Waffen im 17. Jahrhundert

  • In den Musketierfilmen sieht man ja oft die verschiedensten Waffen..beispielsweise kleine Armbrüste mit Glaspfeilen, im Taschenformat, Dolche in die eine giftige Flüssigkeit eingefüllt werden kann, etc.


    Beim Anschauen der Filme frage ich mich immer, welche dieser Waffen es denn wirklich gab. Benutzte man da wirklich solche Waffen?


    Und überhaupt die Frauen...in manchen Filmen können die Fechten wie die Profis...dabei könnte ich mir vorstellen, dass es im 17. Jahrhundert genau wie im Mittelalter war, und es den Frauen gar nicth erlaubt war, eine Waffe in die Hand zu nehmen....

  • Also ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Frauen das durften! Es war ihnen ja glaube ich auch verboten, Männerkleidung zu tragen. Wahrscheinlich hätte man so eine Frau sofort vor ein Gericht gezerrt... :thumbdown: Ich glaube, das Leben von normalen Frauen aus einfachen Verhältnissen war kein Honigschlecken... ^^

  • Dogtanianette


    Ja, das glaube ich auch, vor allem, weil damals die Zeit der Inquisition war, und schon viele unschuldige Frauen, die keinerlei Vergehen begangen hatten, hingerichtet wurden..eine Frau in Männerkleidung wäre da sicher auch schnell vor der Inquisition gelandet..


    Deswegen wunderts mich immer, wie die Frauen in den Verfilmungen in aller Öffentlichkeit als Kampfamazonen herumlaufen.


    Ich glaube auch, dass das Leben damals kein Honigschlecken war.

  • Vielleicht hat das mit den Kampfamazonen auch etwas mit Dumas selbst zu tun. Ich könnte mir vorstellen, dass er starke Frauen zu schätzen wusste. In den Romanen verkleiden sich ja auch immer wieder Frauen als Kavaliere... 8)

  • Aber in keinem Buch kämpft eine Dame mit dem Degen - nur Mylady mit dem Dolch. Und wenn mich mein Gedächtnis jetzt nicht im Stich lässt, so ist nur bei Mme de Chevreuse die Rede von einer Verkleidung als Mann. Ich glaube, sich als Mann zu verkleiden, war gewagt, wurde aber gemacht - es gab doch da diesen Piraten, der im Endeffekt eine Frau war ... aber als Frau Unterricht im Fechten zu nehmen? Undenkbar, außer, man hatte einen großzügigen Vater ...
    @Alienor: Über Waffen gibt es einige gute Artikel bei Wikipedia, so Dinge wie Glaspfeile in der Armbrust halte ich für Hollywood ...

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

  • Madame de Longueville verkleidet sich auch. ;) Und diese Dame in Monte Christo...hab den Namen vergessen. ^^
    Vielleicht haben sich ja viele Frauen als Männer verkleidet und es hat nur niemand bemerkt. 8)

  • Dogtanianette: War das Haydee? Oder wie auch immer man sie schreibt, das weiß ich grad nicht mehr. Stimmt, Mme de Longueville, dann entführt der Wind ihren Hut ... äh, die Damen bei Dumas scheinen sich oft als Herr zu verkleiden, um sich dann schnellstmöglichst auszukleiden :P

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  • Dogtanianette


    Könnte es die Chevreuse gewesen sein? Zumindest die historische Chevreuse soll sich ja mehrmals als Mann verkleidet haben während ihrer Flucht..


    Ist mir grad richtig peinlich, dass ich das nicht weiss....aber wer ist Haydee? Ich dachte echt, ich kenne mittlerweile alle charaktere

  • Haydee ist die Geliebte des Grafen von Monte-Christo ... na, seine Begleiterin, sagen wir mal so ;) , sie hat also nichts mit den Musketieren zu tun ;)

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  • Also die Dame hieß Eugenie. ;) Sie schnitt sich ihre Haare ab, verkleidete sich als Mann und brannte mit ihrer Freundin durch, die sie als ihre Schwester ausgab... :D

  • Äh ... bin grad etwas verwirrt ... welche Dame? Die von Monte-Christo? An eine Eugenie kann ich mich gar nicht erinnern, müsste das Buch mal wieder lesen ...

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  • Dogtanianette


    Das was du da beschreibst, klingt ja beinahe wie die Handlung in einem Iny Lorentz Roman.


    Aber da der Roman von Dumas ist, gehe ich mal davon aus, dass er doch nicht mit den grottigen Lorentz Romanen zu vergleichen ist, sondern um Klassen besser.


    Bei uns in der Bücherei gibts den Roman, ich werd ihn auf jeden Fall mal leihen. Kommt denn da auch Dumas Humor so durch wie bei den Musketier-Romanen?


    Ist es genauso spannend zu lesen?

