Beiträge von Aramis

    Mir erscheinen die heutigen Schauspielerinnen ziemlich angepasst ans allgemein übliche Schönheitsideal - ein bestimmtes Aussehen, Mimik, Stimme und Gehabe sind wichtiger als individuelle Persönlichkeit. Ich find das urfad - die Schauspieler (männlich wie weiblich) im Diamant-Berger sprechen mich weit mehr an, in ihrer Ambivalenz, als z.B. die in den beiden Lester-Filmen. Dass Mylady damals von einer sehr eigenwilligen, kämpferischen Akteurin gespielt wurde, passt ja auch irgendwie viel besser zur Rolle -

    Ich muss sagen, ich find die Frauen im Diamant-Berger-Film eigentlich gar nicht so unpassend, im Vergleich zu gewissen historischen Gemälden, auf denen die Damen auch nicht gerade schwächlich aussehen - malerisch betrachtet wären eher diese modernen Myladys aussehensmäßig völlig ooc. Komisch, auf mich wirken diese Diamant-Berger-Frauen weit stärker und mächtiger als diejenigen in den späteren Filmen - hm, die Wirkung des eben erkämpften Wahlrechts, des weiblichen Universitätsstudienzugangs, der Hosenanzüge und Kurzhaarfrisuren?

    auf dass man die Blonden, Blauäugigen an die Bäume hänge

    Ja, dagegen hätt ich nix! :thumbup: Würde mein dunkelhaariges, braunäugiges und und durch farbliche Diskriminierung entsprechend verkorkstes Ego spürbar aufbessern! ;)
    Dunkle Haare können sich meiner Erfahrung nach nur Männer leisten, bei denen bedeuten sie eindeutig Attraktivität. Sehr viele Frauen träumen ja, wie bekannt, lieber vom Latin Lover als vom blondhaarigen Wikinger - sieht man auch bei Dumas`Musketieren: die sind alle 4 dunkelhaarig (im Gegensatz zu Mylady, bezeichnenderweise). Hängt man in Frankreich bei Revolutionen die Gegner üblicherweise an Bäume? Bei der 1848er-Revolution in Wien bediente man sich der Straßenlaternen - technisch und kulturgeschichtlich sehr interessant - wahrscheinlich gabs in Wien damals weit weniger Bäume als in Paris -

    Meinst du jetzt den Aknine-D`Artagnan? Ja, ganz nett, ich fand nur seinen Grinser ein wenig nervig - irgendwie erinnert er mich optisch ein bissl an den D`Artagnan in Nicolas Junckers Comic-
    Ich denke mal, Porthos ist im 2011er u.a. vielleicht auch deswegen glatzköpfig, um den zahlreichen männlichen Stoppelglatzenträgern à la mode, die heutzutage gehäuft rumlaufen, ein entsprechendes Identifikationsobjekt zu bieten. Man kann ja generell an Filmen die herrschenden Moden ablesen. Mylady hat sich auch optisch und erscheinungsmäßig ganz schön gewandelt: bei Diamant-Berger hat sie was Walkürenhaftes à la Richard Wagner an sich, im 49er den mondänen Hollywood-Look, im 61er Brigitte Bardot-Schmollmund und Frisur, im Lester-Film was Vamphaftes, und im 2011er das modelmäßige Laufsteg-Make-Up -

    Tja, irgendwer muss die Bedeutungsverschiebung ja eingeleitet haben :thumbup: ! Gäbe sicher eine nette Untersuchung ab - der gute Dumas, wenn der wüsste, für welch seltsame Interpretationen seine Charaktere herhalten müssen! :D Hm - ich denke mal, dass Blond schon eine gewisse Präferenz hat - irgendwo hab ich mal gelesen, glaub ich, dass Babys blonde, hellhäutige Menschen gern anlächeln, während sie auf dunkelhäutige, schwarzhaarige Leute eher vorsichtig reagieren -

    Ich glaub, alle Porthosse bis zu dem von 2011 haben mehr oder weniger Haare aufm Kopf - hm, vielleicht bis auf diesen Bonanza-Hoss-Typen, wie ihn Alienor mal genannt hat, vom Aknine-Film; der hat zwar Haare oben drauf, wenn ich mich richtig erinnere, aber er sieht auch irgendwie so pummelig teddybärartig aus - oder vielleicht wie ein junges Wollschweinchen - ^^

