Etoile
Ja, ich finde solche Geschichten, in denen eine Frau sich als Mann verkleidet und sich in einer reinen Männerdomäne behauptet, auch immer sehr reizvoll.
Du schreibst, dass du als Hobby viel zeichnest..möchtest du die Geschichte denn schreiben, oder als eine Art Comic zeichnen?
Ich glaube, zu diesem Thema gibt es leider nicht viele Infos, weil es wohl damals nur wenige Frauen gab, die als Mann verkleidet einen Weg einschlugen, der ihnen ansonsten verwehrt geblieben wäre. Ich glaube aber, dass es sogar einmal einen belegten Fall gab, im 18. oder 19. Jahrhundert, als eine Frau sich jahrzehntelang als Mann verkleidete und niemand etwas bemerkte.
Das mit d´Artagnan würde passen, da er ja 1672 tatsächlich im Krieg in Holland gefallen ist. Die langen Haare braucht sie aber gar nicht abzuschneiden, da damals ja auch die meisten Männer ihr Haar auf Schulterlänge trugen. Allerdings könnte sie ja ihren Busen abbinden, oder schon wenig weibliche Rundungen haben. Da Männer damals fast alle Bärte trugen, sollte deine Protagonistin höchstens fünfzehn sein, oder sich ein paar Jahre jünger ausgeben als sie ist, um als Junge vor Stimmbruch und Bartwuchs durchzugehen. Willst du dich denn haargenau an die Romanvorlagen halten? Porthos und Athos sind ja schon tot, aber Aramis lebte noch in einem Kloster in Spanien, als d´Artagnan starb. Du könntest es in deiner Geschichte ja so machen, dass deine Protagonistin nicht in der Kaserne wohnt, sondern bei Aramis, der nach Paris zurückgekehrt ist, und sich doch wieder für ein Leben als Musketier entschieden hat. Und d´Artagnan könnte ja einen Sohn und eine Tochter gehabt haben, und der Sohn trat aber in ein Kloster ein und hatte gar kein Interesse Musketier zu werden, was Aramis aber nicht weiss, er denkt dann, er nehmt den Zwillingsbruder deiner Protagonistin, d´Artagnans Sohn bei sich auf.
Oder..sie könnte auch im Gasthof von Madeleine, d´Artagnans ehemaliger Wirtin und Geliebter, wohnen.
Damals waren übrigens alle Musketiere Adelige, das war Voraussetzung, um überhaupt erst bei den Musketieren eintreten zu dürfen, und meist hatten Anwärter vorher eine zwei-bis dreijährige Zeit beim Militär abzuleisten, bevor sie Musketiere werden konnten. Ich glaube, wer nicht von adeliger Geburt war, wurde gar nicht erst aufgenommen. Meistens handelte es sich bei den Musketieren um nachgeborene Söhne, die zu Hause kein Erbe zu erwarten hatte...und oft kamen sie auch aus Adelsfamilien, die nicht mehr so viel Vermögen hatten.
Ob es Musketiere gab, die im Schloss wohnen durften, weiss ich nicht, ich vermute aber, dass es das durchaus gegeben haben könnte. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass diejenigen Musketiere, die es sich leisten konnten sich in Paris eine Wohnung anmieteten und dort lebten, so wie die Musketiere im Roman, von denen keiner in der Kaserne lebte, alle vier hatten eigene Wohnungen.
Musketiere mussten übrigens ihre Ausrüstungen mit allen was dazugehörte selbst bezahlen, deswegen ließen viele sich von ihren vermögenden Liebschaften finanzieren. d´Artagnan hatte nie so viel Geld, also dürfte deine Protagonistin auch nicht sehr vermögend sein, doch Aramis könnte ihr ja etwas leihen, um seinem verstorbenen Freund einen Gefallen zu tun.
Hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen, das sind natürlich nur ein paar Anregungen, was du daraus machst, ist ja deine Sache. Bin schon gespannt auf deine Geschichte. 