Beiträge von Percy

    Interessante Frage.


    Betreffend Athos Naivität und Vertrauen kann ich nur zustimmen.


    Dazu muß ich jetzt etwas weiter ausholen:



    Was mich besonders fasziniert an den Musketieren ist das Prinzip der Vier, das "Kleeblatt". Vier scheint eine Art magische Zahl zu sein (4 Elemente, 4 Himmelsrichtungen, 4 Jahreszeiten...), Symbolik zu Hauf.


    Ich meine, es gibt sogar ein Buch, das diese Symbolik untersucht (D'Artagnan und die Urteilstafel). Ich habe es noch nicht gelesen, der Kontext handelt ungefähr davon, daß drei durch einen dazukommenden vierten erst vollständig werden.


    In dem Unternehmen, bei dem ich arbeite, wird mit "Insights" bei der Mitarbeiterführung gearbeitet.


    Mich fasziniert dieser Ansatz bis heute.


    Mittels "Insights"-Analyse lassen sich die Persönlichkeiten in verschiedene Typen einordnen.


    Hier eine grobe Gliederung (wohlgemerkt nur grob!):


    Es wird unterschieden in extrovertierte und introvertierte Typen, in kopfgesteuerte und bauchgesteuerte Typen.


    Stellt euch einen Kreis vor, der senkrecht und waagerecht unterteilt wird. Man erhält vier Quadranten:


    Oben links: der introvertierte Kopftyp (Blau) Oben rechts: der extrovertierte Kopftyp (Rot)


    Unten links: der introvertierte Bauchtyp (Grün) Unten rechts: der extrovertierte Bauchtyp (Gelb)



    Das Prinzip basiert darauf, herauszufinden, welchem Typus die Mitarbeiter zuzuordnen sind, um sie bestmöglich zu fördern und ihre Potentiale optimal zu nutzen. Jeder Typ hat Stärken und Schwächen, keiner ist besser als der andere, ein funktionierendes Team benötigt alle vier Typen, um zur optimalen Entfaltung zu gelangen.


    Ich beschreibe jetzt die vier Typen, und ordne sie passend den vier Musketieren zu:



    Rot: "Der Direktor"


    "Wo ich bin ist vorne!", Anführer, dominant, pragmatisch, zupackend, ein "Macher", wird schnell ungeduldig, manchmal "die Axt im Walde", will Macht, Ehre, Geld



    Gelb: "Der Inspirator"


    "Das Leben ist eine große Party, ich bin everybodies darling!" lebenslustig, will viele Menschen kennenlernen, sympathisch, legt Wert auf das, was "in" / modisch ist, oft auf Äußerlichkeiten fixiert, "Sonnenschein" mit positiver Ausstrahlung, neigt zur Oberflächlichkeit und zum Materialismus



    Blau: "Der Beobachter"


    "Ich denke also bin ich." Forscher, analysiert jeden Sachverhalt, sehr sachlich, nüchtern, erscheint manchmal kalt und berechnend. Intellektuell, eher verschlossen, kalkuliert Risiken gründlich durch.



    Grün: "Der Unterstützer"


    "Ich baue auf Vertrauen." Zurückhaltende Persönlichkeit, öffnet sich erst, wenn er Vertrauen gefaßt hat - was lange dauern kann. Will nicht nur Argumente für den Verstand, sondern möchte fühlen, daß er jemandem etwas bedeutet (und umgekehrt) und er dadurch Vertrauen haben kann. Hat er jemanden ins Herz geschlossen, bleibt er ihm / ihr lange (immer?) treu. Ruhender Pol, neigt zur Langatmigkeit und Entschlußlosigkeit.



    Na, habt ihr sie erkannt?


