Das Aussehen der Romanfiguren von Dumas

  • Also, dieses Thema wurde in einem anderen Thread schon heiß diskutiert:
    Wie sehen die Figuren von Dumas aus?
    Manche Dinge überliest man in den Büchern, oder sie werden teilweise einfach falsch übersetzt.
    Und manche Menschen (wie ich) wollen einfach ein klares Bild vor sich haben wenn man an die Charaktere denkt.
    Ich hoffe das hier fragen und ähnliches geklärt werden können :)
    So und ich denke das war es mal fürs erste
    Viel Spaß bei diskutieren


    Lg fleur

  • Fleur


    Find ich prima, dass du den Thread aufgemacht hast. :thumbsup:
    Ich hätte auch gleich eine Frage, vielleicht kannst du mir die ja beantworten:
    Wird im Roman irgendwo das Aussehen von Königin Anna und König Louis XIII beschrieben? In meiner Version habe ich keine Beschreibungen ihres Aussehens gefunden..hat Dumas sie möglicherweise gar nicht beschrieben? Und auch bei Tréville ist in meiner Version des Romans keine Beschreibung des Aussehens, wie ist das denn in deiner?
    Wie ist das eigentlich bei dir, wenn du im Roman liest, siehst du dann die Bilder aus den Filmen vor dir, oder machst du dir ein eigenes Bild der Charaktere?
    Bei mir ist es ganz gemischt, wenn ich "Der Mann in der Eisernen Maske" lese, stelle ich mir den d´Artagnan immer wie den im 98 er Film vor, wenn ich "Die drei Musketiere" lese, mache ich mir ein eigenes Bild von ihm, eben der typische, dunkle Gascogner, so wie er im Buch beschrieben wird.
    Ich glaube, der einzige Charakter, der in den Filmen meist der Buchbeschreibung entspricht, ist Mylady.


    Lg
    Alienor

  • Tréville wird zwar lange und ausführlich beschrieben, aber vor allem in Bezug auf seinen Werdegang, seine Loyalität und seinen Erfolg bei dem Damen ;) . Daraus kann man vielleicht schließen, dass er nicht schlecht ausgesehen haben muss - aber genau beschrieben wird er nirgends. Ich stelle ihn mir vor wie in dem 21´er, da wurde er wirklich gut getroffen. Anna wird beschrieben, immer wieder mal in Halbsätzen, ihre schönen Hände fallen mir grad ein, als sie d´Artagnan ihre Hand küssen lässt, oder ihre stolze Haltung - aber ihr Aussehen? Haarfarbe etc.? Ich nehme an, Dumas dachte sich, dass das eh bekannt ist.

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

  • Ich stell mir die meisten Charaktere so vor wie sie im Buch beschrieben sind...
    Bis auf Milady. In irgendeiner Musketierverfilmung war sie perfekt getroffen...und das Bild ist dann immer vor mir.
    Von Louis weiß ich nicht wie er aussieht.
    Aber wie Anna beschrieben ist weiß ich ungefähr.
    Leider finde ich die Stelle gerade nicht...
    Aber spweit ich mich erinnern kann war es so:
    Also sie hat braune Haare, und blau-türkis bzw grüne augen.
    Es steht etwas wie Meeresfarben...
    So und jetzt hab ich noch eine Frage:
    Wie sieht Miladys Zofe Kitty (in einer anderen Version die ich hab steht Ketty was stimmt weiß ich nicht) aus ?
    Wird das beschrieben?


