Beiträge von sarah

    Gerade fällt mir etwas zu - zwar nicht weihnachts- - aber Silvestertraditionen ein.


    In Spanien setzt *man* sich kurz vor zwölf vor den Ferneher und guckt Glockenpendel ;-). Bei jedem Schlag muss eine Traube aufgegessen werden, sonst bringt das neue Jahr kein Glück. Und falls man dazu die Zeit findet zwischen Traube in den Mund stecken, schlucken und nächste TRaube verschlingen, hat man auch noch einen Wunsch frei. .. Und ich dachte, ICH mache mir am Jahresende zu viel Stress ;-)


    Weihnachten ist für mich vor allem mit Lichtern verbunden. Ich habe es mir angewöhnt in der Weihnachtszeit (hauptsächlich) auf elektrisches Licht zu verzichten und stattdessen Kerzen zu verwenden. Bloß diese blinkenden Fensterbilder oder -noch schlimmer- an Häuserwänden hochkletternde Plastikweihnachtsmänner können mich echt in den Wahnsinn treiben.
    Außerdem denke ich bei Weihnachten immer an Rolf Zeckowsky *g*, diesen Kinderlied-Vergewaltiger, den ich früher von morgens bis abends gehört habe. Ich glaube, ich kenne die meisten seiner Lieder immer noch auswendig.
    Und an meine schräge Großtante, die ich glücklicherweise nur einmal im Jahr, und zwar am zweiten Weihnachtstag ertragen muss. Danach bin ich meistens um das gesamte Sortiment ihrer aussortierten prähistorischen Lampenschirme, Blumenvasen und Bücher mit Titeln wie "Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück unserer Erde" reicher und an Platz ärmer.
    Ansonsten haben wir eigentlich keine "familientradierten" Weihnachtsrituale wie in die Kirche gehen oder Raclette essen (das gibts bei uns an Silvester) oder so.

    Ü-Eier! Jetzt weiß ich wieder, was mir fehlt, seitdem ich von zu Hause ausgezogen sind! Die lustigen Ü-Eier-Zusammenbastel-Fest-Abende mit meinen kleinen Schwestern. Mir hat ja niemand welche geschenkt *schnief* (Ü-Eier meine ich, nicht Schwestern - damit bin ich allzu gesegnet :-D).


    Aufmunterspruch:
    "I have great belief in fools. Self-convidence my friend call it." von E. A. Poe


    Weiß nicht warum, aber der Spruch kann mich in jeder möglichen Lebenslage aufheitern.

    Hallo.


    Ich habe auch für *ja* gestimmt, finde die Idee sehr gut. Es ist so schwer sich euch alle vorzustellen ;-) Allerdings muss ich zugeben, dass ich ein schrecklich verwöhntes Hauskind bin, das nach einem traumatischen Wochenenderlebnis mit Matsch, Regen und Nacktschnecken im Zelt eine kleine Zeltphobie hat.
    In einem anderen Forum haben wir uns jeweils ein Jugendhaus gemietet, allerdings waren wir dort über 50 Leute. Ich nehm mal an, so viele werden's hier (zum Glück) nicht:-D. Von einem Pfadfinderhaus habe ich auch noch nie gehört.


    So, ich fürchte, ich bin in diesen Organisationsdingen keine allzu große Hilfe,aber wenn mir noch was einfällt, melde ich mich ;-)

    Hallo Teclador,


    Ich hätte vielleicht deutlicher machen sollen, dass ich mich in dem Böse-oder-nicht-böse-Teil meines Posts v.a. auf Selenes Beitrag bezogen habe:


    Zitat

    Er ist zwar der große Unbekannte über den man eben deshalb nicht soo viel erfahren soll/kann/darf, aber von der Beschreibung her ist er nur böse. ... obwohl das fast niemand so recht glauben kann..


