Beiträge von Aramis

    Was ich ganz witzig gefunden hab, waren "Guards!Guards!" von Terry Pratchett. Die 3 Musketiere und D`Artagnan kommen zwar nicht namentlich vor, aber es wird sofort klar, dass sie bei den Hauptprotagonisten Pate gestanden haben. Vor allem Karotte (=D´Artagnan) ist für mich zum Brüllen. Ich bin sonst überhaupt kein Fan von Fantasy, aber ich mag Romane, die ihr eigenes Genre persiflieren. Die Charaktere, Namensgebung und die spitzen, sarkastischen Formulierungen find ich einfach klasse, angefangen bei Kleindrachen-Züchterin Lady Käsedick (=quasi Mylady) :thumbsup:

    Also, diese Formulierung merk ich mir, fürs FF-Schreiben:

    Zitat


    Ein Mädchen, kaum 12 Moden alt ...


    G.Chr. Lichtenberg


    Der Lichtenberg ist überhaupt eine Fundgrube, speziell für Literaturinteressierte:



    Eine Lieblingsstelle, auf die ich immer lauere, wenn ich mir Verfilmungen anschau (aber am besten gefällt sie mir bloß in meiner Vorstellung): Athos, zusammen mit Porthos und Aramis zu Tréville befohlen, erscheint etwas verspätet, infolge seiner Verwundung, und fällt dort in Ohnmacht, in selbstloser, edler Pflichterfüllung :rolleyes: - diese Szene kommt auch im Comic von Morvan/Rubén ziemlich ausführlich vor -

    Also dieses Buch mit Musketieren und Drachen, das erinnert mich jetzt irgendwie an Terry Pratchetts "Guards! Guards!" - welches von den beiden ist wohl zuerst geschrieben worden??
    Der arme Aramis - man hat offenbar wirklich keine gute Meinung von ihm, aber da ist er wohl selbst dran schuld! Dieses ständige Lavieren zwischen den Fronten, das Intrigante und die ewigen amours ("außerdem ist er andauernd in Weibergeschichten verwickelt", heißt es in den VAA, ich weiß jetzt leider nicht, wer das von ihm sagt )machen ihn offenbar nicht gerade zu einem Sympathieträger - seufz!
    kaloubet
    Dass Aramis, wie du sagst, ein atheistischer Freigeist ist, davon bin ich auch überzeugt. Was aber nicht zwangsläufig heißen muss, dass er deswegen vor gar nix zurückschreckt. Ich glaub, Mord und Totschlag im Namen der Religion ist weiter verbreitet als im Namen des Atheismus. Aber klar, bei ihm stehen natürlich auch persönliche Interessen massiv im Vordergrund. Richelieus politische Absichten kommen mir eigentlich ziemlich zukunftsweisend vor - die Trennung von Politik und Religion ist für einen modernen, säkularen Staat ja äußerst wichtig - schade, dass Spinoza erst 10 Jahre alt war, als Richelieu starb - wär interessant gewesen, zu wissen, wie er Richelieus Politik beurteilt hätte - oh, Pardon! Ich schweife schon wieder ab -

    @Alienor
    Ja, Athos ist im 48er nicht gerade beispielgebend - in dieser Rolle ist einzig Henri Rollan unübertroffen gut, find ich. Vincent Price sitzt mit einer Katze da, das stimmt - ich weiß jetzt allerdings nicht, ob auf dem Sofa oder in einem Lehnstuhl :whistling: - Aramis ist in diesem Film natürlich scheußlich, wie in allen Filmen außer dem Diamant-Berger, Porthos geht soweit, und Gene Kelly versucht, nicht zu nerven, sehr löblich. Bleiben Vincent Price und Lana Turner, als eigentliche Stars des Films. Irgendwie ist Lana Turner für mich die ideale Mylady - sie verkörpert total dieses Mondäne, diese schöne, glatte Fassade, hinter der sich Unheilvolles zusammenbraut -
    Mir kommts so vor, als habe Aramis in den VAA sich die Rolle des frivolen Geistlichen zugelegt, um von seinem eigentlichen ernsthaften Interesse, der Teilnahme an der Fronde, abzulenken - also quasi eine Camouflageaktion? Lügen war ja, wie du sagst, im geistlichen Bereich an der Tagensordnung. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass diese Gascognaden ein echter Charakterzug sind - vermutlich will er bloß seinen Klosterkollegen (und D`Artagnan) damit Sand in die Augen streuen -

