Ja, das ist echt Wahnsinn! Der Große, Stämmige, Glatzerte ist natürlich Porthos, wer sonst, der Große, Schlaksige ist D´Artagnan und der Kleine, Feiste vorgerückten Alters mit dem Seeräubertbart und der Verhinderter-Operntenor-Stimme soll Aramis sein -
!!! Athos fehlt übrigens, auffälligerweise (keine Ahnung, ob nur in dieser Inszenierung oder überhaupt in Benatzkys großartigem Werk).
Aber König Louis schlägt eindeutig dem Fass den Boden aus -
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Beiträge von Aramis
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Ich hab für mich persönlich die Operetten-Version am Badener Stadttheater als die schrägste von allen mir bekannten Musketier-Variationen empfunden (einschließlich Dogtanian) - die war einfach zum Totwiehern! Extremismus pur!
http://www.youtube.com/watch?v=9sWyBumx7yc -
Für mich ist das wieder Wasser auf meine Mühle, nämlich ein Beweis dafür, wie überaus zäh und hartnäckig sich dieser Musketiere-Virus über die Jahrhunderte hinweg hält - kaum verschwindet er mal kurz von der Bildfläche, taucht er woanders schon wieder auf. Als was gibts die 3 Musketiere jetzt bereits? Als Schauspiel, Operette, Musical, Ballett (als Oper offenbar nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden), als Eiskunstlauf, als denkmalgerechte Skulptur, als Illustrationsgrafik, als Comic, als Kinderbuch, als Zeichentrickfilm, als Realfilm sowieso, als Name für irgendwelche Produkte etc. - hab ich was vergessen?
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Die Fechttanzszenen find ich gar nicht mal so schlecht - ich wär froh, wenn ich ein paar von diesen Sprüngen hinlegen könnt, beim Fechten, zum Verwirren des Gegners!
Was ich in dieser filmischen Zusammenfassung allerdings schwer vermisse, ist ein pirouettierender Richelieu! Das hätte was, solche Sprünge und Drehungen, mit fliegender roter Soutane! Und Mylady hab ich auch nicht wirklich identifizieren können - dabei macht sie sich doch so schön und angriffslustig auf dem Foto auf dieser Seite hier:
http://www.forum-dansomanie.net/pagesdanso/cri…17_02_2011.html -
Ja, natürlich kann diese D`Artagnan-an-Athos`-Grab-Szene ganz harmlos gemeint sein, aber seit ich hier von einer einschlägigen Kennerin
der französischen Mentalität erfahren habe, dass die Franzosen Witze und Anspielungen mit sexuellem Beigeschmack lieben, hab ich bei dem gewissen Monolog D´Artagnans so meine Zweifel -
Aramis ist dagegen in meinen Augen ein ganz anderer Fall, der muss sich geistig und vor allem körperlich für seine jungen Betthaserln frischhalten, und die Gurken-Szene, in der er die Ärmsten wie Hühner davonscheucht, als seine alten Freunde unverhofft auftauchen, ist einfach zum Wiehern! -
http://www.youtube.com/watch?v=14Szxucn0v8
Es gibt wahrhaftig keine Kunstsparte, wo die 3 Musketiere nicht rumgeistern - -
@Alienor
Diese Szene mit D`Artagnan an Athos` Grab hat ja auch (gewollt oder ungewollt?) einen ausgesprochen sexuellen Beigeschmack - D`Artagnans Entschuldigung für den Fall, dass er womöglich versehentlich auf Athos` Gesicht gesessen sei, lässt an gewisse Praktiken der Gay-Szene denken - pikant ist ja dann in diesem Zusammenhang, dass Athos gar nicht drinliegt, in diesem Grab, und D`Artagnans (unbewusster heimlicher sexueller?) Wunschtraum ins Leere geht - -