    Klar:


    Rot = D'Artagnan


    Gelb = Porthos


    Blau = Aramis


    Grün = Athos



    Dieses Insights ist endlos interessant. So können sich beispielsweise gegenübergesetzte Typen ergänzen oder zur Weißglut treiben:


    Rot und Grün - D'Artagnan und Athos


    Gelb und Blau - Porthos und Aramis



    Ich selbst bin im Insights ein knallroter Typ (wer hätte das gedacht...), daher kann ich mich so gut mit D'Artagnan identifizieren. Grüne Typen machen mich manchmal wahnsinnig. Wenn ich sie etwas frage und sie noch über die passende Antwort nachdenken, frage ich bereits ungeduldig weiter. Allerdings sind sie, wenn man sie als Kunden gewonnen hat, die treuesten Kunden. Mit dem Gelben kann man sich herrlich amüsieren, der Blaue hilft bei analytischen Fragestellungen.



    Jeder hat übrigens kleine Anteile der anderen Farben in sich.



    So, schnell abschicken. Bin gespannt, was ihr dazu sagt.



    Percy

    Au ja, mach das! Aramis en confession oder so was. er kann sich ja d´Artagnan oder Athos anvertrauen, weil er in einer moralischen Zwickmühle steckt - oder allen? Wäre auch interessant ;)



    Soso, d'Artaganan oder Athos.......


    Dem armen Porthos vertraut sich wohl keiner an..... :D


    Obwohl Porthos ja eigentlich derjenige ist, der Aramis am nächsten steht.


    Ich kann mir allerdings das Lachen gerade nicht verkneifen, wenn ich mir vorstelle, wie Aramis, peinlich berührt und in einer äußerst diffizilen Zwickmühle, Porthos das Problem anvertraut und dieser es womöglich gar nicht als Problem ansieht (Szenario, wie Aramis unter Porthos überschwänglichen Gratulationen beinahe verendet..... -aufschulterhau undzusammenbrech--- :thumbsup: ). Porthos kann so herrlich "polterig" sein!!


    Grüße



    Percy

    Coole Bilder!


    Die schwarzen Stiefel sind ja der Oberhammer! Und bequem sehen die auch noch aus!


    Wo gibt's die bitte? 8)


    Die Darsteller sind auch nicht schlecht, zumindest sofort überzeugt hat mich der Kardinal. Unheimlich präsent!


    Und Athos sieht endlich mal gut aus. Was man vom "tränensackbehängten" Aramis leider gar nicht sagen kann. Und wer keinen vernünftigen Bartwuchs auf die Reihe bekommt, sollte die paar Fusseln am Unterkieferwinkel auch wegrasieren...... 8|


    Logan Lerman ist und wirkt zwar recht jung, aber D'Artagnan war ja tatsächlich erst 18, als er nach Paris ging. Und wenn Logan's Fechtkunst hält, was die Schwertkampfszenen in "Percy Jackson" versprechen, wird das bestimmt ein rasanter Film!


    Grüße


    Percy


    P.S.: Ich mußte so lachen: Stereotype bei den Darstellern gibt es ja überhaupt nicht...... offensichtlich ist allerdings, daß der Comte de Rochefort ausschließlich auf schwarzen Pferden reiten kann (wie jeder neue Film beweist.....). Wahrscheinlich fällt er von Pferden anderer Farbe einfach runter??? Oder das Pferd bricht zusammen??? ^^

    Zum Thema Größe: Im Text steht im Englischen: "The Swiss was six feet tall,; D'Artagnan was little more than five." Und die Fußnote gibt die Info: "The French foot (le pied du roi) was the equivalent of 12,8 English inches. In British terms, D'Artagnan was about 5 feet 6 inches tall, which was average for the period. The Swiss (borrowed from the Captain Straatman who marries the innkeeper's widow in Courtilz's pseudo-Memoirs of D'Artagnan, i, chapter 4) measured 6 feet 4 inches, which was also the height of Porthos "the giant"."


    Wow, dann ist Porthos ungefähr stattliche 1,90 m groß!


    Porthos und D'Artagnan zusammen sieht dann wahrscheinlich so ähnlich aus wie Asterix und Obelix...... :thumbup:



    Im Englischen ist kein Schweizer Akzent übersetzt worden.



    In meiner deutschen Übersetzung hat sich der dämliche Übersetzer hier sogar Mühe gegeben:


    Als D'Artagnan von Madeleine erfährt, daß der Schweizer sie ehelichen wird, "mengte sich der Schweizer ein: "Waas isch denn das fyrr Sie von Wi - ch - ti - ch - keijt?"