    Lg fleur

  • Fleur


    Über Kitty gibt es im Roman irgendwo eine Stelle, die ich nur leider gerade nicht finde, jedenfalls wird sie da als schön wie eine Edelfrau beschrieben...in der Lesterverfilmung fand ich sie nicht so gut getroffen, und in der 48 er Verfilmung auch nicht. Ich glaube Dumas hielt sich eher vage, erwähnte nur, dass sie sehr schön ist, verlor aber kein Wort über ihre Haarfarbe, Statur, etc..
    Die Stelle lautete in etwa "die Schönheit dieses jungen Mädchens hätte einer Herzogin oder Königin zu Ehre gereicht" oder so ähnlich.
    Und sie war noch sehr jung, ca. zwanzig oder neunzehn. Wenn ich die Stelle irgendwann einmal finde, werde ich sie hier hereinstellen. Ich persönlich stelle mir Kitty immer so vor wie das Mädchen in dem Film "das Mädchen mit dem Perlenohrring"; kennst du den Film?
    In meinem Roman wurde sie Kitty gennant, und auch im Lesterfilm rief Mylady sie Kitty...in der Version die ich in der Bücherei ausgeliehen hatte, hieß sie Ketty. Ich vermute, dass ihr richtiger Name nicht Kitty war, sondern Katherina oder etwas Ähnliches, woraus sich ein Spitzname wie Kitty machen lässt.
    Dann hast du anscheinend eine ausführlichere Ausgabe als ich, denn in meiner wird Anna nirgendwo beschrieben, tritt überhaupt nur einmal persönlich in Erscheinung. Seltsamerweise stelle ich sie mir auch immer anders vor als auf dem Gemälde.


    @Kalou


    Ja, vermutlich hat Dumas Königin Anna nicht so genau beschrieben, weil ja Gemälde aus ihrer Zeit existieren, die jeder Leser sich selbst anschauen kann. In Fleurs Romanausgabe scheint ja zumindest noch Augenfarbe und Haarfarbe beschrieben zu sein, in meiner fehlt das alles.
    Tréville ist im Diamant Berger Film wirklich super getroffen, während ich den Tréville in den Lesterverfilmungen und den Borderiefilmen nicht so passend fand. Am schlimmsten war Tréville in "The Musketeer."
    Ich persönlich stelle ihn mir beim Lesen immer wie den Schauspieler vor, der Henry IV gespielt hat.

  • @ Alienor:
    Sieht so aus als wäre meine Ausgabe wirklich detailliert...
    Die Beschreibung steht wo sie sich mit Buckingham trifft, aber ich finde die Stelle immer noch nicht werde sie aber hier reinstellen sobald ich sie (endlich) finde. Dann hast du die genaue beschreibung.
    Danke für die Beschreibung von Kitty. In meiner Ausgabe ist sie so gut wie gar nicht beschrieben außer das sie sehr jung ist. Ich habe mir bei sehr jung immer eine 16-18 jährige vorgestellt....
    Ich weiß nicht wieso. Wie auch immer sie scheint älter zu sein.


    Son genau jetzt habe ich noch zwei Fragen: Wie sieht Richelieu aus?
    Und das wichtigere: Wlche Haarfarbe und Augenfarbe hat Constance?
    die Frage stelle ich desshalb weil in einer Ausgabe die ich habe steht sie hat braune Haare und ein paar Kapitel später steht "die Blondine"
    So und die Augenfarbe ist mir auch nirgends untergekommen.
    Sie wird immer als Blond und blauäugig dargestellt und ganz ehrlich gesagt nervt mich dieses Bild schon langsam.
    Warum müssen immer die Geliebten von der Hauptperson Blonde Haare und blaue Augen haben?!?
    In Ordnung ich schweife vom Thema ab...
    So das wars mal fürs erste :D