http://www.youtube.com/watch?v=nuBQ4QDknGs
Kennt jemand zufällig diesen Film der Regisseurin Valérie Guignabodet? Der ist eindeutig was für Pferde-Enthusiasten, mit Jean Francois Pignon, dem bekannten Freiheitsdressur-Guru (zusammen mit seinem Bruder Frédéric), als einer der Hauptakteure, und Mathilde Seigner in der weiblichen Hauptrolle - endlich mal eine Charakterfrau mit Gesicht, in einem Film, anstatt der sonst üblichen persönlichkeitslosen Mannequin-Tussis! Ich vermute mal, sie wurde engagiert, weil der Regisseur kein Mann, sondern eine Frau ist und offenbar nicht gewillt, mit einer lebenden Barbiepuppe bloß männlichen Voyeurismus zu befriedigen. Sexszenen gibts trotzdem. Insgesamt ein sehr berührender Film, muss ich sagen - -
2Times
1846 ist in London bei Bruce & Wyld die englische Erstausgabe erschienen:
"First complete edition in English: The Three Musketeers or the Feats and Fortunes of a Gascon Adventurer, translated by William Barlow" -
Ich hab mir "D´Artagnans Tochter" gestern erstmals reingezogen und kann mich eurer Meinung nur anschließen - ein sehr guter Film mit intelligenten, witzigen Dialogen, ansprechenden Kostümen und guten Schauspielern. Allen voran Philippe Noiret als alternder D´Artagnan, und Sami Frey als Aramis - die beiden sind echt gut in ihrer Rolle, da bleibt kein Auge trocken! Auch Porthos hat mir gefallen; mit Athos konnte ich eher weniger anfangen, gefühlsmäßig. Claude Rich find ich auch gut, in der Schurkenrolle - bloß die beiden Damen nervten ein wenig, aber nur ganz wenig. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich diese Mannequin-Gesichter in Filmen nicht mag - ich möcht mal einen Film sehen mit einer echten Charakterfrau, nicht bloß Puppenglupschaugen, Schmollmund und lange Beine *gähn*. Aber ansonsten wirklich sehenswert.
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Genau, die Musketiere sind offenbar sowas wie ein Geheimrezept, mit dem sich auch im untersten cineastischen Stadium immer noch Kohle verdienen lässt. Es ist nicht zu glauben, welche Anziehungskraft das Klirren von Degenklingen aufs Publikum ausübt - ich seh das immer wieder bei unseren historischen Fechtvorführungen. Sobald Eisen auf Eisen scheppert, glotzen die Leute zu, wie gebannt - da könnte man daneben einen Striptease hinlegen, und keiner würd`s bemerken.
Auf den ominösen "Fifth Musketeer" bin ich übrigens durch meine Dumas-Biografie gestoßen, dort wurde dieser Film erwähnt. -
@Alienor
Könnte es sein, dass "D´Artagnan`s Tochter" von B.Tavernier aus den 90ern die definitiv letzte brauchbare Verfilmung des Musketier-Themas war? Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber ihn mir mal bestellt, weil er hier im Forum ziemlich gut bewertet wurde - im Gegensatz zu seinem fürchterlichen Remake mit Michael York als alter D´Artagnan.
Schön langsam hab ich das Gefühl, diese Drehbuchschreiber und Regisseure verfälschen die Musketiere deswegen so gerne in ihrem Sinne, weil sie insgeheim genau wissen, dass sie eh unfähig sind, das Original würdig und getreu der Vorlage umzusetzen - -
Ja, es ist eindeutig Schloss Schönbrunn, das bekannte Wiener Aushängeschild - und die Kostüme wirken in ihrer seltsamen Auswahl, als hätte man vom Mittelalter bis ins 18. Jh. hinein alles, was zufällig da war im Kostümverleih, ohne jeden Hirneinsatz zusammengewürfelt.
"Young blades" hab ich mal auf youtube ein bissl angeschaut, aber nicht lange ausgehalten - das ist doch der, wo sie sich nicht mal Kostüme aus dem Verleih leisten konnten, oder?
kaloubet
Anscheinend sind die französischen Dialoge nachträglich drübersynchronisiert worden - hat man sich dabei vielleicht ein wenig Mühe gegeben, das Ganze aufzubessern, und haben sie deswegen mehr Qualität? -
Ich hab noch nicht rausgekriegt, ob dieser Film ernst gemeint oder eine Persiflage darstellen soll - die Kostüme sind jedenfalls 1A Villacher Fasching oder Mainzer Karneval! Vor allem die eleganten Dreispitze (!!) -
Die Blonde ist Ursula Andress, und sie hat natürlich eine Nacktszene. Dafür sieht die Eiserne Maske aus wie Lord Helmchen bei Mel Brooks -
Was mich schockiert, ist , dass das Ganze offenkundig u.a. in Wien gedreht wurde - man erkennt deutlich Schloss Schönbrunn und die Gloriette - wie peinlich, ich muss mich direkt genieren!
Und dass Jose Ferrer sich für diesen Klamauk hergibt - nicht zu fassen! 
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http://www.youtube.com/watch?v=52Di4E93pP4
http://www.youtube.com/watch?v=52Di4E93pP4
http://www.youtube.com/watch?v=kL_Jg8UMGYkSagt jemandem von euch dieser Wahnsinnsfilm zufällig was?? Schaut irgendwie nach einer Eisernen Maske aus -
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Hm, das wär sicher denkbar, dass Maquet die erzählerischen Hintergrundbeschreibungen geliefert hat, und Dumas die Dialoge. Denn Dialoge zu zweit zu fabrizieren, dass stell ich mir sehr schwer vor - man hat da ja sowas wie einen inneren Film im Kopf, und wenn man dann ständig seinen Kollegen fragen müsste, wie der nächste Antwortsatz seiner Meinung nach lauten soll, dann würde ja gar nix weitergehen, vor lauter Hin und Her -
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Ich habe bisher nur wenige Romane gelesen, in denen so viele und so lange, gut gemachte Dialoge waren wie bei Dumas.
Ja, das find ich auch - ich könnt jetzt gar nicht sagen, welcher dialog mir am besten gefällt! Ich glaube, das Schreiben von Dialogen lag Dumas einfach, ich kann mir nicht vorstellen, dass er dabei in erster Linie die Leser im Auge hatte. Andererseits wüsste ich gern, inwiefern Maquet da dran beteiligt war -
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Ja, man merkt, dass Dumas Dramatiker war. Er denkt in Dialogen, und die Gefühle seiner Protagonisten entladen sich in ihnen. Deshalb gibt es bei ihm wahrscheinlich auch so wenige reine gedankenbeschreibende, psychologisierende Stellen - was seine Charaktere fühlen, muss man an den Dialoge ablesen.
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Ja, eben - diese Unverwüstlichkeit ist es, die mir an Dumas so imponiert. Wenn ich denke, wie oft ich Trübsal blase, wegen irgendwelcher unbedeutender Kleinigkeiten! Er muss wirklich ein optimistischer, lebensfroher Mensch gewesen sein - und er hatte diesen gewissen Humor, diese superbe Ironie, die alle Ereignisse im Leben, auch die unangenehmen, zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Außerdem, denk ich mal, muss er ein guter Beobachter gewesen sein, was menschliche Verhaltensweisen angeht, und auch sehr sensibel und gefühlsbetont - seine Dialoge sind oft total geladen mit Emotionen -
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Die Aussage Dumas`über seinen ersten und letzten Louisdor ist sehr berührend - er scheint wahrhaftig ein Lebenskünstler gewesen zu sein, der alle Höhen und Tiefen des Daseins durchlebte. Irgendwie kommt das auch in den Musketier-Romanen zum Ausdruck, finde ich, diese immense Bandbreite der menschlichen Existenz.