    "Daas isch myrr wirkli - ch wi - ch - ti - ch!" äffte D'Artagnan nach. "Ohne meine Zustimmung können Sie Madame nicht heiraten. Außerdem---"


    "Spre - ch - en Sie!"


    "Außerdem gebe ich sie nicht her."


    Der Schweizer lief an wie ein Löschblatt voller roter Tinte. Er trug im schroffen Gegensatz zu D'Artagnans schlichter Musketierkleidung eine goldstrotzende Uniform. Zudem war er um einen Fuß größer als der Gascogner. D'Artagnan schien ihm ein Störenfried seiner Häuslichkeit zu sein.


    "Ma - ch - et Sie, daaß Sie vom Fleck - ch komme! Grüßi! Grüßi!! schrie er und stampfte mit dem Fuß auf, wie einer, dem es über die Hutschnur geht.


    "Ich denke gar nicht daran!"


    (Schnitt - D'Artagnan schlägt ihm vor, seine Sachen zu packen und zu gehen.)


    Der Schweizer lachte wie ein Echo seiner heimatlichen Berge.


    "I - ch soll dafoon? Daß i - ch ni - ch - t la - che!"


    "Ich bemerke, daß Sie französisch parlieren. Kommen Sie, kommen Sie, wir wollen ein wenig spazierengehen. Ich werde Ihnen alles Nähere sagen."



    Ah, herrlich arrogant, wie D'Artagnan ihn hochgestochen abfertigt. Ich gestehe, daß ich das vor kurzem mit einem anderen Kerl auch gemacht habe. Ich als Altlateiner habe den Begriff "coram publicum" (bedeutet: in aller Öffentlichkeit, vor Publikum) fallenlassen und ihn dann einfach stehenlassen, während er noch überlegt hat, was ich gemeint haben könnte..... LOL! 8)


    Bin übrigens auch nur D'Artagnan-groß..... (1,64 m) - wie gesagt, die Kleinen sind immer die Frechsten! :cursing:


    Und: Größe hängt nicht von Länge ab!


    Grüße


    Percy

    Haha, ich merke gerade: Das Thema D'Artagnans Körpergröße paßt ja herrlich zu meinem Avatar!!! :D


    Wenn er etwas kleiner oder die Uhr etwas höher gewesen wäre, hätte das mit dem Alibi mit Monsieur de Treville finster ausgesehen!!! LOL! 8) :)

    Der "Kommißstiebel" bei mir steht in der Übersetzung von Hans Hömberg, Peter J. Oestergaard Verlag, Berlin 1930. Hier darf D'Artagnan seinen Freunden noch nicht einmal um den Hals fallen, geschweige denn, ein Tränchen verdrücken. Offenbar paßte so was nicht ins damalige Männerbild. Seine Größe wird vorsichtig mit "nicht überragend groß" übersetzt, während die englische Übersetzung ganz klar sagt "of small but well-shaped figure", und die Fußnote bei der Auseinandersetzung mit Madeleines Schweizer gibt seine Körpergröße mit 5 feet 6 inches, also ca. 1,65 m, an. Jaja, die kleinen sind immer die Giftigen, da kann ich ein Lied von singen.... :thumbsup:


    Ich wußte gar nicht, daß Viggo als Aragorn in Herr der Ringe eine Perücke trägt. Ich dachte, es sind seine eigenen Haare, evtl. etwas dunkler getönt / gefärbt. ?(


    Und: Ja, er hat das Pferd aus Herr der Ringe gekauft, genauso wie das Pferd aus Hidalgo!