    Lg fleur

  • Fleur


    Da ist meine Ausgabe wohl sehr stark gekürzt, denn bei mir gibts keine Stelle, an der die Königin sich mit Buckingham trifft, bei mir wird das nur kurz am Rande erwähnt, dass es so ein Treffen gab.
    Gern geschehen, ich finds prima, wenn wir uns hier gegenseitig weiterhelfen können, was das Aussehen der Charaktere angeht. Was Richelieu betrifft, da konnte ich in meiner Ausgabe auch nicht viel finden, da stand nur, dass der Kardinal Mitte Dreißig ist, sein Aussehen wurde nicht weiter beschrieben. Ich stelle mir den Kardinal beim Lesen immer so vor, wie er auf historischen Gemälden aussieht.
    Was Constance betrifft, meine Ausgabe ist wohl fehlerhaft, denn am Anfang, als d´Artagnan sie das erste Mal trifft, als er sie vor den Garden des Kardinals rettet, hat sie braunes Haar, am Ende, als sie im Kloster Mylady begegnet, wird sie auf einmal als Blondine beschrieben. Das muss wohl ein Übersetzungsfehler gewesen sein. Welche Ausgabe hast du denn? SCheint ja bei uns beiden ähnlich zu sein mit der wechselnden Haarfarbe. Ich habe die Ausgabe vom Anaconda Verlag.
    Die Augenfarbe wurde leider gar nicht erwähnt, immer nur die Haarfarbe.
    Stimmt, in Romanen haben die Geliebten der Hauptfigur oft blonde Haare und blaue Augen...das scheint wohl überall so zu sein, auch in vielen Fernsehserien und Filmen ist mir das schon aufgefallen.
    Ich persönlich stelle mir Constance immer eher mit dunkelbraunem Haar vor...
    Ach ja, ihr Alter wurde erwähnt...sie ist im Roman noch sehr jung. Das weiss ich, weil es da diese Stelle am Ende gibt, als Mylady jammert, dass sie so jung sterben soll, und da sagt d´Artagnan, dass die Frau, die sie getötet hätte sogar noch jünger gewesen wäre, und Mylady war fünfundzwanzig als sie starb, als ist Constance unter fünfundzwanzig und schon seit einigen Jahren mit dem Krämer verheiratet.

  • Oh, autant pour moi - danke für den Hinweis, Fleur, dass die Beschreibung von Anna dort steht, wo sie Buckingham trifft - hab´s grad nachgesehen, hier das Original:
    Anne d'Autriche avait alors vingt-six ou vingt-sept ans, c'est-à-dire qu'elle se trouvait dans tout l'éclat de sa beauté.


    Sa démarche était celle d'une reine ou d'une déesse ; ses yeux, qui
    jetaient des reflets d'émeraude, étaient parfaitement beaux, et tout à
    la fois pleins de douceur et de majesté.


    Sa bouche était petite et vermeille, et quoique sa lèvre
    inférieure, comme celle des princes de la maison d'Autriche, avançât,
    légèrement sur l'autre, elle était éminemment gracieuse dans le
    sourire, mais aussi profondément dédaigneuse dans le mépris.


    Sa peau était citée pour sa douceur et son velouté, sa main et ses
    bras étaient d'une beauté surprenante, et tous les poètes du temps les
    chantaient comme incomparables.


    Enfin, ses cheveux, qui, de blonds qu'ils étaient dans sa
    jeunesse, étaient devenus châtains, et qu'elle portait frisés très
    clair et avec beaucoup de poudre, encadraient admirablement son visage,
    auquel le censeur le plus rigide n'eût pu souhaiter qu'un peu moins de
    rouge, et le statuaire le plus exigeant qu'un peu plus de finesse dans
    le nez.

    Sprich: Sehr schön, war mal blond, jetzt eher kastanienfarbiges Haar, Augen mit emeraudefarbenen einsprengseln oder Reflexen, das müsste dann so grünlich sein, ein graziöses Lächeln, das aber auch ziemlich verächtlich werden kann, weiche Haut und schöne Arme. Übrigens trägt sie die Haare stark gepudert, ein wenig zu viel Rouge und ihre NAse war wohl nicht ganz so fein ... ;)


    Und hier ist Constance:
    C'était une charmante femme de vingt-cinq à vingt-six ans, brune avec
    des yeux bleus, et ayant un nez légèrement retroussé, des dents
    admirables, un teint marbré de rose et d'opale. Là cependant
    s'arrêtaient les signes qui pouvaient la faire confondre avec une
    grande dame. Les mains étaient blanches, mais sans finesse ; les pieds
    n'annonçaient pas la femme de qualité. Heureusement d'Artagnan n'en
    était pas encore à se préoccuper de ces détails.