    Xin chao
    Sarah

    Hallo,


    Zum Thema "Kotzbombenelement":
    Coconnas ist nicht der einzige, der diesen Ausspruch zu lieben scheint (Woher kommt er doch gleich? Piemont?). In der "Drei-Musketier-Übersetzung", die im Aufbau-Verlag ercshienen ist, legt der Übersetzer (der übrigens ein anderer ist als bei der "Bartholomäusnacht") nicht nur Porthos (okay, das passt noch), sondern auch noch Rochefort ( :?: ) im Epilog diesen Fluch in den Mund.
    Muss sagen, dass mich das nun total verwirrt. Ist Kotzbombenelement jetzt ein original frz. Fluch oder haben sich die beiden Übersetzer abgesprochen (Ich schließe mal aus, dass beide zufällig auf die gleiche ausgefallene Wortkreation kamen;-))? Schade auch, dass sich durch die Übersetzung nicht auf den regionalen Ursprung eines Fluches schließen lässt(Coconna flucht im Original Mordi - Rocheforts Corbleu).


    Viele Grüße
    Sarah

    Hallo ihr,


    Zitat

    Der Aufsatz bezieht sich nur auf "the three Musketeers" und da ist es nur ein Halb Versoehnung, erzwungen durch den Kardinal.


    Hhm, da scheint mir das Zitat, das Maren geliefert hat, aber dagegen zu sprechen. Und gleich darauf heißt es, dass Rochefort und d'Artagnan sich "aufrichtig" und "ohne Hintergedanken" umarmen - also das hört sich nicht gerade so an, als versuche ihnen da jemanden Zwang anzutun. Rochefort als "eindemesional böse" zusehen, finde ich etwas zu stark. Zynisch, ja! Enigmatisch, ja! Und die Stelle in dem Aufsatz, wo von der Randfigur die Rede ist, würde ich auch noch unterschreiben. Aber böse?
    Bei seinem ersten Auftritt gibt sich Rochefort spöttisch und durch seine Ruhe, meiner Meinung nach, d'Artagnan bei weitem überlegen. Bei seiner (äußerlichen) Beschreibung tauchen dann Wörter wie "edel", "hochgewachsen" etc. auf, die ihn doch eindeutig als honnête ausweisen. "Eindimensional böse" verbinde ich mit Attributen wie "fies", "willkürlich", "roh", "kompromisslos selbstsüchtig" oder auch "unbelehrbar", die sich auf Rochefort irgendwie nicht recht anwenden lassen.

    Hallo,


    Schön, so ein langes entspannendes Nichts-Tu-Wochende. Bin beim Rumsurfen gerade auf einen Anagramm-Generator gestoßen: http://www.sibiller.de/anagramme/URL und habe mal ein paar Romanfiguren eingegeben. Das meiste war zwar unsinniger Blödsinn, aber ein bisschen sinniger Blödsinn kam auch dabei raus:


    PORTHOS --- OH, PROST!
    MONSIEUR DE TREVILLE ---- IM DUELLE IST ER VORNE ---- VIER DUELLE IST ENORM *g*
    RENE D'HERBLAY ---- BAD LEER, HENRY! ----- LADY ERBEN REH
    ATHOS, PORTHOS, ARAMIS ---- OH, TRIO HAT'S SPARSAM!


    Naja, okay, da gibt es schon Bezeichnenderes - z.B. Pamela Anderson - das paar Melonen *g*.

    Hallo Amber!


    Zu Les Misérables: Auf die Idee, Hugos Roman zu lesen, kam ich erst dadurch, dass ich mich Hals über Kopf in die Musik des Musicals von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil verliebt hatte. Vor etwa zwei Jahren dann bekam ich endlich die Chance, Les Misérables in Berlin auf der Bühne zu erleben - und war einigermaßen enttäuscht. Vielleicht, weil sich die von aus ausländischen Musicalsängern performte deutsche Fassung der anglisierten französischen Originalversion ein wenig - nun ja, gewöhnungsbedürftig anhörte (Puh, das klingt jetzt wie im Vorwort zum "Name der Rose";-)). Viel mehr jedoch, weil ich mir zuvor gedanklich bereits meine eigene Idealversion des Musicals aufgeführt hatte.
    Die LM-Charaktere sind mirjedenfalls während meiner Musical-Manie sehr ans Herz gewachsen, besonders der vorlaute Straßenjunge Gavroche und Eponine Thénardier.


