Beiträge von La_Reveuse

    Ich hab schon Romane über Alienor gelesen, in denen sie von einem Bett ins andere rutscht, einfach furchbar

    Ja, sicher nicht schön. Ich kenne bisher nur den Roman von Tanja Kinkel, außerdem habe ich ein Taschenbuch (Sachbuch, kein Roman) über Richard Löwenherz, ihren Sohn, für den sie ja letztendlich wohl das Lösegeld zusammengebettelt hat, als der in Österreich gefangen lag.


    Aber - wie war sie denn wirklich? "Von einem Bett ins andere gerutscht" mag sie ja wohl nicht gleich sein, aber - der Zweck heiligt die Mittel! Und ich stelle sie mir in manchem fast so ähnlich vor wie Mylady: attraktiv, nicht dumm, gut erzogen, und skrupellos!
    Genaueres wird man vermutlich nicht über sie erfahren, ist doch zu lange her.

    Ein Freibrief!

    Na ja - nee - ganz so war das ja wohl nicht!
    Wenn man nicht "satisfaktionsfähig" war, dann stand einem einfach nur nicht das Recht zu, sich mit einem anderen (der s.-fähig war) nach den Regeln und standesgemäß zu duellieren.
    Vor einer kräftigen Tracht Prügel oder ähnlichen "Sanktionen" schützte das einen "Beleidiger" nicht! Nur vor Degen oder Pistole!

    Nein, die drei Musketiere (+ d'Artagnan) kommen in diesem Roman gar nicht vor.
    Und ja, es geht hauptsächlich um diesen CinquMars mit seiner Verschwörung.
    Und um die Liebelei zw. der Nichte des Kardinals und einem Hugenotten, der wunderbarerweise ein illegitimer Sohn des Kardinals ist. Von dem Richelieu aber bis dato nichts weiß.
    Um ehrlich zu sein, das Kolorit mag ja stimmen. Mir ist die ganze Geschichte aber doch etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
    Da ist die Lebensgeschichte der Eleonore von Aquitanien, wie T. Kinkel sie darstellt, schöner zu lesen.

    Was schreibt sie denn da?

    Nichts besonderes. Sie schreibt, dass ihr die Idee zu dem Richelieu-Roman kam, weil "die Schurkin der Drei Musketiere, Mylady de Winter, gehört zu meinen Lieblingsfiguren" . . . dann schildert sie, wie Athos erzählt, dass er durch den Zufall des Reitunfalles die Lilie entdeckte. Nun wieder Tanja Kinkel: . . . "Worauf er, ohne erst lange zu fragen, wie sie dazu kam, sie an Ort und Stelle beinahe erwürgte. Abgesehen davon, dass dies an Selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten ist - wieso brauchte er als ihr Ehemann erst einen Reitunfall, um ihre Schulter zu sehen?" . . .


    Ich nehme an, dass Alienor dies meinte.
    Nicht jeder ist eben ein Athos-Fan!


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    @Alienor de la Fère


    Der Roman von Tanja Kinkel, der Deiner Namensvetterin gilt, gefällt mir um Größenordnungen besser als dieser LaRochelle-Roman!
    Ich meine "Die Löwin von Aquitanien", da geht es um Eleonore von Aquitanien (=Alienor !!!), die erst frz. Königin war und dann Königin von England. Sie ist die Mutter von Richard Löwenherz und Johann Ohneland.
    Liest sich echt gut, wenn T.K. da ordentlich recherchiert haben sollte, dann kann man sagen, dass diese Eleonore wohl eine tolle Frau gewesen ist, und das um 1200!

    auf seiner Jagd nach Rochefort rempelt d`Artagnan ja Athos unabsichtlich an der Schulter an.


    Das muss diese Stelle sein:


    »Meiner Treu,« erwiderte d'Artagnan, welcher Athos erkannte, der, nachdem
    der Arzt den Verband vorgenommen hatte, wieder nach seiner Wohnung
    zurückkehrte, »meiner Treu, ich habe es nicht absichtlich gethan, und weil ich
    es nicht absichtlich gethan habe, sagte ich; ›Entschuldigt mich.‹ Das scheint
    mir genug zu sein. Ich wiederhole Euch indessen, daß ich bei meiner Ehre Eile
    habe, große Eile. Laßt mich los, ich bitte Euch, laßt mich dahin, wo ich zu
    thun habe.«


    »Mein Herr,« sprach Athos, indem er ihn losließ, »Ihr seid nicht artig. Man
    sieht, daß Ihr von ferne herkommt.«


    D'Artagnan hatte schon drei bis vier Stufen überschritten, aber die Bemerkung
    von Athos hielt ihn plötzlich zurück.