    Also 25-26, braunhaarig mit blauen Augen, ein leichtes Himmelfahrtsnäschen, schöne Zähne und einen Marmorteint. Doch ihre Hände sind weiß, aber ohne Feinheit, die Füße zeugen ncht von Adelsstand ... das so pi mal Daumen übersetzt. Nix mit blond ;) .
    Ketty heißt übrigens nicht Kitty, sonder Ketty ...

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

  • @Kalou


    Stand da wirklich "Die Füße zeigen nicht von Adelsstand?" ?(
    Finde das doch etwas merkwürdig, denn man konnte damals bestimmt nicht anhand der Füße erkennen, welche Frauen adelig waren und welche nicht.

  • Doch, das dachte man ... vor allem im 19. Jh.. Hängt, denke ich, mit dem feineren Fußwerk zusammen, das Damen von Stand trugen, und eventueller Pediküre. Das steht ganz bestimmt in der Beschreibung von Mme Bonacieux, denn auch in der Augabe ´Bouquins´, die ja die ausführlichste ist, steht das drin. Die Seite Dumaspère hat auch die ungekürzten Ausgaben, nur dass die Bouquins-Edition nochmal überarbeiteter und kommentierter ist. Übrigens schaut ja auch Athos vor dem Besuch bei Mme de Chevreuse auf Raouls Hände, Füße und Haare - den drei Merkmalen edler Rasse. Raoul habe einen Fuß, der einem 13jährigen Kind gehören könne - wenn ich mich da richtig erinnere. Gut, er ist ja auch erst 15, das ist nicht übertrieben. Aber auch hier sieht man die Idee, an den Füßen könne man die Herkunft erahnen. Aber noch mal, ich denke, das hängt vor allem mit dem Schuhwerk zusammen. Schuhe waren teuer und gute Schuhe zeugen logischerweise von gutem Haus. Außerdem gingen arme Kinder oft barfuß, der Zustand der Füße zeugt dann sicher auch vom Stand der Person. Idem bei den Händen, wer nicht arbeiten muss, hat schöne Hände. Und wer sich den Friseur leisten kann ... und regelmäßige Haarpflege ... insofern sind dergleichen Merkmale durchaus nachvollziehbar.
    NAchsatz: Ich hab das schnell übersetzt, la femme de qualité muss nicht Adel bedeuten, gehobener Stand reicht auch schon aus - aber meistens war der Adel damit gemeint.

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  • In Ordnung.
    Also eine braunhaarige Constance und eine Zofe Namens Ketty. Gut zu wissen das sie Ketts heißt wobei ich glaube ich immer noch Kitty sagen werde.
    Ketty klingt komisxh. Soweit ich weiß ist Constance etwa 22-24 Jahre alt. Es steht das sie anfang zwanzig ist...
    Und irgendwo steht auch noch das genaue Alter.
    Danke auf jedenfall zu den Antworten. Es hilft wirklich wenn man ein richtig klares Bild vor Augen hat.


    Ja genau jetzt hab ich (schon wieder) eine Frage:
    Wisst ihr noch was über Portho's Aussehen?
    Ich weiß in dem anderen Thread wurde es schon mal besprochen trotzdem.
    Wisst ihr was neues?
    Ich leider nicht...


    So noch eine Frage bzw mehrere:
    Wer ist die Mutter von Raoul?
    Gibt es eigentlich noch andere Kinder der Musketiere? (außer Raoul)
    Wie sieht Madeleine aus? Ich weiß von ihr so gut wie nichts...
    Leider.
    Ich hoffe dass ihr mir weiterhelfen könnt.