    Viele Grüße
    Sarah (die jetzt mit einem "Empty-chairs-at-empty-tables"-Ohrwurm ins Bett geht;-))

    Hallo ihr;-)
    Ich wusste einfach nicht, wohin ich das packen sollte, darum habe ich einen neuen Thread eröffnet...
    Erst mal wollte ich mich entschuldigen. nicht nur dafür, dass ich dieses Forum in letzter Zeit so vernachlässigt habe, sondern auch dafür, dass es erst eine Mail von Silvia brauchte, um mich mal wieder hierher zu führen. Nur gut, dass es treuere Musketierfans gibt als mich *zudenAlteingesessenenschiel* :oops:
    Und jetzt: Mein ganz dickes LOB an Silvia für die tolle Neugestaltung der Seite! Ganz besonders gut gefallen mir übrigens die neuen Smilies, v.a. der hier *g*: :duell: . Dicht gefolgt von dem hier: :computerrache:
    Auch die Idee mit der interaktiven Geschichte ist toll (Mann, seid ihr kreativ :oops: )... und dann die Profilverwaltung... Also nochmal: Ganz dickes Lob an Silvia und ihre *treuen Musen*;-)


    Viele Grüße
    Sarah

    Hallo Helen,


    Herzlich Willkommen :D ! Wie schön einmal einen neuen Namen zu lesen!
    Zu deiner RP-Hintergrundgeschichte: Ich stimme Maike (edit: und Maren *g*) zu, daraus ließe sich sicherlich eine schöne Fanfiction machen. Was die Frage Wie konnte Helen zum Capitaine aufsteigen, angeht, so hast du ja geschrieben, dass es eine reine Fantasygeschichte ist. Ich weiß jetzt nicht genau, ob deine Geschichte überhaupt in *Frankreich* spielt, oder *irgendwo*, wo es kein Verbot für Frauen gibt/ eine Soldatenkarriere zu beginnen.
    Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie es weiter geht mit Helen de Lioncourt (hhm, erinnert mich ein wenig an die Vampire Chronicles :wink: )


    Xin Chao
    Sarah

    Hallo nach langer Zeit einmal wieder!


    Ach ja, was für ein herrlich intrigantes Liebespärchen, diese beiden! *bösegrins* Wirklich, hat mir sehr gut gefallen, die Herausforderung! Ich glaube, wenn ihr Zwillinge nicht gewesen wärt, hätte ich Rochefort wahrscheinlich gänzlich übersehen und wenn ich jetzt über ihn nachdenke, dann denke ich automatisch an EUREN Rochefort, wirklich da sind sämtliche Film-Rocheforts richtig langweilig gegen! *g*


    Viele Grüße
    Sarah

    Bonsoir!


    Ich lebe noch, bin nur im Moment in einem ziemlichen Tief und nicht so für Forumsbeiträge in der Stimmung, aber dieser Thread hat mich dann doch gereizt, wo ich doch schon seit einer halben Ewigkeit davon träume nach Paris zu kommen. Egal, was man mich fragt: Traumstadt, Flitterwochen-Lieblingsziel - die Antwort kennt sowieso jeder...

    Zitat

    aber mir bleibt ja noch die Hoffnung, mit dem Franz- LK nach Paris zu fahren, dem ich ab dem nächsten Schuljahr angehören werde!!!


    *hmpf* Darauf würde ich mich mal nicht verlassen! :( Alles, was ich von Paris in meinen zwei Jahren Franze-Lk gesehen habe, war bisher der Bahnhof - auf dem Weg in die (ziemlich verregnete) Bourgogne, wo man von den Musketieren noch nie was gehört zu haben scheint. Ratloses Kopfschütteln seitens meiner Gastfamilie auf dieFrage beim französischen "Wer wird Millionär?", welcher der Musketiere als Géant beschrieben wird und ein Zähneknirschen meinerseits, als sie auf Athos tippten :(
    Was ich am liebsten sehen würde in Paris? Keine Ahnung... wahrscheinlich alles auf einmal, sodass ich am Ende garnichts mitbekommen würde. :roll:
    Vor allem wohl das Louvre-Museum und das Quartier Latin., ... und den Friedhof, wie heißt er doch gleich? Fragt mich nicht warum, aber vor dem Grab eines Victor Hugo zu stehen, hat was faszinierendes. Die Drei Musketiere in Wachs wären auch einen Museumsbesuch wert :wink: ...*seufz* Maren, wir können uns ja zusammentun... Verständlich machen könnte ich mich zwar, aber zurechtfinden nie im Leben! Einmal in die Metro gestiegen und ich komme nie wieder an die "Oberfläche" (Abgesehen davon, dass ich noch nicht mal die Metro finden würde :roll: )