    :D Au contraire - gerade Mylady untermauert meine Aussage. Sie ist blond und blauäugig, engelhaft schön, Athos verliebt sich unsterblich in sie und heiratet sie unbesehen gegen den Willen seiner Familie. Ergo steht er auf blond. Wenn Mylady dunkelhaarig und etwas weniger ansehnlich gewesen wäre, wäre er wohl nicht so dermaßen heftig auf sie abgefahren, und sie hätte wohl weiterhin als vermeintliche Pfarrerschwester den Kirchenfußboden aufwischen dürfen, statt Comtesse de La Fère zu werden. Haarefärben? Hab ich nie gemacht - täts eventuell auch eine blonde Perücke à la Brigitte Bardot? Das wär irgendwie gesünder-
    Ich glaube, die Sache mit der Chevreuse war bloß ein Unfall. Sie musste mit Athos zwangsläufig das Bett teilen, weil der Pfarrer nur eines hatte, und dann hat sie wohl zu ihrem Bettgenossen, abenteuerlustig wie sie war, irrtümlich je vous baise gesagt - :whistling:

    Ja, schon, aber wenn ich die langen, schwarzen Haare von Winnetou jetzt mit denen von Athos vergleiche, dann würde ich, wenn ich wählen müsste/könnte/dürfte, mich wohl unsterblich in Athos` langen Locken verheddern, anstatt in Winnetous edlen Flechten - ich weiß, es ist vollkommen irrational, Mähne ist schließlich Mähne, und schwarz ist schwarz - aber die Mähne eines Isländers fühlt sich auch komplett anders an als die eines Arabers (äh, Pferde, klarerweise) - außerdem ist Athos` je vous baise mit Sicherheit immer noch das, was es ursprünglich sein sollte :rolleyes:

    Das ist das Schlimme an Live-Aufführungen - die mangelnde Distanz zwischen Publikum und lebenden Darstellern. Man ist auf seinem Sitz eingepfercht, kann nicht raus, außer in der Pause oder in körperlichen Notfällen, und muss sich für alles Peinliche, das auf der Bühne oben passiert, fürchterlich genieren. Dieses primäre Schamgefühl fällt beim Film irgendwie weg. Da ärgert man sich bloß.
    Was die Porthos-Glatze im 2011er Film betrifft, so wird sie ja ein wenig gemildert durch deutlich erkennbaren Haarflaum oben drauf, und zusammen mit dem Vollbart wirkt das Ganze wie ein netter, rundlicher Plüsch-Teddy - kein Vergleich zu einer komplett haarlosen, glatten, nackten Glatze Marke Yul Brynner.

    Äh, sollte hier ein Bild zu erkennen sein? Leider seh ich da jetzt nix -
    Ja, ich hab für den Benatzky natürlich meinen Sitzplatz bezahlt - Gott sei Dank wars einer! Hätte ich stehen müssen, wäre ich wohl nur noch am Boden gelegen,mich windend in fürchterlichen Krämpfen. Hm - keine Ahnung, was harte Zwerchfellmassage sonst üblicherweise kostet -

    Ja, Angélique - das ist echtestes Mary Sue vom feinsten, wie sichs gehört! :P Den Louis quatorze mimt da übrigens Jaques Toja, der Aramis aus dem 61er Film - endlich mal der erhoffte soziale Aufstieg für ihn, auf der ambitiösen Karriereleiter, nicht wahr? :D Vom nichtapprobierten Abbé und Musketier niedersten Ranges hinauf zum König, das ist schon allerhand!

    Ja, genau diesen rigorosen Eindruck erweckte das Ganze - eine Parodie à la Wurstelprater mit Oktoberfeststimmung - fehlten nur noch ein paar Dirndln und Lederhosen auf der Bühne, als inszenatorischer Querverweis zum "Weißen Rössl am Wolfgangsee"! Oder wie wenn man Bier, Wein, Schnaps und sonstige Spirituosen zusammen in einen Kübel schüttet und dann ordentlich durchmixt - ein herrlicher Cocktail!
    Also wenn ich Athos hätte spielen müssen, in diesem Stück, dann hätt ich mich sofort zur nächsten Versenkung geschlichen und wär dort für den Rest der Aufführung verschwunden - vielleicht hatte der ensprechende Darsteller das eh so gemacht? :D

    Ja, offenbar ein sehr wandlungsfähiger Darsteller - ich kannte ihn bloß von diesen Angélique-Filmen her, da mimte er als junger Schauspieler irgendeinen Sultan oder so - gefiel mir nicht besonders. :sleeping: Offenbar auch einer von denen à la Sean Connery, die erst mit zunehmendem Alter interessant werden -

    Und Porthos als Glatzkopf..also nee....

    Na, wenn er sogar im tollen 2011er Film eine Glatze haben darf? :D Das haben sie offenbar in dieser Inszenierung übernommen, damit jeder im Publikum gleich weiß, dass das der Porthos ist. :thumbdown: Aramis dagegen tut einem richtig weh, optisch und akustisch, es ist schlicht zum Weinen ;( !
    Ja, König Louis alias majestätische Schießbudenfigur ist schon so extrem ooc, dass er vice versa schon wieder direkt lustig wirkt. Aber das Ärgste überhaupt ist dieser kostümbildnerische Mischmasch aus allen möglichen Fundstücken im Kostümverleih - von Renaissance bis 1789 ist da alles zu finden - :pinch: :pinch: