Beiträge von Percy

    Hallo,

    mordiou, oder auch mordioux, ist ein gascognischer Dialekt, soweit ich weiß.

    Ich habe mal gelesen, dass die Gascogner berüchtigt waren (sind?), ihren Dialekt äußerst deutlich einzufärben. Außerdem war dieses stolze Völkchen wohl nie wirklich bemüht, dialektreines Französisch zu sprechen. D'Artagnan wird 20 Jahre und 30 Jahre nach den ersten Abenteuern der Musketiere stets an seinem Gascogner-Dialekt als solcher erkannt, obwohl er die ganzen Jahre in Paris gelebt hat.

    Über den historischen Charles de Batz-Castelmore d' Artagnan vermerken die Quellen auch, dass seine Briefe wohl orthografisch recht abenteuerlich sind. Schrieb wohl phonetisch, der Gute. :)

    LG

    Percy

    Stimmt, als Planchet geht er wohl. Er hat ja gar nichts aristokratisches, keine scharfgeschnittenen Gesichtszüge wie d'Artagnan, irgendwie kein Feuer, nicht dunkel genug...... bin über die Szene mit dem "Huch, der Sattelgurt ist ja locker! - Ich bin ja auch erst seit Stunden unterwegs..... - Auf jeden Fall bin ich doch glatt beim Aufsteigen mit Sattel ins Wasser gefallen!!! Ist das nicht lustig? Und beim Hinauswaten aus wadentiefem Wasser bekomme ich weder meine Beine, noch mein Degengehänge - noch sonst ein Gehänge (der Autor aus dem Off) - sortiert und lege mich zwei mal gepflegt auf die Fresse! Nein, ist das lustig! Hoffentlich hat es die Hühnerbeinchen knabbernde Brigitte Bardot mit dem Mörder-Lidstrich, der ich da am Wegesrand nachsabberte, nicht bemerkt!" nicht hinausgekommen (der Autor schnappt nach Luft und beendet diesen Bandwurmsatz).

    Um Himmels Willen!

    Wie sehen die denn aus!!!!

    D'Artagnan auf dem Cover lächelt eher so "Typ Schmusebär"! :D^^ Da ist ja gar nichts griffiges dran! D'Artagnan im Buch ist ja nun alles andere als ein Schmusetyp!

    Und ich will Bärte!!!! Jawohl!!!

    (Aber nicht so viel! Porthos mit Vollbart geht auch in die bärige Richtung!)

    Muß mich gerade vom Schock erholen.

    Richelieu in lachsrosa....

    (spielt Kino im Kopf ab)

    Bruder des Königs (leicht näselnd): "Oh la la, mein lieber Kardinal, Hochwürden, Eure Eminenz.... (stockt, wedelt nonchalant mit der spitzengeschmückten Hand) DAS ist aber ein wunderbares Ensemble, das Ihr da tragt! Diese Farbe kleidet Euch ungemein!" (täuscht Ohnmacht vor) "Hätte ich nicht meinen lieben Chevalier de Lorraine, Ihr wärt in der ERSTEN Reihe meiner Favoriten, in der ALLERERSTEN, mon cher!"

    :D:D:D

    Um das ganze zu komplettieren:

    Die Filmkritik stammt von mir und die Hasenscharten-OP-Narbe habe ich als solche identifiziert.

    Letzteres ist eine Nebensächlichkeit, auf die niemand äußerlich reduziert werden sollte, wenn, ja, wenn Dumas nicht in seinem Werk explizit auf Athos Äußeres hingewiesen hätte.

    Nun sind wir hier in der Tat eine Gruppe von Dumas-Fans. Demzufolge natürlich Fans von d'Artagnan, Athos, Porthos und Aramis. Aber die Helden der ersten Stunde sind für diese Gruppe nunmal diejenigen, die Dumas Feder entsprangen. Und alle neuen Verfilmungen müssen sich hier damit messen lassen.