    Viele Grüße
    Sarah

    Hallo!
    Also, Nicole Kidman finde ich klasse! Obwohl ich auf die irgendwie nie gekommen wäre! Orlando Bloom *hmpf* naja, es gibt Schlimmeres
    Für Mordaunt fällt mir jetzt auch keiner ein... Vielleicht dieser Julian Sands, der immer den Satan spielt ;-) Aber der dürfte mittlerweile ein bisschen alt sein.
    Wen ich auf jeden Fall gerne dabei hätte, ist der hier: Vincent Perez (wird das so geschrieben?)


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    Bloß für wen? Vielleicht Rochefort? Aramis? *duck*



    [Blockierte Grafik: http://www.geocities.com/darksideofgaryoldman/w-paper/wpsl640.jpg]
    Und das ist mein ABSOLUTER FAVORIT für ATHOS: Gary Oldman.


    Was ist denn mit dem Kardinal? Und Porthos? Hat irgendwer einen guten Porthos? Da fällt mir nämlich nicht mal annähernd wer zu ein...


    Xin CHao
    Sarah


    PS: Bin ja stolz, dass ich das mit dieser "Bilder-Posten-Funktion" hinbekommen hab' :roll:

    Hallo Maike!


    "Aber stimmt Ihr mir nicht bei, daß es weitaus vergnüglicher ist, neue Gerüchte in die Welt zu setzen als über alte zu klatschen?"


    Puh! Das ist ja ein richtiger Satz zum an-die-Pinnwand heften! :P
    Ich kann den anderen drei nur zustimmen! Das ist einfach SPITZE (als ob ich was anderes erwartet hätte :wink: )
    Wenn ich mir vorstelle, wie Rochefort und Jussac mit den Köpfen an der Tür hängen, *krümm* :lol: :lol:


    Viele Grüße
    Sarah

    scusi, scusi :D *verbeug*
    Da hab' ich mich also mal wieder voll falsch eingeschätzt :wink:
    Auf den "errötenden Kardinal" bin ich, wie gesagt, beim Lernen für eine BK-Kursarbeit gekommen. Irgendwie ist mir dabei aufgefallen, dass dem Sonnenkönig ein bisschen Farbe nicht schlecht stehen würde, und das dann auf Richelieu übertragen.... :idea:


    Gute Nacht
    Sarah

    Hallo!


    Tja, also wenn ich etwas witziges zu schreiben versuche, dann endet das meistens im totalen Desaster - also bewertet das Ding, das ich da verbrochen habe, nicht allzu kritisch... Es hat jedenfalls Spaß gemacht diesen Quatsch "inspired by BK-Kursarbeit" zu schreiben! :D


