Beiträge von kaloubet

    Naja, mit Marie de Chevreuse agiert er sehr charmant. Ich finde, da wirkt er gar nicht wie jemand, der schlechte Erfahrungen gemacht hat. Allerdings ist die Szene (leider) sehr kurz und hat, abgesehen von ihrem Besuch außerhalb des Buchs, keine Folgeszenen, also kann man da schlecht generalisieren. Im VdB denkt er kaum noch an Mylady, mir wäre grad keine Szene parat, in der ihre Erinnerung heraufbeschworen wird. Höchstens indirekt via Raoul. Also denke ich, dass er zwar nicht vergessen hat, aber die Erinnerung ein wenig verdrängen konnte.

    2Times: Das mag sein. Er hatte ja generell vor seinem Sohn viele Geheimnisse, ob er ihm das mit dem Trinkern erzählt hat, halte ich auch für fraglich. Dennoch muss er ihm gebeichtet haben, dass er an ´Liebeskummer´ gelitten hat, und darüber weggekommen ist. Allein daran hätte sich Raoul orientieren können ...

    Nur ein kleiner Einwurf: Die Halsbandaffäre betraf Marie Antoinette und ist historisch, die Affäre mit den Diamantspangen hat - glaube ich - auch historische Hintergründe. Aber es sind zwei verschiedene Affären.

    Athos hat Raoul von Mylady erzählt, das sagt Raoul zu sich selbst, als er so richtig am Boden ist - ´mein Vater hat gelitten wie ich´, so was in der Art. Ich glaube nicht, dass sich Raoul in irgendeiner Weise von Athos hätte beeinflussen lassen, höchstens durch ein Verbot. Er wäre dann nicht nach Afrika gegangen, hätte sich aber wie eine Pflanze ohne Wasser eingehen lassen, das ist es ja auch, was Athos befürchtet. Das ist egoistisch, ja, aber andererseits zwingt Athos niemand, seinem Sohn zu folgen. Er macht das, weil er nur für und durch ihn lebt - und ob das so gut ist, in seinem Alter, sei mal dahingestellt. Aber dass es unglaublich schwer ist, für einen Vater, nach dem Tod seines Sohnes weiterzuleben, ist auch klar. Dumas hat sich da ja selbst reinprojeziert, er hatte auch immer furchtbar Angst um Alexandre, seinen Sohn.

    Ah, prima! Genau die meinte ich. Der arme Kerl ist auch noch mit der Gicht geschlagen. Die Stelle vorher ist auch klasse, als Porthos erzählt, wie er seine Stiefel anzuziehen versuchte und dabei Geschirr und Möbel zu Bruch gingen ^^

    Am ehesten sähe ich Athos oder Aramis mit einer gewissen - nennen wir es Bedenklichkeit - gegenüber bas de gamme Lebensmitteln. Ich würde beide als Feinschmecker sehen, nicht so sehr bio, aber ... wie heißt das? Low Foot? Also jemand, der auf gutes Essen achtet. Aramis noch mehr als Athos, der sicher auch mal fähig ist, das Essen ganz zu vergessen. Aramis jedoch achtet nicht nur auf seine Linie, sondern auch auch das, was er ihr zuführt.
    PAstis ist Anisschnaps, ja. Ich mochte ihn nie, aber seit einger Zeit komme ich auf den Geschmack.

    Melde mich aus den Ferien zurück ;) - auf die Frage, ob die vier zwischen VAA und VdB noch Kontakt haben, kann ich auch keine befriedigende Antwort geben, meines Wissens und Erinnerns steht da nix im Buch. Was in Bezug auf Freundschaft allerdings interessant ist und klar aus den drei Büchern hervorgeht, ist das Altern der Protagonisten und ihrer Haltung zu Freundschaft. Im ersten Buch laufen sie sich nach wie Schatten, das ist eindeutig ein sehr jugendliches Verhalten. Peer Group sozusagen. Dann wird jeder erwachsen und geht seine eigenen Wege, die führt in verschiedene Lager. Einige stellen die Freundschaft über die Parteien (Porthos/Athos), andere haben damit mehr Mühe (Aramis/d´Artagnan), aber letztendlich führt sie das Abenteuer wieder zusammen. Doch im 3. Buch gibt es keine Stelle, an der die vier zusammen agieren, ja zusammen sind. Freundschaft besteht, aber nur getrennt, nur zu zweit (D´Artagnan/Athos in England, Aramis/Porthos). Wobei man sich fragen kann, ob Aramis gegenüber Porthos sehr freundschaftlich handelt ... Und d´Artagnan verfolgt gar seine Freunde. Im Grunde ist das doch ein Scheitern der Freundschaft, denn hätten alle vier gemeinsam gehandelt, hätten sie es vielleicht geschafft, Philipp auf den Thron zu setzen. Alleine müssen sie scheitern ...