    Lg fleur

  • Fleur


    Was Porthos Aussehen betrifft, da kann ich dir leider nicht weiterhelfen, ich habe leider bis jetzt im Roman nichts darüber gefunden. Sobald ich etwas finde, werde ich es hier reinstellen. Ich glaube aber, er wurde im Roman nicht so genau beschrieben, das einzige was erwähnt wurde, war, dass er ein Hüne war, und in seiner Uniform sehr stattlich aussah.
    Was deine Frage betrifft, wer die Mutter von Raoul ist, das habe ich mich am Anfang, als ich begnonnen habe, mich mit den Musketieren zu beschäftigen auch gefragt, ich dachte damals immer, es wäre Mylady gewesen. ^^
    Raouls Mutter ist Marie Michon, auch bekannt als Herzogin Chevreuse, die einstmals Aramis Mätresse gewesen war(im Musketierroman hat er mehrmals wegen ihr Liebeskummer, das wird unter anderem an jener Stelle im Roman deutlich, als d´Artagnan, nachdem er in England war, zum ersten Mal wieder auf Aramis trifft, der sich gerade in einen religiösen Eifer steigert und nur noch Fastenkost essen will, mit einem Brief der Chevreuse muntert d´Artagnan den Freund wieder auf, und Aramis gewinnt wieder an Lebensfreude und lässt Fleisch und Wein für sich und den Freund kommen.


    Was Raul betrifft, dessen Zeugung kam so zustande:
    Im September 1633 suchte Athos bei einem Unwetter Schutz in einer kleinen Klause, in der ein junger Priester lebte, dieser Priester war jedoch nicht da, weil er ans Bett eines Sterbenden geeilt war, und so kam Athos im Bett des Priesters neben einem vermeintlichen Edelmann zu liegen, der sich jedoch dann als eine Frau herausstellte und Athos zu verführen versuchte. Und da Athos seit gut dreizehn Jahren wie ein Mönch gelebt hatte, konnte er nicht wiederstehen, und in dieser Nacht zeugen sie Raoul. Am Morgen sah Athos zufällig wie die beiden Frauen aufbrachen, und erkannte die Chevreuse und ihre Zofe Ketty...und als er ein Jahr später in der gleichen Klause übernachtete, kümmerte der Priester sich um einen drei Monate alten, schwarzhaarigen Jungen, der AThos sehr ähnlich sah. Jemand (wahrscheinlich Ketty) hatte das Kind dort abgegeben, da die Chevreuse nicht wusste, dass sie in dieser Nacht mit Athos das Bett geteilt hatte, (sie glaubte es wäre der Priester gewesen) und das Kind im Exil in Spanien nicht behalten konnte, schickte sie es dem vermeintlichen Vater, damit er dafür sorgte. Und so kam es, dass Athos den Jungen mitnahm, und da er zu jener Zeit das Gut Bragélonne von irgendeinem Verwandten erbte, zog er sich mit Raoul dorthin zurück und fand neuen Lebensmut. Erst als Raoul fünfzehn Jahre alt war, stellte Athos ihn der Chevreuse vor, ohne ihm zu sagen, dass sie seine Mutter war, außerdem hatte er Raoul immer gesagt, er sei ein Waisenjunge, ein Findelkind, dass er bei sich aufgenommen hatte, um Raoul zu schützen, denn damals galt es als Schande, unehelich geboren zu sein.
    Wie Raoul letztendlich erfuhr, dass Athos sein Vater ist, ist nicht bekannt, Dumas ging darauf nicht ein. In "20 Jähre später" weiss er es nicht, aber im "VdB" weiss er es, er muss es also irgendwann in den zwölf Jahren die zwischen den beiden Romanen liegen erfahren haben. Dass die Chevreuse seine Mutter war, erführ er allerdings nie.


    Was Kinder der Musketiere betrifft, das Thema wird in Verfilmungen oft und gerne aufgegriffen, allerdings gab es die besagte Tochter von d´Artagnan nicht wirklich, in den Romanen bleibt er kinderlos, das gleiche gilt für Porthos. Athos hatte nur Raoul, und Aramis bekam im Roman "20 Jahre später"; einen Sohn namens Jaques mit einer Adeligen(ihren Namen weiss ich leider nicht mehr).
    Aramis Sohn wurde 1648 geboren, und taucht in der Geschichte niemals auf, spielt keine entscheidende Rolle.


    Was Madeleines Aussehen betrifft, da kann ich dir leider auch nicht weiterhelfen, dazu habe ich auch nichts gefunden. Wenn ich etwas finden sollte in "20 Jahre später"; werde ich es natürlich hier reinstellen.
    Mir gehts wie dir, ich finde auch, dass es hilft, wenn man beim Lesen ein klares Bild vor sich hat.