    Sarah


    Von Italienern und schlaflosen Nächten


    Mit einem müden Seufzer ließ d’Artagnan sich auf sein Bett fallen. Die Beule auf seiner Stirn brannte noch immer wie Feuer, obgleich er sie von Planchet bereits mit der Wundersalbe seiner Mutter hatte behandeln lassen. Um es gelinde auszudrücken: Dieser Tag war eine einzige Katastrophe gewesen!
    Angefangen hatte es alles mit einem Duell, das sich zwei seiner Untergebenen geleistet hatten. Eine Familienangelegenheit. Des einen Großvetter zweiten Grades hatte des anderen Cousine einen „tratschenden Hinkefuß“ geschimpft (oder eine hinkende Tratsche?). Wie dem auch sei, jene Äußerung war für die beiden Musketiere jedenfalls Grund genug gewesen, während ihres Dienstes die Degen gegeneinander zu ziehen. Nachdem es d’Artagnan immerhin gelungen war die beiden Hitzköpfe daran zu hindern einander umzubringen, was bereits einige seiner Kraftressourcen aufgebraucht hatte, begab er sich zum Arbeitszimmer seines Vorgesetzten, um den unerhörten Vorfall dem Hauptmann de Tréville zu melden. Nun ja, d’Artagnan hasste es im Grunde sich als Moralprediger aufzuspielen und überlegte bei sich gerade, wie er die ganze Geschichte wohl ein bisschen verdrehen ...
    „Mon Dieu! Pass doch auf!“
    Trévilles Kammerdiener rempelte ihn an, als er aus dem Arbeitszimmer seines Herrn gerannt kam, murmelte irgendeine halbherzige Entschuldigung und drängte sich bereits an ihm vorbei. Und dann sah der Musketier den Briefbeschwerer auf sich zufliegen. Er vernahm noch den erschrockenen Ausruf des Musketierhauptmanns, „D’Artagnan, gebt Acht, sangdieu, der war doch nicht für Euch bestimmt, sondern für diesen Nichtsnutz von einem Die...“, dann ein dumpfer Schlag und d‘Artagnan verlor das Bewusstsein.


    Soviel also zu diesem Tag. Nun wollte der lädierte Musketierleutnant nur noch eines: Ruhe. Endlich einmal... Er hatte den Gedanken noch nicht zu Ende geführt, da war er bereits eingeschlafen.
    „Herr D’Artagnan?“
    Die Tür knarrte und sein Diener Planchet trat vorsichtig ein. D’Artagnan fuhr auf.
    „WAS?!?“ brüllte er den armen Diener an, „Kann ich nicht mal in Ruhe SCHLAFEN?“
    „Ich, ich....da ...da“
    Bevor er sich noch mehr verhaspelte, schwieg Planchet lieber und für einen Augenblick war es so ruhig, dass man eine Stecknadel zu Boden hätte fallen hören können. Doch nur für einen Augenblick! Dann nämlich pochte ... nein, hämmerte jemand gegen die Wohnungstür, als hänge sein Leben davon ab hineinzugelangen. Erneut fuhr d’Artagnan zusammen.
    „Was soll denn das nun wieder?“
    „Das wollte ich Euch ja gerade erklären.“ sagte Planchet und ruderte hilflos mit den Armen, „Ich habe Geräusche gehört und dachte es wären vielleicht Einbrecher...“
    „Grrr, du siehst überall Einbrecher!“
    Mit einem Satz war d’Artagnan aus dem Bett und stampfte auf seine Wohnungstür zu , entschlossen, demjenigen, der es wagte, ihn mitten in der Nacht aus seinem wohlverdienten Schlaf zu reißen, gehörig die Leviten zu lesen. Er öffnete die Tür... und die Kinnlade fiel ihm herunter, während seine Augen aus den Höhlen traten.


    Das ist nicht wahr! Ich muss mir eine Gehirnerschütterung zugezogen haben! Oder ist das vielleicht einer dieser Alpträume, wenn man glaubt die Augen zu öffnen und es in Wahrheit nur geträumt hat!