    »Bei Gott! mein Herr,« sprach er, »aus so weiter Ferne ich auch kommen mag, so
    werdet Ihr mir doch keinen Unterricht in den feinen Manieren erteilen, das sage
    ich Euch.« – »Vielleicht,« erwiderte Athos. – »Ah! wenn ich nicht so sehr Eile
    hätte,« rief d'Artagnan, »und wenn ich nicht Einem nachlaufen würde...« – »Ei,
    mein eiliger Herr, mich werdet Ihr finden, ohne mir nachzulaufen, versteht
    Ihr?« – »Und wo dies, wenn es gefällig wäre? – »Bei den Karmeliter-Barfüßern.«
    – »Zu welcher Stunde?« – »Gegen Mittag.« – »Gegen Mittag, gut; ich werde dort
    sein.«




    Hm, wer ist jetzt der Beleidigte? ;)

    Ja, wer ? Die Entscheidung fällt hier schwer. Bissige, stichelnde, unfreundliche bzw. unhöfliche Bemerkungen machen beide zueinander.
    D'Artagnan rempelt Athos an, entschuldigt sich aber dafür. Allerdings findet Athos die Entschuldigung nicht ausreichend, zu kurz, ein schlichtes "Excusez" ist ihm zu wenig. Vlt weil er in dem Moment offenbar echt großen Schmerz in dieser Wunde empfindet - kann man sich ja irgendwie vorstellen - ist er "angefressen". Er wirft D'A. vor, dass dieser "nicht artig" (=nicht wohlerzogen genug, demnach zu tölpelhaft) sei. Na ja, das ist für D'A. schon eine Beleidigung 1. Grades, oder? Er antwortet ebenfalls mit einer leichten Beleidigung.
    Darauf die übliche Kettenreaktion . . .
    Eigentlich ist ja bei diesen Duellen bei A.D., die alle mit dem Degen ausgefochten wurden, doch gar nicht mehr so wichtig, wer der ursprünglich Beleidigte war? - Na gut, für die Wahl von Ort und Zeit des Zweikampfes kann das auch noch wichtig sein, auch wenn die Waffen schon feststehen.

    No also - is doch eh völlig klar, net?


    Klarissimo!
    Mein geliebter Onegin (ich liebe den fast so wie Athos!) ist demnach der Beleidigte. Schön, wenn es auch im weiteren Verlauf der Geschichte keine Rolle mehr spielt. Allerdings - genau wie Athos - hat O. von da an so einen "Gwissenswurm". Den Freund umzubringen, wenn auch in einem korrekt durchgeführten Duell, ist nun mal keine Kleinigkeit.
    Die eigene Frau aufzuhängen - wegen einer Nichtigkeit, ich vermute zumindest, dass Athos es später so gesehen hat, nachdem der erste Zorn und die erste Wut verraucht waren - ist ebensowenig eine Marginalie. Da mag er sein Recht als Herr der Grafschaft ausgeübt haben, von der Sache her war es ja doch unrecht (oder stand die Todesstrafe auf das Verheimlichen einer Schande, was die Brandmarkung ja vor allem war?).


    Und dann - als Anne zu Mylady und damit zu einer wirklichen Verbrecherin mutiert ist - da macht er plötzlich das Rechte und Rechtmäßige (Todesstrafe für Mörder). Nur leider auf unrechtmäßige Art und Weise - ein Femegericht ist ja niemals legal. Und was anderes ist es nicht, was die mit ihr machen.


    Oh - ich merke gerade, meine Überlegungen zu Athos hätten besser in dessen Thread gepasst. Na, sei's drum.


    ;)

    Als Beleidigter hat man wohl keine andere Möglichkeit, als das Duell auszufechten, wenn man seine Ehre nicht komplett verlieren will...

    Athos` Appell an die Freundschaft reichen offenbar aus, um d`Artagnans Zorn zu überwältigen...

    Nun ja, A.D. brauchte die vier ja noch für die Fortsetzung des Romans. Aus dramaturgischen Gründen also so geschehen, diese schöne Geste...


    Es geht in der Literatur ja auch anders. In Pushkins "Ewgenij Onegin" ist Onegin über seinen Freund Lenski verärgert, schäkert und tanzt daher - um ihn zu ärgern, nicht wg. einer Liebelei! - mit dessen Verlobter Olga. Lenski wird wütend und immer wütender. Stand der Situation für mich: Lenski fühlt sich beleidigt. Oder seh ich das falsch? Er fordert in seiner Rage Onegin, seinen Freund, zum Duell. Und zwar indem er ihm nicht nur seinen Handschuh vor die Füsse wirft, sondern er schlägt ihn auch ins Gesicht.
    Sooo - wer ist denn nun der Beleidigte? Der Beleidigte wird doch derjenige sein, der von dem anderen auf verächtliche Weise geschlagen wurde? Oder?
    Nach vergeblichen Versuchen, Lenski zu besänftigen, nimmt Onegin das Duell an und - wie bekannt - erschießt seinen Freund.


    Da lob' ich mir A.D., der nicht erlaubte, dass die vier Freunde sich womöglich gegenseitig umbringen!


    Wenn man den Zeitgeist aber in Betracht zieht, die Moral und Ethik und das Standesehrgefühl der entsprechenden Epoche, dann ist Pushkin womöglich dichter an der Realität!


    ?(

    Köstlich!
    So stelle ich mir z.B. diesen François de Montmorency vor. Der soll ja angeblich in einem Jahr zwischen 20 und 4o Edelleute im Duell getötet haben, die Quellen sagen wohl unterschiedliche Zahlen.
    So ungefähr ging das dann vermutlich immer los . . .


