Beiträge von Aramis

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gatien_de_Courtilz_de_Sandras
    Dieser Courtilz (1644 -1712) war selbst Musketier und nebenbei Schriftsteller, und ich denke, er muss D´Artagnan daher persönlich gekannt haben - vielleicht war er so beeindruckt, dass er sich entschloss, diese sogenannten Memoiren sozusagen in memoriam für ihn zu schreiben.
    Dass Tréville als Hauptmann der Musketiere versuchte, seine Verwandten dort unterzubringen, ist wohl verständlich. Jobvermittlung innerhalb des Familienclans ist ja auch heute nichts Ungewöhnliches, und die Loyalität untereinander wohl eher gegeben als unter lauter Fremden.

    Das ist jetzt zwar ein bissl OT, aber wenn ich mir diese Courtilz-Memoiren so ansehe, kann ich mir schon vorstellen, dass es in Dumas` literarisch gebildeten Fingern zuckte, das Ganze in ein angemessenere, poetischere Form zu bringen!
    Interessant finde ich auch, dass Athos und Aramis, laut Courtilz, Brüder waren - das muss ja so ein richtiger Familienclan gewesen sein, dem D´Artagnan sich da unweigerlich gegenübersah!

    Ich frag mich überhaupt, wie Dumas auf die Idee kam, die "3 Musketiere" zu schreiben - ja, schon klar, Historismus war damals en vogue, ausgelöst durch Sir Walter Scott und die Mittelalterbegeisterung der Romantiker; aber diese Musketiere-Philie ist doch was Besonderes, scheint mir. Als bloße Nachdichtung der "Mémoires" von Courtilz de Sandras kann ich sie mir nicht vorstellen, da gehört wohl schon mehr dazu -

    In diesem Buch von Günter Berger wird erwähnt, die derzeit beste Dumas-Biografie wäre die von Claude Schopp, "Alexandre Dumas. Le génie de la vie" (Fayard 1997)
    http://www.amazon.fr/Alexandre-Duma…7377121&sr=1-46
    Der Ausspruch "génie de la vie" stammt offenbar von Dumas` Schriftstellerkollegin George Sand.

    Und dann gibts noch die hier, ebenfalls von Schopp -vielleicht ist das eine Neuversion der alten? Am besten kaloubet fragen!
    http://www.amazon.fr/Alexandre-Duma…57377198&sr=1-1

    Zu einem definitiven Militärdienst Dumas` hab ich nix gefunden, aber er hat sich bei der Juli-Revolution von 1830 engagiert ( kaloubet: Wieso revoltieren die Franzosen eigentlich immer im Sommer??):
    "Schon am 28. Juli hatte sich Dumas mit einem Gewehr bewaffnet und sich unter die Aufständischen gemischt, Barrikaden gebaut, sich an die Spitze einer kleinen Truppe gesetzt und auch ein paar Schüsse abgegeben. Er ist ebenfalls dabei, als Lafayette am Tag darauf das Kommando über Paris erhält. Denn noch besteht die Gefahr, dass König Karl X. seine Truppen gegen Paris marschieren lässt, und in Paris ist das Pulver ausgegangen. Alexandre verspricht Lafayette, aus Soissons Pulver herbeizuschaffen.(...) Mit einer Vollmacht Lafayettes ausgestattet, eilt der Retter der Revolution nach Soissons. Als sich die lokalen Autoritäten weigern, dem Revolutionär Folge zu leisten, erzwingt dieser die Unterschrift zur Herausgabe des Pulvers mit Waffengewalt. Doch damit ist noch nicht aller Widerstand überwunden: Der Verwalter des Pulvermagazins will seinen Schatz nicht herausrücken. Alexandre greift daraufhin zur Axt, sprengt damit das Tor auf und bemächtigt sich des Pulvers. Als er am 1. August mit seinem Pulver Paris erreicht, hat die Revolution bereits stattgefunden, und das Pulver ist überflüssig ..."
    Das erinnert mich jetzt irgendwie an Porthos, aber auch an die Fronde in den VAA -

    In der Dumas- Biografie von Günter Berger hab ich folgende Stelle gefunden:

    Zitat

    Nach diesen vielversprechenden Anfängen verwundert es kaum, dass Dumas` Mutter ihn fürs Priesterseminar bestimmt, als typischen Karrierestart für den männlichen Nachwuchs aus minderbemittelten Schichten. Doch der Sohn verpatzt den Start: Am Tag vor seiner Abreise zum Priesterseminar kauft er ein Tintenfass. Zufällig trifft er im Laden seine Cousine Cécile, die ihm spöttisch verspricht, ihn nach seiner Priesterweihe zu ihrem Beichtvater zu machen. Wütend knallt er das Tintenfass auf den Ladentisch und schwört der Priesterkarriere ab, bevor sie begonnen hat.