    Grüße


    Percy

    Ah, Viggo Mortensen als D'Artagnan in "20 Jahre Später"....... nicht schlecht. Kann ich mir gut vorstellen. Und daß Viggo "was hochadeliges" in Herr der Ringe hatte, steht außer Frage. Jetzt muß ich noch schnell eine Lanze...äh, einen Degen für D'Artagnan brechen: Auch unser Gascogner hat edle Charakterzüge, nur werden sie oft etwas in den Hintergrund gerückt von den beiden "gegensätzlichen Seiten", die seinen Charakter ausmachen (so ähnlich hat es Dumas in Die Drei Musketiere und 20 Jahre später beschrieben). Und Athos hat ja nun auch nicht nur edles an sich: Die Gattin aufhängen würde ich nicht als edel bezeichnen, und sich in einem Weinkeller gleich mehrere Tage vollaufen lassen zeugt eher von Zügellosigkeit.... :D


    Dogtanianette, hast du etwa auch diese furchtbare Übersetzung von "Zwanzig Jahre später", die "complete trooper" mit "Kommißstiebel" übersetzt. In meiner Übersetzung wurde mir D'Artagnan so unsympathisch, daß ich mir das Buch in den Oxford Classics auf Englisch geholt habe. Hier war der Zugang zu unserem Freund leichter. 8) Französisch beherrsche ich leider nicht in dem Umfang, daß es zum Lesen reichte.


    Grüße


    Percy


    P.S.: An die Viggo Mortensen Fans da draußen: Kennt ihr den Film "Hidalgo"? Wer Abenteuer, Action, Pferde und Viggo mag, ist da richtig... :)

    Hallo,


    am 26. August (gestern!!!) sollen die Dreharbeiten in Bamberg begonnen haben. Na, vielleicht finden sich in ein paar Tagen einige interessante Set-Fotos.


    Bin schon gespannt.


    Gruß


    Percy :thumbup:

    Endlich, endlich habe ich das Musical gesehen!


    Tecklenburg war wirklich einen Besuch wert! Allein das Ambiente in dieser Burgruine. Wir saßen ziemlich nah an der Bühne, Reihe 6. So sah man auch noch was von den Gesichtern.


    Passend zur immer düsterer werdenden Geschichte dunkelte dann auch der Abend.


    Die Besetzung gefiel mir sehr gut.


    D’Artagnan und die Musketiere paßten wunderbar! Selbst Porthos rote Locken (echt?) waren passend.


    Mylady ... wow .... hier mal rothaarig. Absolut scharfes Gerät, um das mal so zu sagen. Kein Wunder, daß selbst der Kardinal nach ihr lechzt.


    Und der Kardinal wurde genau mit der richtigen Mischung aus Genie und Wahnsinn gespielt.


    Meine Lieblingsszenen:


    - Athos’ Lied „Engel aus Kristall“ – Faszinierend, wie er in einem Lied alles sagen kann, wofür Dumas ein ganzes Buch braucht. Ich höre das Lied ständig.


    - Porthos und Aramis helfen D’Artagnan, einen Reim auf „Constance“ zu finden. Ich hab gebrüllt vor Lachen!


    - Porthos (in Mönchskutte): „Toll, so viel Schlag hatte ich noch nie bei den Weibern!“ Aramis: „Was glaubst du, warum ich aus dem Convent geflogen bin?“


    - Der ständig mit Hingabe Brötchen futternde Porthos mit Aramis als Übersetzer, sobald er mit vollem Mund spricht


    - Die Gaukler zu Beginn des ersten und zweiten Aktes


    - Athos und Mylady in ihrer letzten Szene (schnief...)


    Etwas sonderbares bemerkte ich, als Athos vor seinem Lied „Engel aus Kristall“ erzählte, daß „ihre Haut samtweich war und nach Lavendel duftete“. Tatsächlich bemerkte ich, daß irgendwo in der Nähe eine Frau ein Lavendelparfüm trug.... Eigentlich mag ich den Geruch von Lavendel nicht, aber in dieser Situation fand ich ihn passend. So konnte man sich gut in Athos hineinversetzen.


    Insgesamt ein wirklich tolles Erlebnis. So was sollte man sich einfach häufiger gönnen!


    Grüße


    Percy

    So, habe fertig.... (grins).


    Meine Filmkritik zu "The Musketeer" ist eingefügt. (Unter Musketier-Verfilmungen, neuer Thread, da die Software / das Board / wasauchimmer meinte, der Thread wäre schon über 1000 Tage alt, ich sollte einen neuen anfangen.


    Nicht ganz ernst zu nehmen, aber doch sarkastisch genug. Himmel, ich habe den Film jetzt das zweite Mal gesehen und frage mich, wie kann man damit Geld verdienen! Schade um die vertane Zeit!