    @Kalou


    Danke für die Info, ich hatte gar nicht daran gedacht, dass die ärmeren Menschen damals oft barfuß gingen, und deswegen natürlich andere Füße hatten als besser gestellte Menschen. Da konnte mal wohl am Schuhwerk durchaus sehen, dass jemand aus gutem Hause kam. Die Seite Dumaspére sieht wirklich interessant aus, und ich werd sie mir bei Gelegenheit mit Hilfe einer Übersetzungsseite anschauen.
    Was Bonacieux angeht, ich vermute mal, dass er zur Mittelschicht gehörte, soweit das aus dem Roman hervorgeht, und Constance deswegen anderes Schuhwerk als eine Adelige trug.

  • @Alienor: Wow eine lange antwort. :D
    Danke. Das mit Raoul ist wirklich ziemlich interessant....
    Ja einfach gut zu wissen.
    Und Aramis hat auch einen Sohn....
    Na gut ich muss noch viel lernen
    wegen Madeleines aussehen ist das nicht so schlimm da sie mich ehrlich gesagt nicht wiklich interessiert.
    Sie war mir sowie sie ihren ersten Auftritt im Buch hatte unsympathisch. Ich weiß nicht einmal warum
    aber es ist nuneinmal so.
    Ja nochmal Danke für die lange Antwort.


    Lg fleur

  • @Alienor: Wo hast du denn den Namen von Aramis´ Sohn her? Der wird meines Wissens nirgends namentlich genannt, Aramis bittet nur den Kardinal, der König möge der Taufpate des Sohnes von Mme de Longueville sein, woraus man schließen kann, dass ihm ebendieser Sohn nicht ganz gleichgültig ist. Außerdem fragt ihn Athos an eienr Stelle, warum er ihn nicht früher darauf hingewiesen habe, dass Mme de Longueville ein Kind erwartet ... ich meine, dass Aramis antwortet, er habe es vergessen :whistling: .


    Fleur : Naja, Madeleine ist ein wenig ... pragmatisch? Ist der Musketierleutnant grad nicht zu Hand, dann nehmen wir halt einen Schweizer. Ich liebe die Szene, als d´Artagnan ihn rauswirft :thumbsup:
    Il m'imborde beaucoup, répondit d'Artagnan, attendu que vous ne pouvez épouser madame sans mon consentement et que..


    - Et gue ?... demanda le Suisse.


    - Et gue... je ne le donne pas, dit le mousquetaire.

    Es ischt mir sähr wischtig, antwortete d´Artagnan (auf die Frage, ob es ihn interessiere, wenn der Schweizer Madeleine heirate), denn Ihr könnt MAdame nicht ohne mein Einverständnis heiraten
    Unn? fragte der Schweizer
    Unn ... ich gebe es nicht, sagte der Musketier :D
    Außerdem durchsucht sie seine Sachen, das ist nicht sehr nett. Aber er ist auch nicht grad von ausgesuchter Höflichkeit, sie bittet ihn um Heirat, er kommt ihr von wegen Bigamie (weil ihr erster Mann ja vor d´Artagnans Schwert davongerannt ist) und bleibt vor allem deswegen bei ihr, weil sie Logis und weitere Annehmlichkeiten bietet. Eine Liaison zu beider Nutzen, das hab ich auch in meiner Story gesagt ;)

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

  • Fleur


    Ich fand Madeleine eigentlich ganz sympathisch, aber das sieht wohl jeder Leser anders.
    Freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte, ist ja auch wirklich etwas verwirrend die Geschichte mit Raouls Zeugung, als ich die das erste Mal hier im Forum gelesen habe, dachte ich auch, "wow, Dumas hatte echt eine blühende Fantasie...." ^^
    Wobei wir ja wirklich froh sein können, dass er die hatte. :)


    @Kalou


    Den Namen habe ich einer FF, und ging dann davon aus, dass der Sohn wirklich Jaques hieß...und jemand diesen Namen für die FF übernommen hatte.
    War Madame de Longueville denn eigentlich verheiratet? Steht das irgendwo im Roman?