  • Ja, er ist spannend, hat aber nicht so viel Charme wie die Musketiere ... und nicht ganz so viel Witz, finde ich. Ist eher tragisch. Ein toller Roman ist auch ´le chevalier de maison rouge´, der ist wirklich umwerfend, fast - aber nur fast ;) - so gut wie die Musketiere.

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  • Hi Alienor - also Deine und ein bißchen auch meine Favoritin hat auf dem 2. Kreuzzug definitiv Rüstung getragen und sich angeblich sogar an den Kämpfen beteiligt. Und das in einem Kleid?


    Von Elizabeth I. ist bekannt, dass sie oft in Männerkleidung ausritt.
    Der Damensattel mit Seitsitz selbst kam erst im 14. Jahrhundert auf.
    Du weist, dass ich mich mit Pferden ein bißchen auskenne.
    Ich kann mir schon gut vorstellen, dass Frauen deshalb Beinlinge oder Hosen trugen.


    Meine Frau hätte mit Sicherheit auch im Mittelalter nicht ständig Röcke getragen, da bin ich ganz sicher.
    Im übrigen war sie mal Deutscher Meister(in) im Florettfechten und hat in einem Vergleichswettkampf ihre männlichen Gegner regelrecht "geschlachtet".


    Seitdem traue ich Frauen so gut wie alles zu. Warum fällt mir dazu nur immer wieder Marian ein?


    Allerding ist Johanna von Orleans letztendlich verbrannt worden, weil sie Männerkleidung trug.
    Alle anderen Anklagepunkte hatten nicht gehalten.

  • löwenherz


    Schön, dass du jetzt auch hier bist. :)


    Ja, stimmt, da hast du Recht. Alienor hat im zweiten Kreuzzug sogar mehr und tapferer gekämpft als ihr Gatte Louis VII, der sich vor jeder Schlacht zu drücken versuchte.


    Ich find ihren Mut auch echt bewundernswert, das hab ich bestimmt auch schonmal im Alienor Forum erwähnt. :D


    Und später hat Alienor dann noch einmal Männerkleidung getragen, auf ihrer Flucht vor Henry II, wurde aber leider enttarnt und gefangengenommen.


    Dass der Damensattel erst im 14. Jahrhundert aufkam, wusste ich nicht, da er schon in diversen Robin Hood filmen zu sehen war, dachte ich, es hätte ihn schon das ganze Mittelalter über gegeben.


    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es Frauen gab, die Beinlinge und Hosen trugen. Wow, deine Frau war Fechtmeisterin? Das ist echt beeindruckend...ist ja bestimmt gar nicht so einfach das zu lernen.


    Ich denke auch, dass Frauen bei Schwert-oder Fechtkämpfen damals den Männern durchaus nicht unter-in manchen Fällen sogar überlegen waren.


    Und ich vermute, dass es im Mittelalter und auch später, viele Frauen gab, die als Männer lebten, und ihr Leben lang nicht enttarnt wurden.


    Marian fand ich in der Robin Hood Legende immer sehr beeindruckend, sie wurde da immer als toughe Frau dargestellt.


    Und Jeanne d árc finde ich auch echt bewundernswert, sie hat damals dem König von Frankreich den Thron gerettet...ich finds eine Schande, dass dieser König Karl sie dann im Stich gelassen hat.


    Und Elizabeth I ist ja schon sehr nahe an der Musketier Epoche, wenn sie Männerkleidung tragen durfte, haben das sicher mehr Frauen in dieser Zeit dann auch getan.


    Allerdings kam dann im Laufe des 17. Jahrhunderts diese schreckliche Inquisitionswelle, und die Frauen mussten sehr vorsichtig sein, denn damals wurde man ja schon verurteilt, wenn man gar nichts Auffälliges tat..

  • floGzmo


    Vielleicht hilft dir der Link ja weiter:


    [Blockierte Grafik: http://www.kerber-net.de/religion/reformation/hugenotten.htm]


    http://www.kerber-net.de/religion/reformation/hugenotten.htm


    Ich kenne mich selbst auch noch nicht so gut auf dem Gebiet aus, und bin gerade erst dabei, mir das alles anzulesen.


    Ich persönlich glaube nicht, dass bei den Hugenotten Frauen und Kinder zu den WAffen greifen durften, ich glaube, mit den Frauen ging man in dieser Religion eher streng-puritanisch um.

  • floGzmo: Ich weiß nur bzw. ich habe mal gelesen, dass die Frauen und Kinder von La Rochelle sich ´retten´ durften, dass man ihnen freigestellt hat, in der Stadt zu bleiben und zu verhungern oder nach draußen ins feindliche Heerlager zu ziehen - viele wählten die FLucht und kamen elendiglich um, denn die Feinde blieben auch bei Frauen und Kindern feindlich und haben sie ´ins Messer laufen lassen´. Ich nehme mal an, dass vereinzelte Frauen der Hugenotten zu Waffen griffen, aber nicht gezielt darauf trainiert wurden, die Männer zu unterstützen.

    Wenn es morgens um sechs an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe (W. Churchill)

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