    Wären wir eine Musketeers BBC 2014 Gruppe, sähe unsere Gruppe vielleicht anders aus. Ich finde diese Serie (nachdem ich alle drei Staffeln geschaut habe) kurzweilig und unterhaltsam, einige Darsteller haben das gewisse Etwas (Ich stimme dir zu, Santiago Cabrera ist ein sehr überzeugender Aramis und mit seiner groß angelegten Rolle bekommt dieser mysteriöse Charakter, dem wir bei Dumas liebend gerne mehr hätten entlocken wollen, eine angenehme Tiefe.), während manche Handlungsstränge ganz klar "modern" angelegt sind und nicht jedem gefallen.

    Hier in dieser Gruppe haben wir auch einen ironischen Unterton, nehmen nicht alles bierernst. So ist es klar, daß ich als bekennender d'Artagnan-Fan bestimmt bei Aramis als glühendem Aramis-Verehrer anecke, allerdings hat mich hier noch keiner deswegen gefordert. Es ist eher gutmütiger Spott, oder "tongue in cheek", wie der Engländer sagen würde. Ich persönlich finde dies sehr amüsant und schreibe auch entsprechende Reviews zu Musketierverfilmungen, wenn sie mir gefallen oder eben nicht. Diese Scharfzüngigkeit trifft in dieser Gruppe keine reale Person, lockert aber die Athmosphäre schön auf. Und hier nehmen wir es schließlich nicht so todernst wie bei "Fatzebock", wo jeder, der gegen die persönliche Komfortzone des anderen schreibt, mit einem Shitstorm überhäuft wird, bis er ruhig ist.

    Wie gefällt dir übrigens der Roman? Konntest du "deine" Romanhelden in der Verfilmung wiedererkennen (jeder hat ja ein anderes Bild im Kopf)? Wo gab es für dich vielleicht Abweichungen (abgesehen von der Handlung)?

    Gruß

    Percy

    Das ist wunderbar!

    Und Helden mit Vorahnungen ihres eigenen Todes sind ja stets unendlich tragisch!

    Ich denke da an Winnetou und Lord Winter mit seinen blutigen Visionen in Twenty Years After.

    Ich würde mir für d'Artagnan eine ganz herzergreifende Sterbeszene wünschen, wie bei Boromir im Herrn der Ringe! Junge, Junge, was hab ich da geheult!

    Laut historischen Berichten fällt d'Artagnan ja im Sturmangriff auf die Stadt (in vorderster Linie), zwei treue Musketiere wollen seine Leiche aus der Feuerlinie bergen und werden neben ihm niedergestreckt, zwei weitere Kameraden folgen bei demselben Versuch. Wenn man diesen Vieren (oder zumindest einem oder zweien) ein Gesicht und einen Charakter geben würde - näh, watt wär datt ergreifend!!! Zückt die Taschentücher!!!

    :/Aber er stirbt doch am Ende des VdB, da könnte er dann ja nur mehr vom Jenseits aus drüber räsonnieren?

    Ja, allerdings könnte sein Rückblick kurz vor seinem Tod stattfinden, dann folgt der Schwenk in die Gegenwart (das ach so leuchtende Vorbild) und gerade als der Zuschauer sich in die kuschelige Komfortzone begibt und über d'Artagnan schmunzelt, wird er brutal aus diesem Wohlgefühl herausgeholt, indem nun in der Dritten Person kurz und endgültig über d'Artagnans Tod vor Maastricht erzählt wird. Das sollte den abgebrühtesten Zuschauer erschüttern.

    Oh, das würde mir auch gefallen.

    D'Artagnan gealtert, resigniert, sarkastisch, aber immer noch scharfzüngig, vorlaut und weit entfernt von "altersmilde". Ich stell mir das sehr amüsant vor, wie er sein jugendliches Alter Ego quasi auseinander nimmt und seine Taten süffisant kommentiert. ??