  • Was sie, aber mit wem? Da müsste ich nachsehen, ich meine, es stünde drin ... unser lieber Abbé hatte schon immer eine Vorliebe für verheiratete Frauen ;) - weniger Verpflichtungen? Nur ein paar eifersüchtige Ehemänner, die man dann zum Teufel schicken kann? ;)

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

  • @Kalou


    Er hatte eine Vorliebe für verheiratete Frauen? Musste er nicht deswegen auch das Priesterseminar verlassen, weil er einen dieser Ehemänner bei einem Duell geötet hatte?
    Da war Aramis wohl nicht der einzige Musketier..auch Porthos hatte ja eine gewisse Vorliebe für verheiratete Frauen, besonders wenn er die reichen Witwen dann heiraten konnte. :whistling:
    Meine Ausgabe ist wohl gekürzt, denn dort wurde Madame Longueville nur ganz am Ende des Romans erwähnt, als Aramis erfuhr, dass sie einen Sohn geboren hatte.

  • Hm? Und die Szene in Noisy le Sec, in der d´Artagnan ihn mit Mme de Longueville erwischt? Haben sie die ganz rausgestrichen? Ob die Dame, wegen der er das Priesterseminar verlassen musste, verheiratet war oder nur verlobt, weiß ich grad nicht mehr auswendig. Sie war auf jeden Fall ´lieert´ ;) .

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

  • SO ich glaube ich habe die kürzeste Fassung aller Zeiten.
    Was ist das mit Madeleine und d'Artagnan? Und dieser Schweizer.
    Gott, es macht mich verrückt. Die Ausgeban die ich gelesen habe sind wohl vollkommen unvollständig.
    Bei mir ist die Szene glaub ich auch nicht drin mit (ich meine die eben erwähnte mir Mme Longueville)
    Welche Ausgaben habt ihr denn?
    Vielleicht kann ich mir mal eine aus der Bücherrei borgen. Eine vollständige natürlich.


    Was ich persönlich etwas komisch finde ist das ausgerechnet Aramis sich für verheiratete Frauen interessiert.
    Ich meine als geistlicher?
    Vielleicht beharre ich in der Hinsicht zusehr auf mein Bild von einem Geistlichen...oder bin das nicht nur ich'?
    Wie auch immer danke wieder einmal für die vielen informationen.
    Es ist toll soviel (was ich nicht weiß) zu erfahren.


    Lg fleur

  • @Kalou


    Nein, diese Szene kenne ich nicht, die war in meiner Version leider nicht drin. In meiner wird die Longueville nur am Ende des Romans kurz erwähnt, als Aramis die Königin bat, Taufpatin zu werden. Eigentlich schade, dass Dumas diese Geschichte nicht weiter ausgebaut, und den Sohn später im VdB eingebaut hat.