    Hm, wieso erinnert mich das jetzt bloß an eine bestimmte Person in den "3 Musketieren"?? ^^

    @Alienor
    Vielen Dank für deinen Beitrag!! "...dann gibt´s umso mehr von ihm für mich." :thumbup:
    kaloubet
    8o Okay, dann bring ich "sie" jetzt mal versuchsweise um, mit meiner speziellen, persönlichen Variante - äh, wenn die in deinen Augen viel zu grauslich und ooc ist, würdest du dann eventuell bitte eine andere erfinden?

    Vollkommen enthemmt wälzten wir uns auf der riesigen, massiven Schreibtischplatte, stöhnend vor Lust und in wilder, heftigster Leidenschaft - da vernahm ich plötzlich ein lautes Ratsch! Oh, mein Seidentop war über der linken Schulter zerrissen, so ein Pech! Egal, morgen würde ich mir sofort bei Chanel ein neues kaufen! Dr.Dr. La Fère-Freud hielt in seiner therapeutischen Aktivität jedoch mit einemmal inne - gebannt und wie hypnotisiert starrte er auf meine entblößte Schulter, in abgrundtiefem Entsetzen - ach ja, dort hatte ich mir unlängst eine Blume drauftätowieren lassen, eine Lilie oder so - Himmel, was war denn nun in meinen Doktor gefahren?! Drehte er jetzt etwa völlig durch?!? Schäumend vor Wut riss er sich mit einem heftigen Ruck die Kravatte herunter, schlang sie mir blitzschnell um den Hals und - aaaaarglglgl!! Heftig keuchend kniete er über mir, während er mich langsam und erbarmungslos erwürgte -
    "Liebling! Was um Himmels willen treibst du denn da?!" rief Charlotte, seine offenkundige, blonde Ehefrau, als sie in diesem Moment, mit einem großen, scharfen Küchenmesser bewaffnet, die Ordination ihres Gatten wieder betrat -
    "Ich hab sie umgebracht!" murmelte der Doktor mechanisch, "E-es war ein Reflex! Ich muss da wohl irgendwann mal was verdrängt haben - "
    "Ach?" replizierte seine Gattin, sichtlich befriedigt, "Na, umso besser! Dann ist ja alles erledigt, und ich kann mir meine wütende, mörderische Attacke auf diese grässliche Person somit glücklich ersparen!" Und sie küsste Dr.Dr. La Fère-Freud liebevoll auf die schweißbeperlte Wange -

    Auch meine rechte Kontaktlinse rutschte nun endlich, Dieu merci, wieder in ihre ordentliche Position, und oh - !! Vor mir stand ein überaus blendend aussehender, wahrhaft maskuliner, vollkommener Mann wie aus dem Bilderbuch! Absolut kein Vergleich zu diesen unreifen, gackernden Toyboys, mit denen ich mich bisher vergeblich abgemüht hatte! Ich trat unwillkürlich näher, seiner höflichen Aufforderung nachkommend, mit geschmeidigem Hüftschwung, meine langen, erst kürzlich frisch krampfadernoperierten Beine in den exquisiten Netzstrümpfen optimal zur Geltung bringend - da fiel mein Blick plötzlich auf eine große, goldgerahmte Fotografie, welche provokant auf des Doktors ausladendem, altertümlichem Schreibtisch stand - sie zeigte eine (zugegeben) einigermaßen ansehnliche, blonde Frau, versehen mit einer handschriftlichen Signatur unter deren aufreizend grinsendem Schmollmund:
    Dein liebes Mäuschen Charlotte! War der Doktor etwa -?! Unwillkürlich schoss ich einen bemüht scharfen Blick hinüber zu seiner rechten Hand: O nein!! durchzuckte es mich wie ein heftiger Blitz, ein Ehering!! Grmpf! - Aber der sollte mich nicht hindern! :evil:

    Mist! Blind und genickstarr tastete ich mich in der Dunkelheit vorwärts und stieß unwillkürlich mit meinem erst unlängst fettabgesaugten Bauch gegen eine unförmige Kiste - offenbar ein Kopiergerät! Verdammt! Verzweifelt rieb ich meine permanentlidschattengetönten Augenlider - plötzlich fühlte ich etwas Weiches unter meinen Händen - oh, anscheinend eine schalldicht gepolsterte Tür! Endlich hatte ich die Klinke gefunden und stieß sie auf - ich blinzelte - ah, eine meiner Kontaktlinsen war halbwegs wieder zurück in ihre richtige Position gerutscht! Vor meinem linken Auge lag ein in elegantestem Jugendstil eingerichteter Salon; ein großer, äußerst gutaussehender Herr thronte, mit Goldrandbrille und Notizblock bewaffnet, auf einem imposanten Ohrensessel, und an seiner Seite, auf einem riesigen, altertümlich geschwungenen Sofa, lag zitternd Dr. Rosenschön - bei meinem Anblick kreischte dieser entsetzt auf, in den allerhöchsten, schrillsten Tönen, sprang vom Sofa auf, hastete zum offenen Fenster und schwang sich hinaus, hinüber ins ausladende Geäst einer hohen, altehrwürdigen Linde, an deren Stamm er sich behende hinunter auf den sicheren Boden hantelte -
    "He, Herr Kollege!! Was soll denn das?!" brüllte Dr.Dr. La Fère-Freud hinter ihm her, ärgerlich, ehe er achselzuckend resümierte: "Na, egal - der kommt schon wieder. Halten alle miteinander psychisch nichts mehr aus, die jungen Ärzte! - Ah, eine Patientin!" wandte er sich mir zu, "Ich darf Sie höflichst darauf hinweisen, gnädige Frau, mein besonderes Spezialgebiet liegt in der Behandlung posttraumatischer seelischer Störungen aufgrund von misslungenen Schönheitsoperationen - was kann ich für Sie tun?"

    Als ich mich wieder aufrichtete und einen Schritt zur Seite trat, stolperte ich über eine leere Phiole - angestrengt versuchte ich, die minutiöse Schrift darauf zu entziffern - verdammt, ich musste schleunigst meine veilchenblau getönten Kontaktlinsen wieder nachadjustieren lassen! Was stand da drauf?! "Insulin"?! Na fein! Dann war der arme, junge Doktorknabe ja nicht nur hysterisch, frigid und misogyn, sondern litt auch noch unter Diabetes - ich seufzte. Das war zuviel! Meine kühne Enteraktion entpuppte sich somit als Schlag ins Wasser, und die Enttäuschung darüber trieb mir prompt die Tränen unter meinen künstlichen Wimpern hervor - haltlos auf meinen Highheels schwankend, wankte ich, herzzerreißend in mein Taschentuch schluchzend, aus Dr. Rosenschöns Ordinaton hinaus, den Korridor entlang - doch plötzlich hielt ich an, abrupt: Was stand hier auf diesem eindrucksvoll gravierten Bronzeschild an der imposanten Flügeltür zur Ordination 6 ?! Dr.Dr. La Fère-Freud, hauseigener Psychotherapeut - oh!! Dies war eindeutig ein Wink des Himmels! Ich musste mich dringend über den eben erlittenen erotischen Fehlschlag aussprechen, von Mann zu Mann, äh! von Frau zu Doktor - sonst blieb mir nichts anderes übrig als seelische Verdrängung, und die wollte ich um keinen Preis riskieren!

    "Haben Sie keine Angst, Doktorchen!" gurrte ich ihm zu, während ich ihm sanft meine schlanken, testosteronbedingt leider noch immer zu dicht behaarten Arme um die bebenden Schultern legte und ihm mit meinen gefühlvollen, sensiblen Fingern sanft über die rosigen Wangen strich, "Es tut nicht weh, mein Süßer, und Sie werden gar nichts zu verdrängen haben! Seien Sie einfach ein wenig entspannt - !" - und ich näherte meine verführerisch geschwungenen, erst kürzlich intensiv aufgespritzen, kirschroten Lippen den seinen - - Dr. Rosenschön starrte stumm in mein bildschönes, engelhaftes Angesicht, aus weit aufgerissenen, großen Kaninchenaugen, absolut reglos und vollkommen im Bann meiner ravissanten, bisexuellen Ausstrahlung, als hätte er eben die erotischste Entdeckung seines Lebens gemacht - im nächsten Augenblick verpasste er mir einen Tritt in mein Gott sei Dank nicht mehr vorhandenes Gemächt, flutschte geschmeidig wie ein Aal unter meinem zärtlich um ihn gelegten Arm hindurch, sprang mit einem Satz zur schalldicht gepolsterten Tür hinüber, riss sie auf, unter heftigem, krampfhaftem Keuchen, und stürmte davon, den Gang entlang, mit fliegendem Doktormantel, sein Stethoskop und alle seine Injektionsnadeln ringsum verstreuend - ich blickte ihm nach, ärgerlich, während ich stolz den Kopf zurückwarf, meine prächtige, tizianrote Lockenmähne aus meiner alabasterweißen Stirne schüttelnd - was sollte denn dieser überstürzte Abgang?!

