylady in der Kutsche entführen ("so weit fort, wie möglich, HAHAAA!"), am Ende zumindest die Verköstigung sicherstellen, während die Musketiere mit d'Artagnan Pose schmeißen! Wenigstens einer konzentriert sich auf das Wesentliche. Wäre besser gewesen, die Protagonisten hätten das auch gemacht!



    So, das war nun mein Review zu diesem Filmchen.


    An das Original traut sich offenbar keiner heran.



    Viel Spaß wünscht euch



    Percy!

    Drei Musketiere (2011) - Review


    Ein passenderer Titel wäre: Die Abenteuer des Planchet....



    Nun ist es wieder einmal Zeit für ein Review von Percy.


    Nach langer Abwesenheit, aber besser spät als nie...



    Wo fange ich an: Nachdem ich bereits einen gehörigen Wiederwillen gegen die Vorschau dieses Films entwickelt habe: Fliegende, bewaffnete Luftschiffe, Mylady extremst leichtbekleidet skydiving vom Palast.... habe ich nun heute der Ausstrahlung auf Pro7 eine Chance gegeben.



    Die Einführung von Athos, Aramis und Porthos war schauderhaft. Für ganz Doofe wurde daher immer der Name des Helden eingeblendet. Gut so, sonst wären sie kaum erkennbar gewesen..... insgesamt ziemlich häßlich alle drei - selbst Aramis. Besonders bei Porthos sollte das werte Publikum beide Augen zukneifen.....


    Danach hielt mich nur folgender Gedanke vor dem Fernseher: "Wenn sie jetzt auch noch die Einführung von d'Artagnan verpatzen, schalte ich ab!"


    Hier wurde ich angenehm überrascht: Die Geschichte huldigt dem Original, wobei d'Artagnans Pferd eindeutig zu cool ist. Ein Knabstrupper (mit schwarz gemalten Beinen - LOL), offensichtlich männlichen Geschlechts, was seinem Reiter aber genauso offensichtlich entgangen ist, da er von seinem Pferd als von "ihr" redet.


    Zum Glück scheint dies den Knabstrupper nicht zu stören, statt dessen kommt er sogar von Paris bis nach Calais, was der literarische Gaul nie vermocht hätte (abgesehen davon mußte der literarische d'Artagnan die väterliche Schindmähre ja sofort in ein seiner würdiges Roß umtauschen...).


    Das Duell der drei Musketiere mit d'Artagnan machte wider Erwarten ausnehmend viel Spaß, ich fand, es war die beste Sequenz des Films.


    Lediglich die doof rumstehende und das halbe Hemd anschmachtende Constance hätte man weglassen können. Und war Jussac nicht eher ein dunkler Typ?


    Nach dem Duell ließ dann die Charakterentwicklung der Helden gewaltig nach:


    Außer daß der optisch auf jeden Fall minderjährige d'Artagnan sich in das Blondchen verliebt (warum? weil sie so eine geile Schnitte ist und ihre Brüste aus ihrem Kleid quetscht? Oder weil sie die ERSTE Hofdame ist - welche Beförderung!), erfährt man lediglich über Athos, daß er und Mylady (die ja viele Namen hat, wie Athos schlauerweise aufzählen kann und dabei bei seinen Freunden mächtig Eindruck schindet) sich regelmäßig ihrer Liebe zueinander versichern.


    Abgesehen davon findet Mylady sich selbst aber so umwerfend wollüstig, daß ihre ständig nach oben gezogenen Mundwinkel und schmollend aufgeworfenen Lippen verkünden, daß sie Dauerorgasmen über ihre eigene Sexiness durchlebt. Muß das geil sein, Mylady zu sein! Selbst wenn der Hungerhaken Milla Jovovich (erschreckend platt bandagiert in "The Fifth Element") dem Schönheitsideal der Zeit nun gar nicht entsprechen möchte. Wo ist übrigens die Lilie auf ihrer andauernd herumgezeigten nackten Schulter??? Die deutsche Synchronstimme tut ein übriges, noch abtörnender zu wirken, es wird lahm herumgehaucht was das Zeug hält. Tja, da kann sich Mylady natürlich nur noch vom Schiff stürzen. Dann braucht Athos oder der nicht vorhandene Henker von Lille sich nicht die Finger schmutzig machen. Schön, diese Anklänge an Pseudopiratismus a la Fluch der Karibik. Mylady über die Planke laufen lassen wäre was gewesen, aber das übernehmen ja (mit Geländer - und jetzt heißt es Brücke) Constance, sich ängstlich festhaltend und d'Artagnan, forsch darüber schreitend - hätten wir es nicht geahnt? Dafür bekommt der Gascogner, drüben angekommen, direkt eins auf die Zwölf - der literarische d'Artagnan wäre wahrlich schlauer gewesen!