    Erst auf den zweiten Blick identifizierte der Musketier das, was sich da durch seine Tür quetschte, als ein schwer bepacktes menschliches Wesen. Schnaufend wälzte es sich bis ins Esszimmer hinein, wo es dann seine Ladung zu Boden fallen ließ. Als Planchet eine Kerze anzündete, erkannte D’Artagnan eine Anzahl recht merkwürdiger Dinge, ein großer viereckiger flacher Gegenstand, der in mehrere Laken Papier eingewickelt war, eine Malpalette, verschiedene Pinsel und noch einige Objekte, die der junge Gascogner nicht so recht zu identifizieren wusste. Und inmitten dieses Gerümpels saß ein kleines Männchen in viel zu eleganter und eindeutig zu bunter venezianischer Kleidung, einem undefinierbaren Wirrwarr schwarzer Locken, einer Nase, die viel zu lang, und munteren braunen Augen, die viel zu klein wirkten.
    „Ah! Alberto! Mi amico! Schön Euch zu sehen!“ Mit diesem Ausruf, einem übertriebenem Lächeln und einem noch übertriebenerem italienischen Akzent warf sich diese schlechte Karikatur eines venezianischen Straßenkünstlers dem völlig überrumpelten d’Artagnan an den Hals.
    Es WAR ein Alptraum!
    „Wollt Ihr nicht sehen meine Kunstwerk?“ Mit einer schwungvollen Bewegung riss er das Papier von dem viereckigen Gegenstand, der sich als ein Porträt Seiner Eminenz des Kardinals Richelieu entpuppte: ein nicht einmal schlecht gelungenes Werk, wie d’Artagnan sicher zugegeben hätte, wenn er überhaupt irgendeinen klaren Gedanken hätte fassen können, „Die Cardinale! Ein Meisterwerk, no? Morgen schon, ich werde es abliefern in die Palais Cardinale!“
    Er lehnte das Kunstwerk an den Tisch.
    „Äh...“
    „Äh? Ich verstehe nicht.“
    „Wer, zum Teufel, seid Ihr, Monsieur! Pardon, aber wir kennen uns nicht!“
    „Aber Alberto! Ich bin es, Vergigio, erinnerst du dich nicht? Damals in Florenz auf die Universität!“
    „Mein Name ist d’Artagnan. nicht Alberto. Jean-Claude d’Artagnan und weder kenne ich einen Vergidingsda noch war ich jemals in Florenz.“
    „Come dice? Nicht Alberto? Albert de Roussel? Aber er hat doch geschrieben, ich kann kommen zu ihm, wenn ich bin in Paris. Zu ihm in die Rue des Foux.“
    „Férou!“
    „Was?“
    „Rue Férou!“
    „No, no, no! Rue des Foux! Ich irre nie!
    „Nun, Monsieur, dann hat Euch Euer Freund Albert zum Narren gehalten! Es gibt keine Rue des Foux!“ ...auch wenn Ihr da besser aufgehoben wäret, fügte d‘Artagnan in Gedanken hinzu.
    „Oh, diese Bastardo!“ Vergigio stampfte vor Wut in den Boden. „Diese, diese...!“ Doch so schnell, wie er gekommen war, verflog sein Zorn auch schon wieder und er strahlte d’Artagnan an. Ein Strahlen, das nichts Gutes verheißen konnte! „Warum rege ich mir auf? So, ich habe die Ehre kennenzulernen Euch Signore...“
    „D’Artagnan.“
    „Sehr erfreut! Ich werde schlafen bei Euch, Dada-yo! Ah, dort ist die Schlafzimmer! Messieures, entschuldigt. Ein Künstler braucht sein Schlaf. Buona Notte oder Bonne nuit, wie man hier sagt!“
    Und mit diesen Worten verbeugte sich der Italiener erst in d’Artagnans und dann in Planchets Richtung und stolzierte in das Schlafzimmer des Musketiers. Jeden anderen hätte d’Artagnan wohl mit einem Fußtritt quer durch den Raum und am besten gleich durchs Fenster befördert, hinter diesem Wahnsinnigen jedoch schloss er sogar eigenhändig die Tür, als wolle er sicher gehen, dass er nicht wieder aus dem Zimmer hervorkam.
    Schweißtropfen standen ihm auf der Stirn. Planchet und er starrten sich an.


    Ruhig, Jean-Claude! Es gibt für alles eine Lösung! Schlaf erst einmal darüber! Morgen früh wird dir schon etwas einfallen!


    Wenn nur nicht sein Kopf so dröhnen würde.
    „Planchet, ich schlafe diese Nacht auf... auf dem Küchentisch.“
    „Und ich, Herr?“
    „Du schläfst vor der Tür.“
    „Aber, Herr d’Artagnan!“
    „Du schläfst vor der Tür! Du schnarchst wie ein Tier! Soll ich mir das vielleicht die ganze Nacht – oder was noch von ihr übrig ist – anhören?
    Ergeben senkte Planchet den Kopf und trollte sich.