    :P Maulwurfterrier :D - eine Kreuzung zwischen Jagdhund und Dalmartiner, zumindest sah es so aus. Sie hatte schwarze Flecken auf weißem Fell und einen kräftigen ... sehr kräftigen Körper. Nichts, was irgendwie nach zu Fressen aussah oder roch, war vor ihr sicher. Bei einer Preisverleihung hat sie auch mal das Kuchenbüffet abgeräumt, allerdings nicht alleine, sondern mit Hilfe des zweiten Hundes desselben Freundes. Sie zogen am Tischtuch, bis die Kuchen auf den Boden fielen und dann auf sie mit Geschlabber :S .

    :thumbup: Müllkübel :thumbup: - ein guter Bekannter hatte mal ´ne Hündin, die hat der Müllabfuhr aufgelauert. Wenn es Zeit war, die Müllkübel auf die Straße zu stellen, musste er tierisch aufpassen, denn wenn sie ihm entwitschte, dann warf sie im ganzen Viertel die Mülleimer um und wühlte sie durch. Hat ihn in der Gegend ein wenig unbeliebt gemacht :whistling: .

    Ja, ich geb´s zu, der d´Artagnan der drei Musketiere WAR ein Frauenheld. Ich habe immer eher die älteren Herren im Blick, liegt vermutlich daran, dass ich mich mit ´Brisez les chaînes´ dauernd in diese Zeit reindenke. Denn danach, also als er mit Madeleine verbandelt ist, da kann man nicht mehr von Frauenheld sprechen, finde ich. Er ist doch mehr an Tisch und Bett als an der Frau interessiert. Da ist Athos ja galanter ;) .
    Aramis: Jep, in die Richtung. Brisant ist in Frankreich grad die Atomkraftdebatte :pinch: . Da ist es ähnlich wie mit der Kirche ´und sie bewegt sich doch?´ - die Hoffnung stirbt zuletzt.
    @all: Es macht wirklich Spaß, die Helden in die Gegenwart zu versetzen, anscheinend basteln wir grad alle ein wenig dran rum - wieso auch nicht, da kann man so schön von der Leber weg schreiben und muss nicht lange rumrätseln, ob es nun zu der Zeit schon Kaffee gab oder nicht.

    Das würde eher zu Aramis passen. Ich bleib dabei, für mich ist d´Artagnan nicht der Frauenheld, Aramis viel mehr. Aber für d´Artagnan ist mir ein genialer Beruf eingefallen: Umweltaktivist. So in Richtung Greenpeace ... Oder aber, noch dichter am Buch, Athos und Aramis kämpfen für irgendeine edle Umweltgeschichte - Umweltaktivisten tragen ja heutzutage zum Glück nicht nur noch Birkenstock und Selbstgewebtes - und d´Artagnan, im Auftrag der französischen Regierung, versenkt mal eben die Rainbow Warrior. Dann wird er umgedreht ...

    Das ist ja das Problem: AUf Deutsch kann man das so oder so ausdrücken, bis hin zum Siezen *grausig*, auf Französisch gibt´s nur eine Version - oder halt eine gekürzte. Und der Text wirkt wirklich anders, ich habe beide Versionen gelesen, auf Deutsch wird der Text verzerrt.

    @duchesse: Stimmt. Das mit Fouquet war ein Fehler, war schlecht geplant. Im Übrigen macht er auch den Fehler, und der ist in meinen Augen noch viel schlimmer, Porthos nicht reinen Wein einzuschenken. Dennoch finde ich den Plan an sich gewagt und bis zu einem gewissen Grad durchaus positiv, so wie 2Times schon sagte.
    D´Artagnan verhält sich linientreu, als Soldat, der er ist. Er kannte Philipp nicht, hat deswegen kaum Mitleid, er ist sozusagen die Exekutive ... und da der historische d´Artagnan genau so gehandelt hat, waren Dumas da die Hände gebunden. Dass das kein großmütiges, selbstloses Verhaten ist, ist klar. Aber warum hätte er ihm helfen sollen? er war sicher nicht der erste Gefangene, den d´Artagnan verhaften ließ, manchen drohte mit Sicherheit der Tod ...