    Filmkritik „The Musketeer“
    Sehr veehrte Damen und Herren, hier nun Percy’s Filmkritik zu “The Musketeer”.In der Hauptrolle: DER HUT.Nachdem er bereits erfolgreich in Harry Potter – Verfilmungen als „Der sprechende Hut“ zu sehen war, schmückt er nun, allerdings nach einem leichten Facelifting, diesen Film.Der Hut ist ein absolutes Must-Have, denn nur mit ihm ist der vermeintliche Hauptdarsteller des Films in der Lage, schmollend darunter hervor zu lugen. Diesem kann man nur raten: „You can leave your hat on!“ Denn wie die Schlußszene beweist, ist der Darsteller kaum halb so gut aussehend ohne Hut – entsprechend wenig Damen fielen ringsum in Ohnmacht.Entbehrlich für die Handlung, jedoch aus unerfindlichen Gründen trotzdem im Film: Gewisse Personen mit Namen Porthos, Aramis und Athos.Kurz charakterisiert werden können sie wie folgt:Porthos: Das Resultat einer 6-wöchigen Mastkur im „Gasthaus zur Goldenen Möwe“ (Mc D....). Aramis: Das Resultat, nachdem obiger Herr ihm 6 Wochen alles weggefuttert hat. Stellenweise große Ähnlichkeit mit überdimensionierter Spitzmaus, keinesfalls gutaussehend, aber – und das versöhnt wieder – er hat ein Herz für Tiere.Athos: Das wandelnde Alkoholproblem, absolut überflüssig für die Handlung.Nebenbei gibt es noch einen geilen Onkel, der auch noch D’Artagnans Vermieter ist, eine den Musketier kuhäugig anschmachtende Nichte namens Francesca, die offenbar die Urlaubsvertretung für Constance sein soll, ein einäugiges Ungetüm mit leicht schwulem Touch namens Febre, in diesem Fall Krankheitsvertretung, nachdem der Comte de Rochefort bei den Dreharbeiten zum Film aufgrund des ihn umgebenden Dilettantismus einen Nervenzusammenbruch erlitten hat.Dann ein Planchet, der ein bis zwei Generationen übersprungen hat.Außerdem einen unscheinbaren, schwächlichen Greis, zu dessen Befreiung das Verlies mit Armagnac und (Finger weg, Athos) anderen alkoholischen Flüssigkeiten in die Luft gesprengt wird. Unwillkürlich stellt man sich bei der Betrachtung des schmächtigen Männleins die Frage: Hat sich das wirklich gelohnt oder hätten wir besser zurück in die Kneipe gehen sollen (ja, Athos, wir kommen gleich!). Nach Feststellung, daß es sich bei dem Männlein nicht um Rumpelstilzchen handelt, folgt die Erleuchtung: Es ist Monsieur de Treville. Oh Graus. Während er in den Romanen seine Musketiere verteidigt wie die Löwin ihre Jungen, rühmt er hier lediglich D’Artagnans Manieren, vor Betreten des Raumes anzuklopfen, verrät Febre Dinge über den Jungen, die er nicht wissen sollte und wird schließlich, bzw. „das, was von ihm übrig ist“ (Zitat Aramis) in durchgegartem Zustand entsorgt. War nicht schade drum.Die Handlung schleppt sich mühsam von Kampfszene zu Kampfszene, vergeichbar nur mit einem schlechten Pornofilm, der vorgibt, Handlung zu haben. Auch hier kann darauf gut verzichtet werden.Immerhin erfährt der Zuschauer, um die Bildung nicht ganz zu vernachlässigen, so fundamentale Dinge, wie beispielsweise, daß der holden Damenwelt, sobald D’Artagnan nackt aus dem Bett steigt, die Worte fehlen und die Augen aus dem Kopf fallen und er (! Ausgerechnet ER!!!) sie zur Ordnung rufen muß: „Dafür haben wir jetzt aber keine Zeit!“ So ein Weichei! Dafür wäre bei dem Tempo des Films auch noch Zeit gewesen!Schließlich überlegt der gequälte Zuschauer, daß eigentlich die Königin die toughste Person im ganzen Film ist, und dazu noch nicht einmal schwerkraftverleugnende Martial Arts braucht. Eine Kneipenschlägerei bekommt sie auch so angezettelt.Als sich gegen Ende die holde Francesca eine für die Königin bestimmte Kugel „einverleibt“, hofft der Zuschauer, unterstützt durch schwermütige Filmmusik und einen entsetzt herbeieilenden Hauptdarsteller, daß nun endlich die erhoffte „Constance-ich-liebe-dich“ Sterbeszene inszeniert wird und tatsächlich mal jemand um einen anderen eine Träne vergießt, aber: Nichts da: Kaum hat der Darsteller mit Hut seine Lippen zu einem letzten Kuß denen der vermeintlich Sterbenden genähert, flüstert sie ihm doch tatsächlich zu: „Ich werde überleben! Tötet ihn doch endlich!“ Na bravo, Stimmung weg, Hauptdarsteller erleichtert aufgesprungen und sich klar gemacht zum Show-Down. Feinde töten macht eh mehr Spaß als flennend den Tod der Geliebten zu beweinen.Insgesamt muß ich sagen, daß dieser Film mich nur irritiert. Die Interviews mit Darstellern und Regisseur sind ebenfalls sehr aufschlußreich. So meint der D’Artagnan-Darsteller, daß er mit dem Gascogner eigentlich nichts gemeinsam hat (Bitte??? Warum nimmt er so eine Rolle an?), der Febre-Darsteller verzieht sein Gesicht und meint, der Film wäre „...interesting to look at“. (Ja, in der Tat!) und der Regisseur ergeht sich in langweiligen Ausflüchten, daß schon sein Vater ihm gesagt hat, etwas besser zu versuchen als sein zu lassen. Daß bei einem gestarteten Versuch aber zumindest Herzblut mit dabei sein sollte, hat sein Vater ihm wohl vergessen, mit auf den Weg zu geben.Es gibt Filme, die kann ich immer wieder gucken. Dieser gehört definitiv nicht dazu!