    Wobei es zwischenzeitlich gerne Einblendungen in seine aktuellen Abenteuer geben darf, die dem Zuschauer Einblick in Leben und Taten des ach so weisen (?) Erzählers geben. Wobei sich am Ende des Films womöglich herausstellt, dass der gute d'Artagnan auch in fortgeschrittenen Jahren nicht unbedingt immer das leuchtende Vorbild ist, zu dem er sich entwickelt zu haben glaubt. ???

    Hallo Sklau,

    willkommen! Ein neues "Gesicht" in der Runde ist erfrischend. Bin auch ein großer Musketierfan und schätze den Austausch im Forum hier sehr. Du bist in angenehmer Gesellschaft!

    "Setzt Euch und trinkt ein Glas Wein mit uns!"

    Percy

    Hallo ihr Lieben,

    gerade schaue ich mich genüßlich durch einige Serien (da Netflix, Amazon Prime und SkyTicket wegen Game of Thrones abonniert wurde :D ).

    Gestern abend war mal wieder Versailles fällig.

    Ich muß sagen, die Serie gefällt mir immer besser. Sie ist opulent ausgestattet und gut besetzt. George Blagden, der mir schon in Vikings gefiel, spielt einen absolut glaubwürdigen Sonnenkönig.

    Gegen Ende der ersten Staffel habe ich dann auch meinen Lieblingscharakter gefunden: Fabien Marchal, der Polizeichef von Versailles. Irgendwie ist er wie ein dunkler d'Artagnan. Viel düsterer, verschlossener, für heutige Verhältnisse bisweilen gewalttätig und grausam. Nach und nach entwickelte sich diese Rolle und sobald er emotionalen Tiefgang zeigen durfte, fand ich diesen Charakter ungemein interessant!

    Habt ihr auch schon reingeschaut? Bin gerade mit Staffel 2 durch und werde in den nächsten Tagen Staffel 3 starten.

    Eine Kleinigkeit am Rande, die mich immer noch irritiert: Die Musketiere als königliche Leibgarde tauchen ständig auf, stehen dekorativ auf Posten (wirklich tolle, authentische Kostüme), haben aber weder Handlung noch Dialog, es sei denn, es muß jemand verhaftet oder Gemächer durchsucht werden... ;) Und Fabien Marchal ist Polizeichef und nicht Leutnant / Hauptmann der Musketiere. Trotzdem unterstehen sie seiner Befehlsgewalt.

    Ach ja: Und es werden konsequent Barockpferde geritten!!! Wunderschöne Andalusier und ein imposanter Friese für Fabien (wobei der ja nun nicht so authentisch ist, aber beeindruckend puschelig seine imposante Mähne wehen läßt :love:)!

    LG

    Percy!

    Ja, man wird mit der Zeit ein wenig wunderlich.....

    Ich habe letztes Jahr ein Häuschen gekauft und habe bis jetzt keinen Fernsehanschluß. Nur Amazon Prime und Netflix. Dann wird halt über Glasfaser (hab ich sogar! In erster Linie fürs Büro) gestreamt. Und ein paar Livestreams der gängigen Sender sind auch dabei. Zwar kein RTL (wer braucht das???) und einfach zappen ist umständlicher von App zu App, aber was solls? Ich vermisse das Fernsehen nicht. Mittlerweile bekommen wir ja eh nur noch das vorgesetzt, was bildungsferne Mainstream-Journalisten für berichtenswert erachten. Pah! Kann ich drauf verzichten.

    Boah neee!!!!

    Da will man sich mal am Abend ein wenig musketiermäßige Unterhaltung gönnen, sprich, die Musketierserie noch mal gucken, und was passiert? Netflix hat die Serie aus dem Programm genommen....... grrrr!