    Aramis: Porthos im Restaurant? Denkst du an den Film mit Depardieu? ;) Irgendwie ... irgendwie, wenn ich an eine abgespeckte Variante von Porthos denke, also einem Porthos, der nicht das große Los in Form einer reichen Witwe gezogen hat, dann könnte ich ihn mir auch gut auf dem Bau vorstellen, Sixpack inklusive. Aber ein Vorarbeiter, schon so was Besseres, der aber gern mit seinen Muskeln glänzt und nebenher noch so einiges am Laufen hat. Nicht unbedingt Zweibeiniges ;) , aber durchaus was, was ihm die Kohle für die geile Karre beschafft, die er fährt.
    D´Artagnan in einer Bank? Da ist er zu gewitzt, finde ich. Eher Polizei. Oder was draußen, Förster oder so. Was die Frauen angeht - ich weiß nicht, aber er ist doch eher der Typ: Eh, ich schaff´s Geld ran, du hälst das Bett warm und groß diskutieren brauchen wir nicht. Nach Constance hat er sich ja nie wieder wirklich an eine Frau rangemacht, er begnügt sich aus pragmatischen Gründen mit Madeleine und das war´s ...

    @Alienor: Porthos ist bei Mme Coquenard nicht uneigennützig, das stimmt. Aber ehrlich, sie müsste ihn doch durchschauen, so plump wie er das anfängt. Da kann man ja nicht wirklich von ´Hintergehen´ sprechen. Und eine Ehe mit ihr dürfte Strafe genug sein ;) .
    @Astrid: D´Artagnan ist Soldat. Er folgt Mazarin, aber er hat nicht wirklich eine Wahl, es ist einfach sein Job. Immerhin wirft er am Ende alles über den Haufen und folgt Athos und Aramis, obwohl er weiß, dass er sich damit in Ungnade bringt. Ich finde ihn im VdB großartig, er hilft Athos, als dieser fast in die Bastille geworfen wird, und er würde Portos und Aramis helfen - wenn er könnte. Als er in Belle Ile erkennen muss, dass ihm das Kommando entzogen wurde, das ist heftig. Er hätte alles versucht, aber Louis war stärker ...
    Als ich nach der Stelle gerade gesucht habe (findet sich in ´suite des idées du roi et des idées de M. d´Artagnan´) musste ich Porthos´Tod noch einmal lesen ;( . Zumindest ´épitaphe de Porthos´ - kein Zweifel, er ist ein Held:
    Digne Porthos ! né pour aider les autres hommes, toujours prêt à se
    sacrifier au salut des faibles, comme si Dieu ne lui eût donné la force
    que pour cet usage ;

    Aramis: Die Beschreibung der armen Chevreuse ist wirklich fies. Sie bettelt Aramis ja regelrecht an ... aber Aramis´Zähne blitzen auch nur noch im Licht ein wenig, auch an ihm nagt der Zahn der Zeit ;) Aber Dumas ist wirklich nicht nett mit den Frauen, Constance bringt er um, Mylady ist nur schlecht und die Chevreuse ... tjaja :S

    :D Sich selbst Therapieren? Jep, aber vor allem in den 3M. Danach eigentlich nicht mehr ... ok, weniger. Was mich drauf bringt: Diese Diskussion bezieht sich wohl eher auf VAA und VdB, denn wollte man z.B. die Automarken ihrer Jugendzeit diskutieren, dann stünden vor allem Schrottlauben zur Debatte, die mangels Benzin eh stillgelegt wären. Wenn man nicht gar zum Solex greift, was auch was hätte. Aramis mit fliegenden Frackschößen auf einem Solex? :P Ein Beruf für Athos? Schwierig. Ein Aristokrat sollte sich nicht mit so banalen Dingen wie dem Geldverdienen abgeben müssen. *Seufz*, diese modernen Zeiten ;) . Arzt finde ich schwierig, weil man da den Patienten so schrecklich nah kommen muss, Zahnarzt geht gar nicht, andern Leuten in die Mundhöhlen schauen, grausig. Das ist zu ... derb? Psychater wäre mir zu vergeistigt, zu abgehoben und zu sehr am Wohlergehen - oder auch nicht - der anderen interessiert. Athos gibt grundsätzlich keine Ratschläge, das ist irgendwie eine komische Ausgangsbasis. So nach dem Motto: therapieren sie sich mal selbst ;) . Wie wär´s mit Antiquitäten ... ich wage kaum das Wort ´händler´ dazuzuschreiben, denn das passt nicht. *Nehmen Sie die Truhe ruhig mit, das mit dem Bezahlen - welch unschönes Wort - werden wir dann sehen*. Nein, er wäre ständig pleite. Aber ein ererbtes Vermögen, das es ihm erlaubt, ein wenig mit Kunst und Antiquitäten zu handeln, eher im Sinne eines Sammlers? Die noble Villa müsste ein wenig was morbides haben, ein wenig heruntergekommen sein. Nicht zu sehr, aber doch so, dass sie nicht mehr neu aussieht. Ein altes Schlösschen auf dem Land, ein wenig heruntergekommen, aber durchaus mit Geschmack und vielen alten Möbeln - und einigen wenigen modernen - eingerichtet. Dazu passt dann der Jagdhund :P .