    Na, zum Beispiel:



    Ich stelle hiermit zur Diskussion:



    Nach dem Genuß (...?...) des Films "The Musketeer" habe ich eine kleine, nicht ganz ernstzunehmende Filmkritik geschrieben. Wo soll ich sie einfügen? Hier im Forum bei dem entsprechenden Thread zum Film oder besser als Kurzgeschichte im Bereich Fanfiction? Ich tendiere eher zum Forum.



    Percy

    Hallo,



    da ich beruflich in den nächsten Monaten zahlreiche längere Autofahrten unternehmen werde, habe ich mir überlegt, unterwegs statt der üblichen Mainstream-Unterhaltung via Radio Hörbücher zu hören.


    Was mir vorschwebt, ist zum einen eine Hörbuch-Version der Drei Musketiere in Deutsch, ungekürzt (ganz wichtig, um die Feinheiten zu genießen), nicht zwingend ein Hörspiel und um Himmels Willen kein Kinder-Hörbuch.


    Zum anderen bietet sich mit einem Buch, das ich kenne, die gute Gelegenheit, meine Englischkenntnisse auch in gesprochener Sprache aufzumöbeln. Der Hit wäre ein englisches Audiobook, unabridged (ungekürzt), und natürlich auch keine Kinder-Version.


    Jetzt meine Frage: Hat einer von euch schon Erfahrung mit derartigen Hörbüchern? Könnt ihr bestimmte Ausgaben empfehlen, bzw. von anderen abraten?


    Wichtig finde ich persönlich auch die Stimme des Vorlesers, sie sollte schon zur Geschichte passen.


    Grüße



    Percy

    Du fragst, welche Ausgabe?



    Wenn du gerne English liest, dürfte die Ausgabe im Verlag der "Oxford World's Classics" mit über 1000 Seiten bestimmt recht originalgetreu sein. Ich selbst habe den Grafen von Monte Christo bisher nur in einer deutschen Ausgabe vom Bertelsmann-Verlag gelesen (offenbar gekürzt, da nur 600 Seiten), aber was ich bisher in Twenty Years After gesehen habe, sind die Übersetzer sehr nah am Original.