    ;) ;) ;)

    Ich hoff mal, ich muss die einzelnen Spielarten jetzt nicht zu allem Überfluss noch näher erklären ;)

    Nein, danke, reicht fürs erste! Mir schwirrt ja so schon der Kopf von diesen vielen Varianten.
    Und ich hab immer gedacht, so ein Duell ist doch ein einfaches Geschäft: du siehst zu, dass du den Gegner tötest und fertig . . . ! :)

    Ja. Und jetzt sind wir wieder bei meiner Frage, allerdings ging und geht es mir eigentlich um die Regeln im 17. Jhdt.!
    Damals wurden die Duelle ja eben aus dem Grund auch mit Degen / Rapier / bei Dumas heisst es manchmal "Raufdegen" ausgetragen.
    Auf die Pistolen war doch kein Verlass. Keine gezogenen Läufe, Vorderlader ...


    Aber - wonach regelte es sich denn eigentlich im 19. Jhdt., wer als erster schießen durfte?
    Der Beleidigte? Also derjenige, der den anderen gefordert hatte? Wäre doch das einzig Logische?

    macht das Ausfechten lassen durch einen anderen eigentlich auch keinen Sinn - da kann man ja gleich einen Mörder beauftragen

    Ach ja. Stimmt. Ich kapier das auch nicht, aber immerhin - wir alle sind Kinder des 20. Jhdts, nicht des frühen 19. Jhdts.! Irgendwie haben wir wohl doch eine andere "Denke" als die damals. Die Sache mit Lassalle ist mir auch nicht recht klar. Beleidigte Ehre? Ich kenn' die Hintergründe nicht, es ging wohl darum, dass er sich in eine Adlige verliebt hatte, und deren Vater wollte sie ihm nicht zur Frau geben. Bei Wikipedia steht ungefähr dieses:


    "Lassalle verliebte sich bei einem Kuraufenthalt in eine junge Frau namens Helene von Dönniges. Er wollte sie heiraten, aber ihr Vater Wilhelm von Dönniges ließ es nicht zu.
    Daraufhin entschloss sich Lassalle zum Duell mit Wilhelm von Dönniges: Als Mitglied der Breslauer Burschenschaft forderte Lassalle Satisfaktion von Helenes Vater, einem Mitglied des Corps Rhenania Bonn. Der 50-jährige Vater beauftragte den von ihm gewünschten Verlobten, den rumänischen Bojaren Jancu von Racowitza, ein Mitglied des Corps Neoborussia Berlin, das Duell zu übernehmen. Es fand am Morgen des 28.August statt. Um 7:30 Uhr standen sich die Gegner mit Pistolen gegenüber. Racowitza feuerte als erster und traf Lassalle in den Unterleib. Drei Tage später, am 31. August 1864, starb Ferdinand Lassalle im Alter von 39 Jahren."


    Ist eigentlich hirnrissig, oder?


    .

    Ja sicher, ich hab das wohl gelesen bei Dir! ;)


    Und ja - Reglementierung, o.k. Damals (Anfang 19. Jhdt.) begann ja dieses Wesen der Burschenschaften, der schlagenden Verbindungen.
    Die hatten (und haben noch) feste Reglementierungen auch für diese Zwecke.
    Das Duell von Lassalle fand ja meines Wissens auch nach burschenschaftlichen Regelungen statt. Er hatte den Vater seiner Braut, der so wie Lassalle Mitglied einer Verbindung war (aber wohl einer anderen) auf diesem Wege gefordert. Dieser Vater hat dann das Duell von einem anderen ausfechten - eigentlich "ausschießen" lassen.


    Ich vermute aber, was schon im 17. Jhdt. verboten war, sogar teilweise bei Todesstrafe (Richelieu-Erlass von 1626), das war im 19. Jhdt auch verboten. Etwas anderes sind ja die Mensuren der schlagenden Verbindungen, das sind keine Duelle.

    Das änderte sich wohl erst mit der Aufklärung, dass man dem Menschen und seiner Vernunft höheren Wert zusprach.

    Ja. Bravo. Und trotzdem sind noch im 19. Jhdt. nicht nur "Haudraufs" und hirnlose Schlägertypen (meine Ehre ... mein Degen bzw. meine Pistole...) durch Zweikämpfe ums Leben gekommen.
    Alexander Pushkin war doch kein Idiot und war auch nicht menschen- oder lebensfeindlich eingestellt. Und kam doch durch ein Duell um.
    Ferdinand Lassalle - einer der Gründerväter der SPD, er gehörte zu den Gründern des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins - kam ums Leben durch Pistolenschuss im Duell. Beide übrigens wegen einer Frau. (Was muss das für eine Freude für die Herren gewesen sein -mit einem Bauchschuss noch drei Tage zu vegetieren - Anno 1864 Lassalle bzw. 1837 Pushkin, beide mit Bauchschuss, es gab kaum Schmerzmittel ... aber immerhin: die EHRE war gerettet!).