    Übrigens taucht Blondschöpfchen Jussac auch wieder an Bord des mit einer ach so wunderbar monströsen Galionsfigur ausgestatten "Rochefort"-Schiffes auf, damit jeder Depp merkt, daß die Kardinalstruppen an Bord sind. Sollte diese Galionsfigur ein wenig Ähnlichkeit mit Richelieu haben?? Oh, diese wunderbar feine Ironie der Charakterzeichnung. Jetzt weiß wenigstens auch bereits erwähnter Depp, daß der Kardinal auch ein gaaanz, gaanz böser Mann ist!


    Abgesehen davon hat Rochefort offenbar wieder das Problem, nur schwarze Pferde reiten zu können (von anderen fällt er offenbar, wie ich zu einem früheren Zeitpunkt in einem anderen Review vermutete, wahrscheinlich einfach herunter). Zu dramaturgischen Zwecken, und weil es sich bei "Zorro" ja schon so gut bewährt hat, verwendete man hier offensichtlich einen Friesen, dem man aber die Puschelfüße abrasiert hatte, um ihn einigermaßen "andalusisch-barock" wirken zu lassen.


    Tja, und die normalerweise vom Bösen getragene schwarze Kleidung trägt diesmal nicht Rochefort, sondern (-Trommelwirbel!-) d'Artagnan! Nur so kann er halbwegs als volljährig durchgehen. Kann mir mal einer verraten, warum die Lederklamotten so glatt und glänzend sind? Kommt der Typ gerade aus der Disco???


    Zum Thema Alter und Aussehen scheint der Film ein Lehrstück darüber zu sein, wie der infantil aussehende König seine nicht minder infantile Gattin begehrt (hier bekommt das Wort "Infanten" eine ganz neue Bedeutung! :-) ) und sich beim ebenso infantil aussehenden d'Artagnan Ratschläge über Beziehungen holt. Dieser kann da ja nun ausgezeichnet mitreden, wurde er doch bereits einen ganzen Tag vorher von der Liebe ereilt - oder war es nur der plötzlich einsetzende Sexualtrieb (man beachte, während der "Luftschlacht" sieht man in seinem Gesicht ja sogar eine Art Bartschatten - oder ist es nur Pulverdreck?).

    Haha, genau, "selbsternannter Machohengst", das ist Duke auch. Obwohl ein Wallach, hat er da wohl was nicht ganz mitbekommen... LOL.


    Rasmus und Duke könnten dann wohl den Musketieren das Fürchten lehren ("Wer reitet die Ponies?" - "Bloß nicht, habs im Kreuz!" "Bin zu schwer!" "Ist zu anstrengend!" "Ich bin heute nicht zum Diskutieren aufgelegt..." Die 4 würden Ausreden finden. Die Ponies wohl auch...


    Eigentlich wären bestimmte Menschen, wenn sie Pferde wären, auch Ponies... Der liebe D'Artagnan gehört bestimmt dazu (klein, eigensinnig, starrköpfig, listig, intelligent...).


    Ach ja, Ponies. Ich wundere mich immer noch, was ich mir da gekauft habe. Aber Leckerchen zieht auf jeden Fall. Damit lernt man den Spanischen Schritt im Handumdrehen. :-) 8) :P

    Ja, genau: Ein Friese, zu heiß gewaschen - sieht fast aus wie ein Fell-Pony.
    Meiner ist klein (1,36m), selbstbewußt bis zum Größenwahn, viel Wuschelmähne, Wuschelschweif und Puschelfüße, nebenbei aktuell dichtes "Schwarzbärenfell"... :-)
    Wir diskutieren nun seit fast 5 Jahren, wer wen erziehen darf.... meine Reitlehrerin nennt ihn nur "Kleines Monster", aber eigentlich heißt er "Duke" und benimmt sich auch so... :-)
    Aber an sich ist er ein gaaanz liebes Pony ("Jaaa, füttre mich!") - wenn es nicht allzu anstrengend wird. Außer beim Ausritt, da gilt: "Lieber tot als Letzter!"
    Ich stelle mir gerade D'Artagnan vor mit seiner Marotte, die Pferde, die ihm unter den Hintern kommen, zu Tode zu reiten (ist ja einige Male nachzulesen, ich erinnere mich an Zwanzig Jahre danach)... LOL.
    Bei "Herrn Pferd" hätte er da sehr schlechte Karten.... so weit würde Duke es gar nicht kommen lassen, grenzt schließlich an Kalorienverschwendung. :-)
    Also: Fell-Pony ebenfalls unbrauchbar für Musketiere... :-) Oder Musketiere für Fell-Ponys (so würden es die letzteren auslegen...).