    Übrigens, falls du gerne nach antiquarischen Büchern stöberst, empfiehlt sich folgende Seite:



    www.abebooks.de



    Viel Spaß



    Percy

    Hahaha! Zum Baden!?!


    Das erinnerte mich spontan an eine amüsante Geschichte im Fanfiction-Archiv (ich glaube, da war sie), über die ich unlängst gestolpert bin.... Athos beim Baden, während seine drei Freunde durchgefroren vom Wachdienst bei ihm einfallen. Schließlich probiert D'Artagnan ebenfalls das Bad (im gleichen Badewasser wie Athos, allerdings ohne denselben ^^ ). Aramis findet die ganze Angelegenheit "unschicklich", woraufhin er von Porthos voll bekleidet zu D'Artagnan in den Zuber geschmissen wird. Herrlich, hab ich gelacht. :thumbsup:

    Meine Empfehlung: Unbedingt eine andere Übersetzung kaufen.



    Mir ging es bei "Zwanzig Jahre später" genauso. In der deutschen Übersetzung aus den 1930ern war mir D'Artagnan so unsympathisch, obwohl er mein Lieblingscharakter ist, daß ich beschlossen habe, die Oxford Classic-Ausgabe zu kaufen und ihm eine zweite Chance zu geben. Und siehe da: So unsympathisch war er plötzlich gar nicht mehr. Hier wurden seine Gefühlswallungen und Temperamentsausbrüche mitübersetzt (offenbar war so was in den 30ern für einen Mann zu "unmännlich"), was ihn gleich dem Leser näher brachte.


    Das grausigste an Übersetzung waren die Passagen, in denen D'Artagnan Aramis wiedersieht. In der Übersetzung wird Aramis total weibisch dargestellt. Er hätte "zarte Weiberhände" (in der englischen Übersetzung "lady's hands, wesentlich treffender und nicht herabsetzend) und seine Sprache...... einfach furchtbar plump, ohne Eleganz und eines Aramis unwürdig.



    Also: Neues Buch, neues Glück! ;)


    Wäre doch schade um den Graf von Monte Christo, so ein toller Roman!

    So, nachdem ich mir endlich "Der Mann in der eisernen Maske" auf DVD bei e-bay ergattert habe, nun auch mein Kommentar zum Film:


    - Musik: spitze!


    - Kostüme: Wo, bitte, kann man so eine tolle, schwarze (! wichtig, denn die wurde bekanntlich noch von richtigen Männern getragen, während die blaue...... Zitat D'Artagnan im Gespräch mit Athos... 8) ) Musketieruniform kaufen?


    - Besetzung:


    Jetzt kommts.


    - Porthos: Gerard Depardieu erinnerte mich darin ein bißchen an Obelix.... aber mal ehrlich: Obelix ist auch Franzose / Gallier, korpulent, gutmütig, für jede Prügelei zu haben und ein Freund für alle Lebenslagen. Passt zu Porthos. Die beiden könnten eigentlich zusammen ausgehen. :thumbsup:


    - Athos: Hm. Eigentlich dachte ich, zumindest nach der Beschreibung in "Twenty Years after", daß Athos schönes, langes Haar hat, vielleicht graumeliert, aber doch nicht soooo spärlich.... Na gut, Äußerlichkeiten. Dann habe ich den beherrschten, souveränen "Edelmann in jeder Lebenslage" vermißt. Athos hat es nicht nötig, laut zu werden. Er beherrscht brenzlige Situationen allein durch seine noble Präsenz. Dementsprechend war es unpassend, daß Athos D'Artagnan regelrecht anschrie, nur weil dieser seine eigene Meinung vertrat (das ist bei D'Artagnan ja nichts neues). Und die Todesdrohung.... naja, wenn Athos D'Artagnan wie einen Sohn liebt, wird er ihn wohl kaum mit dem Tode bedrohen. Aber Athos ist offenbar eine ausgesprochen schwer zu besetzende Rolle. Optisch gut fand ich den "Stummfilm"-Athos in der Verfilmung mit Douglas Fairbanks als D'Artagnan. Grausig und gewöhnlich war für mich Kiefer Sutherland (blond, kleine, verquollene Augen, zotteliges Haupthaar und ebensolcher Bart, mehr der Typ, der eine Kneipenschlägerei anzettelt....... sorry an alle Fans des Schauspielers). Ich möchte wirklich mal einen Athos sehen, dem man den Edelmann auf zweihundert Schritt ansieht, der geheimnisvoll-introvertiert ist, trotzdem Herzenswärme besitzt und dem selbst ein Besäufnis nichts von seiner Würde nimmt. Zusätzlich müßte er eine gewisse, "düstere" Aura besitzen, ohne direkt das Leid der Welt zu tragen.


