Beiträge von Percy

    Das ist wirklich interessant und passt zu der Stelle in "Twenty Years After", über die ich vor kurzem gestolpert bin: Kapitel XLIV Again a queen who asks aid.



    D'Artagnan stellt Athos und Aramis für ihre Reise 50 Louis (ich denke, das sind Louis d'Or) zu Verfügung.


    Porthos seinerseits gibt Aramis und Athos 200 Pistolen (mit dem Hinweis, er hätte daheim auf seinem Schloss noch die bescheidene Summe von 20.000 Livres in Gold - war schon immer bescheiden, unser Monsieur du Vallon de Bracieux de Pierrefonds :rolleyes: ).



    Nun die Umrechnung (ich führe oben gesagtes zusammen 1 Louis d'Or = 2 Pistolen; 1 Pistole = 10 Livres; 1 Livres = 30 Euro in heutiger Zeit):


    1.) D'Artagnan gibt 50 Louis d'Or = 100 Pistolen = 1000 Livres. Umgerechnet in Euro sind das 30.000 Euro. (Schockschwerenot!)


    Diesen Betrag bekam er übrigens auch am Anfang des Romans von Mazarin um seine Reise zum Auffinden seiner Freunde zu finanzieren und bewertete die Summe als gering verglichen mit der Freigebigkeit von Richelieu.


    2.) Porthos gibt 200 Pistolen = 2000 Livres. Umgerechnet in Euro = 60.000!!! (Und hat noch 600.000 Euro zu Hause rumliegen..... 8|


    Athos und Aramis haben also Reisegeld von 90.000 Euro zur Hand!!! Um Himmels Willen!!!



    Kann das sein??? Reiste man damals sooo teuer?


    Gut, ich kann nachvollziehen, daß D'Artagnans Marotte, Pferde zu Tode zu reiten, ein wenig kostspielig ist, besonders, wenn man Wert auf ein hochwertiges Reittier legt... :D



    Also, wenn ich so viel Geld zur Verfügung hätte und es meinen Freunden in bar mitgeben könnte..... Ich bin mittlerweile überzeugt davon, daß unsere Herren Musketiere sogar noch schlechter mit Geld umgehen können als ich. (Besonders ein gewisser Monsieur D'Artagnan. Porthos ist ja durch seine Heirat mittlerweile finanziell fein raus.)



    Bin gespannt, was ihr dazu sagt. Ob die Rechnung so korrekt ist?



    Grüße



    Percy

    Na, das ist ja interessant:


    Besagte Bertelsmann-Ausgabe (Datum unbekannt, Illustrationen von Gerhart Kraaz) zensiert die Stelle.


    Mittlerweile ist mir eine wesentlich ältere Ausgabe aus dem Axel-Juncker-Verlag Berlin mit Gravüren von Huyot nach Bildern von Maurice Leloir (Datum ebenfalls unbekannt, alte Schrift) in die Hände gefallen: da steht die Stelle drin:


    D'Artagnan wird von Grimaud sogar als freche Dirne angesprochen :D ;(


    Grüße



    Percy

    Als Neuling in diesem Forum reizt es mich bei diesem schönen Thread sofort, auch etwas beizutragen.


    Meine Lieblingsstellen sind folgende:



    1.) "Die drei Musketiere":



    - D'Artagnan handelt sich die drei Duelle mit Athos, Porthos und Aramis ein. Besonders herrlich ist sein vorlautes Mundwerk gegenüber Porthos. (Wie der Altlateiner sagt: Si tacuisses..... Wenn du geschwiegen hättest....) :rolleyes:



    - Die leider in meiner deutschen Ausgabe nicht mitübersetzte Stelle, die beschreibt, wie D'Artagnan in Frauenkleidern durch Paris hastet und bei Athos "einfällt", was sogar diesen zum Lachen bringt. Ich frage mich, warum so was nicht mitübersetzt wird. Ob die Übersetzer Angst haben, man könnte den Helden weniger männlich finden? ?( Habe diese Lücke jedenfalls mit einem englischen Online-Text geschlossen.



    - Die Freunde schreiben den Brief, der Buckingham das Leben retten soll. D'Artagnan weigert sich schließlich, "unter Zensur" seiner Freunde zu schreiben, weil sie ihn dauernd wohlmeinend verbessern. Schließlich übernimmt Aramis den Part mit wunderbarer Rafinesse.



    2.) "Twenty Years After" (ja, ich habe eine schreckliche deutsche Übersetzung weggelegt und lese gerade die Ausgabe im Oxford Verlag, wirklich schön geschrieben):



    - D'Artagnan eskortiert Rochefort aus der Bastille zu Mazarin und fällt ihm, allein mit ihm in der Kutsche, tatsächlich um den Hals vor lauter Wiedersehensfreude. Im Laufe des Gesprächs fragt er dann:


    "You know we are good friends?"


    "Egad! I bear the marks of your friendship - three cuts of your sword!"



    - Die Szene, als der eher kleine D'Artagnan den riesenhaften Schweizer Freund seiner Vermieterin hinauswirft. Heiraten wollte er sie nicht, aber einem anderen überlassen, verletzt wohl seine Eitelkeit! 8)



    - Athos' Abenteuer mit Marie Michon....



    - D'Artagnans "Überredungskunst", als der Sergeant am Gefängnis ihm keine Auskunft über die Fluchtrichtung von Monsieur de Beaufort geben will. Getoppt wird dies ein paar Zeilen weiter, als sie von einem verschlossenen Tor aufgehalten werden, durch den simplen, trockenen Satz: But now the duke had escaped, the concierge had thought it proper to double-lock the gate. He had to be obliged to open it as the sergeant had been forced, and that caused a loss of ten minutes more."



    - Kurz bevor D'Artagnan und Porthos Beaufort einholen können, bricht D'Artagnans Pferd tot zusammen:


    D'Artagnan uttered a terrible oath.


    "Does Monsieur wish for a horse?" said Mousqueton.


    "Pardieu! Do I wish for one! cried D'Artagnan.


    "How the devil come you to have two led horses?"


    "Their masters are dead; I thought they might be useful, and took them."



    - Das erste nächtliche Aufeinandertreffen der vier Freunde.



    - Das Treffen auf der Place Royale.



    So, und weiter muß ich jetzt erst mal schmökern.



    Percy