    Also werde ich wohl mit Filmen und Serien, die mir gefallen, verfahren wie mit Büchern:

    "Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, man muss es besitzen!" (Friedrich Nietzsche)

    Ganz old School DVDs kaufen und ins Regal stellen, fertig! :)

    Hallo,

    hier noch ein paar schöne Illustrationen aus meiner 100 Jahre alten Ausgabe "Zwanzig Jahre nachher". Sie stammen von I.-A. Beaucé.

    D'Artagnans vierter, fataler Degenstich gegen Rochefort, den er leider im Eifer des Gefechts geführt hat. Schon tragisch. In diesem Buch mochte ich Rochefort, insbesondere, da er und d'Artagnan sich auch schon auf freundschaftlichem Fuß arrangiert haben.

    Mehrere Verabschiedungen hintereinander: Zuerst trennen sich die vier Freunde unter Tränen (hier was für die "Awwww, wie niedlich"-Sparte: Das Bild sieht nicht nur nach Umarmen aus. :love::*^^ So viel zum Thema: das sind die gaaaanz harten Kerle! Man kann die Paare auch zuordnen: Da d'Artagnan und Porthos nach der Verabschiedung von Athos und Aramis noch zusammen zum Gasthof "La Chevrette" gehen und später Lebewohl sagen, wird das rechte Paar wohl Aramis und Porthos sein (gut erkennbar an Porthos stattlicher Größe), das linke Athos und d'Artagnan (evtl. der linke von beiden ist der Gascogner, da seine Körpersprache überschwenglicher ist, als bei dem würdevollen Athos).

    Ein Küßchen in Ehren kann niemand verwehren, aber da sind die Franzosen ja eh lockerer.

    Im dritten Bild verabschieden sich nun Porthos und d'Artagnan, wobei Porthos dem Freund anbietet, mit ihm nach Hause zu kommen und dort gemeinsam zu ergrauen ("Hallo??? Ihr seid gerade mal über vierzig!!!"), was d'Artagnan zum Glück ablehnt, da er den Krieg mitmachen will und Marschall werden will. Hier mußte ich lachen. Ist gerade Kapitän und dann: Auf zu neuen Zielen! Sehr cool!

    Viel Spaß beim Anschauen!

    Percy

    Hallo ihr Lieben,

    es ist schon ein Kreuz mit den Übersetzungen......

    Leider kann ich kein Französisch, daher bleibt mir nur Deutsch oder Englisch.

    Vor einigen Jahren habe ich "Twenty Years After" in den Oxford World Classics gelesen. Mühsam aber gut. (Das ganze politische Blabla mit Beaufort, der Königin und Mazarin sowie Raoul hat mich etwas gelangweilt....am besten war es immer noch in Gesellschaft unserer vier Freunde. :) )

    Kürzlich hat mich eine rund hundert Jahre alte Übersetzung der "Drei Musketiere" (deutsch) gut unterhalten. Daraufhin kaufte ich antiquarisch "Zwanzig Jahre Nachher", sowie "D'Artagnans Mission" und "König Ludwigs Doppelgänger" (die beiden letztgenannten ergeben zusammen "10 Jahre später"). Erschienen sind diese Bücher im Axel-Juncker-Verlag Berlin, übertragen von Edmund Th. Kauer.

    Leider liest sich "Zwanzig Jahre Nachher" nicht mehr so gut wie die Musketiere, es wurden teilweise ganze Passagen weggelassen oder dazugedichtet, wie mir der Vergleich mit dem englischen Buch zeigte. Sehr ärgerlich.

    Nun möchte ich dem Abschluß des Werkes "10 Jahre später" größtmögliche Gerechtigkeit angedeihen lassen, insbesondere da es ja auch tragisch wird (meine Mutter hat nie Winnetou III gelesen aus besagtem Grund....). Welche deutsche Überetzung sollte ich kaufen? Oder ist eine englische Ausgabe näher am Original? Wie gesagt: "Je ne parle pas Francais, aber bitte red' weiter!" ;)

    Ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.

    LG

    Percy