    Fleur


    Ich befürchte, mir gehts genauso wie dir, und ich hab auch nur gekürzte Ausgaben. Ich frage mich echt, warum sie die Romane immer beim Übersetzen so stark kürzen, so kennt man als Leser manche wichtigen Szenen doch gar nicht :thumbdown:
    Madeleine und d´Artagnan, ich glaube, da fehlt in meiner Ausgabe auch viel, und aus dem wenigen, was es über die beiden gab, konnte ich schließen, dass Madeleine in ihn verliebt war, und ihn bei sich zur Miete in einem Stockwerk wohnen ließ, sie war seine Hauswirtin und machte ihm auch den Haushalt, kochte ihm Essen, usw...
    Und d´Artagnan hatte ein Verhältnis mit ihr, wobei ich dem Roman entnommen habe, dass er sie nicht liebte, sondern aus rein praktischen Gründen mit ihm zusammen war, weil er so nicht viel Miete zahlen musste, und auch noch eine Art Haushälterin hatte. Irgendwo im Roman steht auch, dass sein Herz noch immer Constance gehörte, und er sich nach dieser Sache nie mehr richtig verlieben konnte.
    Wobei meine Ausgabe von "Die drei Musketiere" (vom Anaconda Verlag) auch sehr stark gekürzt zu sein scheint, denn im ganzen Roman sehen Constance und er sich nur zwei oder dreimal, und kommen sich auch überhaupt nicht richtig näher (dieser Teil scheint in meiner Version einfach zu fehlen).
    Oder es ist wirklich nicht mehr zwischen den beiden passiert, und sie ist nur so etwas wie seine von ihm idealisierte Jugendliebe, die er nicht vergessen kann. Wie ist das denn in deiner Ausgabe, gibt es da irgendwo romantische Szenen zwischen ihm und Constance? Das wunderte mich in meiner Version, er war so glühend in sie verliebt, obwohl sie sich nur ein oder zweimal sahen, da muss irgendwo etwas gekürzt worden sein bei mir.
    In den Büchereien wirst du wohl keine vollständige Ausgabe finden, da habe ich mich auch schon umgeschaut, die hatten alle nur gekürzte Ausgaben.
    Von "20 Jahre später" habe ich die Oxford Ausgabe, in der aber auch einige Szenen zu fehlen scheinen.
    Am stärksten wurde beim "Mann in der Eisernen Maske" gekürzt, der eigentlich "der Vicomte de Bragélonne hieß, dieser Roman soll ursprünglich gut 1.500 Seiten lang gewesen sein, wurde aber von den meisten Verlagen auf gut 500 Seiten gekürzt, und dabei die Geschichte des Königs und seines Zwillingsbruders in den Vordergrund gestellt, in der ursprünglichen Version geht es eher um die vier Musketiere und um Raoul. Also diese 1.500 SEiten würde ich echt gerne mal lesen...ich finde, die Verlage hätten nicht kürzen, sondern diesen Roman besser in drei Bände unterteilen sollen...und ihn dann als Dreierschuber herausbringen.
    Was Aramis betrifft, im Musketierroman stand, er wäre vom 9. bis 20. Lebensjahr im Priesterseminar gewesen, und das musste er kurz vor seiner Weihe verlassen, weil er einen Gegner im Duell getötet hatte, mit dessen FRau er ein Stelldichein gehabt hatte...und so kam er, weil er Porthos bereits gut kannte, und der ihm Fechtunterricht gegeben hatte, zu den Musketieren.
    Im Mittelalter sowie im 17. Jahrhundert nahm die Geistlichkeit es mit dem Zölibat sowieso nicht so genau, die Päpste hatten Söhne, die sie als ihre Neffen ausgaben, viele Bischöfe und Priester hielten sich Mätressen...und so ist es nicht verwunderlich, dass auch Aramis, der laut Roman sehr gut aussah, dem Charme der FRauen nicht widerstehenkonnte, und sie seinem nicht.
    In die Chevreuse war er sehr verliebt, im Roman wird das an der Stelle mit den Eiern und dem Spinat ja sehr deutlich, als er, nachdem er erfährt, dass sie ihm geschrieben hat, seine religiösen Anwandlungen gleich wieder verwirft, seine Fastenzeit beendet und Fleisch und Wein kommen lässt.
    Und Aramis war bereits als Kind in das Seminar gegeben wurden, was gut das Schicksal vieler Priester seiner Zeit deutlich macht. Damals gaben Familien, die mehrere Söhne hatten, einen oder sogar mehrere in ein Kloster oder ein Priesterseminar, bei Aramis ist also davon auszugehen, dass er kein Einzelkind war.
    Und weil er eben nicht selbst wählen konnte, wird er, als er in die Pubertät kam, auch von den gleichen Dingen geträumt haben, wie jeder Junge in seinem Alter.
    Falls du noch Fragen hast, kannst du mich jederzeit fragen. Ich weiss zwar noch nicht alles, weil ich mich auch erst ein Jahr mit den Musketieren beschäftige, und es hat Monate gedauert, bis ich vollends durchgeblickt habe.

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