    D’Artagnans Rücken schmerzte. Sein Kopf dröhnte. Unruhig wälzte er sich hin und her – und stieß dabei ein halbvolles Weinglas um, das er versehentlich auf dem Tisch hatte stehen lassen. Stöhnend richtete er sich auf.
    Mon Dieu!
    Nur mit Mühe gelang es ihm einen Schrei zu unterdrücken, als er sah, wie der dunkelrote Inhalt des Glases sich vom Tisch auf das Porträt des Kardinals – genauer gesagt, auf seine blassen Wangen – ergoss. Es war das erste Mal, dass d’Aragnan den Kardinal erröten sah! Was für ein Gedanke, was für ein Blödsinn!
    Er durfte garnicht an den Wutausbruch des Italieners denken, wenn er am Morgen aufwachen würde und....Mit einem gascognischen Fluch schwang sich d’Artagnan vom Tisch, entzündete hastig eine Kerze und durchwühlte die Habseligkeiten des Italieners nach etwas, das er gebrauchen konnte, um das Malheur zu beseitigen. Sein Blick fiel auf ein Spitzentaschentuch. Nun ja, es sollte eine Menge Frauen geben, die unkonventionelle Männer liebten. Der Charme der Künstler...
    Wie dem auch sei, schnell griff d’Artagnan nach dem italienischen Spitzentaschentuch und begann damit die Wangen Seiner Eminenz zu polieren, um ihnen ihre ungesunde Röte zu nehmen. Doch ehe er das Unglück auch nur halbwegs beseitigt hatte, hörte er plötzlich seine Schlafzimmertür knarren. Hastig blies d’Artagnan die Kerze aus und hatte gerade noch Zeit, sich hinter den Vorhängen der Vorratskammer zu verbergen, bevor er vernahm, wie die Tür geöffnet wurde. Vergigio murmelte auf italienisch irgendetewas unverständliches, und schlich durch den Speiseraum.
    „Ein Geräusch! Ganz deutlich habe ich gehört! Da war ein Geräusch!“
    Plötzlich hörte das Gemurmel auf und d’Artagnan hielt den Atem an. Schritte näherten sich der Vorratskammer. Er presste sich gegen seinen Weinschrank.


    Es gab einfach Tage, an denen lief alles schief. Und heute war unbestreitbar ein solcher Tag. Unglücklicherweise reichte der Vorhang, der die Vorratskammer vom Speiseraum trennte, nicht bis zum Boden...


    Der Vorhang wurde aufgerissen und D’Artagnan versteckte hastig das Spitzentaschentuch hinter seinem Rücken.
    „Ha! Mamamia! Signore Dada-yo! Ich habe eine Verbrecher ge... Signore Dada-yo? Ihr seid es selbst!“
    „Oh ich...äh...“ Gehetzt blickte d’Artagnan sich um und griff in seiner Verzweiflung nach einer der Weinflaschen, „Um Mitternacht ein Schlückchen Wein, da kann ich einfach nicht... hicks... widerstehen.“ Er brach in prustendes Gelächter aus, obwohl er lieber losgeheult hätte.
    Mit einem Stirnrunzeln musterte der Italiener den betrunkenen jungen Mann von oben bis unten, dann wandte er sich mit einem Kopfschütteln ab.
    „Die spinnen, die Franzosen!“

    Hallo Maren!


    Eigentlich wollte ich mir ja schon zur März-Herausforderung was einfallen lassen, aber Kursarbeiten, Projektwochen, Demonstrationen, .... Naja, die üblichen Ausreden eben :)
    Da's bei mir jetzt wieder etwas ruhiger wird, sag' ich jetzt einfach mal: Diesmal mache ich mit, wenn sonst noch jemand was schreibt! (Muss mir selbst mal in den Hintern treten :D )


    Xin Chao
    Sarah

    Hallo Maike!
    *grins*


    "Gewiß, Porthos..." erwiderte er, um dann den auf dem Tisch Liegenden zu ergreifen und ihn mit den Füßen voran ins Feuer zu befördern.


    Diese Stelle kann einem ja ganz schön einen Schauer über den Rücken jagen, .... zumindest, wenn diese Szene das erste ist, was man von dir liest. :wink: ...
    Der Titel ist einfach wunderbar, gerade weil man dabei an dieses Gedicht denkt und es dann ausgerechnet "Richelieus Füße" sind, die im Feuer landen.


    Viele Grüße
    Sarah