    Grmpf! Ärgerlich kritzelte ich den Fragebogen voll und knallte ihn der Tusse unter die deformierte Nase - jetzt reichte es mir aber! Genug der Formalitäten! Wo steckte dieser Doktor?!
    "Ordination 5 im Westtrakt, 3. Stock, Gang B bis D - "
    Alles klar! Schon war ich unterwegs, mit fliegenden Fahnen -

    Dr. Rosenschön machte seinem Namen alle Ehre.
    À la figure naive et doucereuse, à l`oeuil noir et doux et aux joues roses, samtig wie ein Pfirsich im Herbst, und mit absoluter Sicherheit noch Jungfrau - genau die Sorte Mann, die ich besonders bevorzugte!
    "Herr Doktor, wo soll ich mich denn freimachen?!" fragte ich anzüglich, vorsorglich und lasziv meinen hautengen Minirock hochschiebend, während er, angestrengt und konzentriert, die Östrogenspritze aufzog -
    "Wie bitte -?? Nein, nein, der Oberarm genügt völlig!" erwiderte er, zutiefst verwirrt, meinen feurigen Blicken wehrlos preisgegeben - "Nun machen Sie schon, Doktor!" hauchte ich ihm ins Ohr, als er sich mir mit der Spritze näherte, "Geben Sie´s mir! Die volle Ladung!", und ich stöhnte auf, lustvoll, als er mit der Nadelspitze endlich meine Vene gefunden hatte -
    "Herr Doktor!" flüsterte ich, an ihn geschmiegt, "Ich fürchte, meine Silikonimplantate sind verrutscht! Könnten Sie vielleicht -?!"
    Und ich fasste, ungeachtet seines entsetzten Widerstrebens, seine schmale, feminine Hand und presste sie auf meine großen, schönen Brüste, während ich ihm mit der Linken einen liebevollen, erotischen Klaps auf seinen reizenden, knackigen Po versetzte - im nächsten Augenblick erhielt ich einen so dermaßen wuchtigen Kinnhaken, dass ich sofort vom Operationstisch hinunterflog -
    Dr. Rosenschön stand zitternd vor mir, die feinen, schlanken Finger an die pochenden Schläfen gepresst:
    "I-ich kann nichts dafür!!" stotterte er hysterisch, in absoluter Panik, "E- es ist ein Reflex!! Ich - bin in einem - katholischen Stiftsgymnasium zur Schule gegangen!! Muss ich - noch mehr sagen?!?"

    "Ich brauche sofort einen Termin!" befahl ich indigniert, über diese zutiefst inferiore Pute und ihre dummen Bemerkungen elegant hinwegsehend, "Und zwar bei Dr. Mabuse, wenn ich bitten darf!"
    "Dr. Mabuse ist auf Urlaub."
    "Was?!?"
    Ich glaubte, nicht recht zu hören - was erlaubte sich diese fettsträhnige, specknackige Nudel da zu sagen?! Das war ja eine Katastrophe!
    "Und Dr. Crippen operiert heute schon die dritte Leich - äh, pardon! Patientin, wollte ich sagen, und hat noch vier vor sich, der ist leider komplett ausgebucht! Aber Dr. Brinkmann hätte noch ein Plätzchen frei, wenn Sie wollen - "
    Dr. Brinkmann? dachte ich pikiert, dieser alte Zausel?! Der musste ja mittlerweile weit über Sechzig sein und war dementsprechend sicher bereits halb blind! Verdammt!
    "Oder Sie wenden sich an unseren neuen, jungen Assistenzarzt, Dr. Rosenschön! Allerdings ist er erst frisch von der Uni gekommen und hat noch nicht viel Erfahrung - "
    Frisch von der Uni?! schoss es mir durchs Hirn, in genialer Schlussfolgerung, dann konnte der Junge ja höchstens Achtundzwanzig sein!
    "Doch, doch, den nehme ich!" jubilierte ich, mein verführerisches, blendendweißes Lächeln aufsetzend, dank mehrmaliger Zahnregulation, "Und für die nötige Erfahrung werde ich schon sorgen!"