    Hallo liebe Musketiere und Musketier-Fans,


    ich bins mal wieder. Nach langer Zeit hier eine neue Filmkritik von eurem Percy. Ich konnte einfach nicht wiederstehen, jetzt wo Die drei Musketiere BBC 2014 läuft. Übrigens finde ich die Filmmusik ziemlich fad.... (und nicht nur die....):



    Die drei Musketiere BBC 2014:



    Man glaubt es nicht, aber es gibt auch Neuverfilmungen der BBC, die langweilen. Eigentlich bin ich verwöhnt als großer Sherlock BBC-Fan (herrliches Duo: Benedict Cumberbatch und Martin Freeman, geniale Umsetzung des Doyle-Stoffes).



    Und nun dies....


    Ich liste nun das Panoptikum der Grausamkeiten auf:



    1. Athos mit Hasenscharte!!! Oh Graus! Und ohne Adel, Würde, Eleganz....., stattdessen wälzt man sich natürlich in seiner Absteige morgens verkatert aus dem Bett und taucht den Kopf in einen Eimer Wasser (der hoffentlich kein Pisspott war....). Grusel, grusel....



    2. Porthos als Pirat mit dunkelhäutigem Einschlag (darf ich das sagen, oder ist das rassistisch....). Auf jeden Fall recht exotisch, aber deshalb leider weder stattlich noch gutaussehend (Porthos ist ja bei Dumas auch ein Frauentyp, aber eher auf die handfeste Art.). Und ein ganz helles Köpfchen: Erkennt die zweite spanische Münze in einer Woche...... WOW!



    3. D'Artagnan immerhin kein Milchbubi und mal ein dunkler Typ, nur in der ersten Folge ist er der "Auf-ihn-mit-Gebrüll-er-hat-meinen-Vater-umgebracht-und-ich-schalte-jetzt-mein-Großhirn-aus"-Typ. So was von out of character. Obwohl hitzköpfig, ist D'Artagnan intelligent und listig und weiß genau, wann er sein Hirn einschalten muß (okay, allerdings nicht bei den Frauen, da denkt er.... nicht mit dem Großhirn... LOL).



    4. Aramis immerhin ist halbwegs elegant und hat etwas Stil (obwohl ich auf seine magere halbe Hühnerbrust gerne verzichtet hätte...... aaargh).



    5. Fechtszenen unter aller Sau, wozu haben die Degen, es könnten auch Entermesser verteilt werden. Ein bißchen Eleganz und Fechtkunst wäre angebracht.



    6. In jedem Historienschinken galoppiert der obligatorische Friese durchs Bild. Und das, obwohl es diese Pferderasse in der heutigen Form noch gar nicht so gab.... Aber es puschelt sich so schön erhaben durchs Bild.... und besonders schön: Man ist in höchster Eile und der Friese bewegt sich "in Zeitlupe" mit hoher Galoppade fort. Habe selber mal mit einem Warmblüter neben einem Friesen an Strand galoppiert.... tja, wir waren ziemlich schnell an ihm vorbei, obwohl der Warmblüter schon ein alter Herr war... LOL. Bitte nicht mißverstehen, ich liebe "Puschelfüße", habe selber ein Fell-Pony. Vielleicht sollte ich ihn mal zur Verfilmung zur Verfügung stellen.... :-)



    7. Constance in dem "Nackt-Kostüm" zur Ablenkung des Soldaten. Der arme D'Artagnan bekommt ein schnippisches: "Was schaut Ihr mich so an?" Ja, wo soll der arme Mann denn sonst hingucken, bei so viel Fleischbeschau...... Bin mal gespannt, wann sie mit ihm in der Kiste landet (ist ja abzusehen) und anschließend, wie Constance ableben wird. Ihr Ehemann ist auch viel zu jung und nicht häßlich genug. Warum schmeißt er den Gascogner nicht hochkant raus, wenn seine Frau den Jungen vor dem Kamin umarmt, äh, verbindet? Ich würds tun...