    - Aramis: Jeremy Irons gefiel mir sehr gut in dieser Rolle. Selbst in diesem Alter sieht man bei ihm noch etwas von dem "mädchenhaft hübschen Aussehen" des jungen Aramis. Und besonders nett kontrastierend dazu seine Rauhbeinigkeit, seine stürmische Begeisterung bei der Umsetzung seines Plans (cool: Sein Aufspringen auf die fahrende Kutsche und lässige Unterhaltung mit Athos, während die Kutsche um diesen herum fährt.). Beide Seiten - der Kirchenmann und der Musketier - wurden überzeugend dargestellt. Auch Aramis' heftiges Temperament und seine Arroganz, das Geheimnisvolle, wurden gut dargestellt. ABER: Gemüse schneiden kann der Mann nicht!!! Wollte er die Möhren streicheln, kitzeln oder schälen.....? :rolleyes:


    - D'Artagnan: Gabriel Byrne ist der Beweis daß selbst ein Mann mit gebogener Nase verdammt gut aussehen kann. Und: Himmel - sind die Haare echt gewesen? Da kann die Damenwelt ja neidisch werden. Sein D'Artagnan gefiel mir gut, allerdings hätte ich mir noch etwas mehr "Gascogner" gewünscht: Also sein wohlbekanntes hitziges Temperament, seine kurze Zündschnur, sein vorlautes Mundwerk, das ihn gelegentlich in brenzlige Situationen bringt. ;) Ihr wißt, was ich meine! Solche Funken würden auch bei dem reiferen D'Artagnan den jungen Mann durchschimmern lassen. Würde ihm gut stehen und ihn noch sympathischer machen. Stellenweise ist er mir in diesem Film etwas zu "zahm".



    Tja - und seine Liebe zu Anna von Österreich..... nicht, daß ich es ihm nicht gönnen würde, aber ich muß doch lachen:


    "D'Artagnan hat seine Ergebenheit!" (O-Ton seiner Freunde)



    Yep, seine Ergebenheit geht sogar so weit, daß er seinem König Hörner aufsetzt!!! 8) :thumbsup: :P


    Glücklicherweise ist dieser König mittlerweile verstorben, wenn der rausbekommen hätte, daß D'Artagnan die Königin geschwängert hat..... oh, oh.... Allerdings finde ich es bemerkenswert, daß bei zwei eher dunklen Typen als Eltern zwei gold-blonde Kinder ohne jegliche Ähnlichkeit mit Vater oder Mutter das Licht der Welt erblicken. Sorry, nicht daß ich an deiner Zeugungsfähigkeit zweifeln würde, D'Artagnan, aber vielleicht gab es im Palast auch einen Milchmann oder Postboten.... :D



    - Louis / Philippe: Klasse Rolle, Leonardo spielt beide gut, aber für mich ist und bleibt er ein Milchbubi. Keine Ahnung, was manche Mädels an ihm toll finden... :sleeping: Aber man muß sich ja nicht mit ihm aufhalten. ;)



    Insgesamt ein unterhaltsamer Film, der das ewige Lied auf Ehre, Freundschaft und Heldenmut besingt. Das kommt nie aus der Mode und unsere Zeit braucht davon mehr denn je, wie ich finde!



    Percy



    "Welchen Kummer deiner Seele du auch ertränken willst, deine Bibliothek ist der beste Keller!"