    8. Treville hat weder Noblesse noch Stil, noch irgendetwas "gascognisches".



    9. König = Milchbubi; Königin = farbloses Elfchen mit sanftem Gemüt - mit der etwas anzufangen, könnte als Pädophilie ausgelegt werden.....



    10. Richelieu sch*** den König zusammen ohne Eloquenz oder Raffinesse. Ich erwarte von einem Kardinal Richelieu, dass er den König mit Fingerspitzengefühl und wohlgesetzten Worten "auf Spur" bringt und nicht mit plumpem "Zusammensch***en".



    11. Die gesamte Garderobe der Besetzung ist grauslig: Wahrscheinlich fiel niemandem eine schöne Uniform ein (blauer Umhang, fesch über die Schulter geworfen muß reichen....). Dazu gab es wohl einen Vertrag mit einem Lederwaren-Fachgeschäft: Lederwämse, Lederwesten, Lederhosen, Lederstiefel, Lederhemden..... vielleicht irgendwann auch für Mylady oder Constance eine Lederkorsage mit Balkon für ungehinderten Einblick....



    12. D'Artagnan bleibt hinter Constance stehen, als diese ihn in Schutz nimmt!!! Aaargh! Ist er ein Mann oder eine Maus? Im Original hätte er das nicht getan!



    13. Kein Ehrencodex bei den Musketieren, nur die Verballhornung des wunderbaren Mottos. Und Freundschaft und Ergebenheit sind doch eigentlich das, was diese vier zusammenhält und so besonders macht. Sonst kann man auch einfach vier ganz normale Kerle umeinanderrennen lassen! Man merkt auch keine Charkterentwicklung. Das bißchen wehmütiges Beichten bei Athos und Mylady... naja. D'Artagnan steckt Daddys Ableben auch cool weg, kann danach immerhin ein bißchen ausflippen, aber Trauer - i wo, keine Zeit im Drehbuch! Porthos ist ein beliebiger Spieler, der sich im Münzwesen auskennt und gern den "Fluch der Karibik" probt. Aramis steigt in Weiberbetten und merkt noch nicht mal, daß seine Geliebte ermordet wurde. Frauen sind bei ihm wohl nur zum P***en da. Und dann ein Techtelmechtel mit der Königin - wie aufregend! Sie sollte doch eigentlich was mit D'Artagnan anfangen, Zwillinge bekommen, wovon der eine verschleppt wird, und..... ah Moment, da wären wir beim "Mann in der eisernen Maske" LOL



    Ich habe bisher nur Folge 1 und 2 gesehen. Mal sehen, ob ich mich an mehr herantraue!




    Bis bald,



    Percy

    Ist es der Film mit Gerard Barray als d'Artagnan? Und Athos sagt das zu Mylady vor ihrer Hinrichtung? (Hintergrund: Athos nahm ihr das Versprechen ab, d'Artagnan nichts zuleide zu tun und trotzdem hat sie ihn tätlich angegriffen - und, so meine ich, sogar bewußtlos geschlagen - ich glaube, das war eine Kampfszene auf einem mit Gestrüpp bewachsenen Hang und Mylady wird auch dort ins Jenseits befördert - von Athos persönlich....)

    Naja, lange Haare trugen sie zumindest später weiterhin. Galt glaube ich auch als Zeichen von Männlichkeit, wenn ein Mann schönes langes Haar hatte.


    Hmm, daher wohl auch Aramis' Weigerung in VVA, sein Haar abzuschneiden, um als Puritaner durchzugehen (die hatten doch so fürchterliche "Pottschnitte", da hätte ich mich auch geweigert!). Athos mußte schließlich mit gutem Beispiel vorangehen, da er nichts auf Äußerlichkeiten gibt (und trotzdem nicht häßlich ist).

    ääh.... -(überleg).... Monk mitsamt Kiste?????


    Was bedeutet das? Ein Insider? Hab ich da was verpaßt? Oje, ich stelle mir gerade als Monk ein überdimensional fettes Kaninchen in seiner zum Stall umgebauten Kiste vor......... 8|


    Wer oder was ist Monk? ?(

    Haha, eine Ente......... der erste 2CV, der zum Kippen gebracht wird durch unseren Herrn Gascogner! :thumbsup:


    Hm, für d'Artagnan stelle ich mir entweder was sportlich-schnittiges vor (z.B. schwarzer Porsche) oder was mit AHA-Effekt. Zum Beispiel einen Oldtimer (schicker MG), der äußerlich original aussieht, aber unter der Haube mächtig PS versteckt. So was eignet sich dann auch für wilde Verfolgungsjagden.....


    Percy