    Also, um auf das Thema "Weiblicher Musketier - möglich oder nicht?" zurückzukommen: Ich hab vor geraumer Zeit mal eine Reihe von Büchern zum Thema Frauen in Männerkleidern gewälzt (dieses Interesse beruht, ich gebs zu, auf eigenen Bedürfnissen in dieser Richtung - verschämt grins!) und was ich da gefunden hab, an historischen Recherchen, lässt den Schluss zu, dass es im Verlauf der Jahrhunderte von weiblichen Soldaten, die als Männer verkleidet waren, nur so gewimmelt haben muss - allerdings waren diese Frauen bez. Transvestitinnen meist aus ärmeren Schichten, die oft als weibliche Arbeitskraft keinen Job fanden oder so unterbezahlt waren, dass sie von ihrem Lohn als Spinnerin, Näherin etc. nicht leben konnten; oft waren es auch Waisenmädchen, die vor einem prügelnden Vormund, aus dem Waisenhaus etc. flohen, oder Mädchen, die einem Schicksal als Prostituierte entgehen wollten. (Kommt ja auch als Anspielung in einer Episode der engl. TVSerie "Blackadder"vor, die in der Renaissance spielt)
    Ein interessantes Buch zu diesem Thema ist beispielsweise "Frauen in Männerkleidern" von Rudolf Dekker /Lotte van der Pol, oder "Les guerrières" von Armand Charmain alias Colonel Romain, vollgestopft mit kriegerischen Frauen in Männerkleidern quer durch die Jahrhunderte, das aber sicher nur mehr antiquarisch erhältlich ist, wenn überhaupt. Dass es zu jeder Epoche Frauen gab, die reiten, schießen und fechten konnten, steht außer Zweifel, und dass sie dies auch oft unerkannt und in Männerkleidern taten, ist eine ebensolche Tatsache. Ich frag mich nur, was sie machten, wenn sie die Regel hatten - laut Tallement des Réaux täuschte Madame de Chevreuse, als sie in Männerkleidern nach Spaniern floh und "von ihrem Monatsfluss überrascht wurde", eine Duellverletzung vor -

    Ich kann mich deiner Meinung über die zahllosen Verfilmungen, die alle, um dein überaus passendes Wort zu gebrauchen, grottenschlecht sind, nur voll anschließen! Also back to the roots, zu Henri Diamant-Berger, der hat`s wirklich draufgehabt. Hoffentlich wird VAA restauriert! (geifer, lechz!)

    Ah, dann bin ich ja nicht allein mit dem Gedanken, dass Mylady und Aramis ganz gut zusammenpassen! Und wenn er ihr Liebhaber gewesen wäre und die Lilie entdeckt hätte, würde er vielleicht sichtlich perplex gefragt haben: Mylady, wer hat Euch dies Blümchen hier verehrt?? Bezüglich seiner kirchlichen Ambitionen denk ich mal, wo Gott residiert, da ist auch der Teufel nicht weit, und vielleicht hat der direkte Umgang mit der Geistlichkeit und ihren Methoden Aramis`seltsamen Charakterwechsel ab den VAA ausgelöst?
    Eins steht jedenfalls fest: Vincent Price for Richelieu! Der ist immer noch mein Top-Favorit! Ich mag seinen hinterhältig sinnlichen souris, wenn er Lana Turner seine Aufträge erteilt -

    Ich kann mich dem schon Gesagten nur anschließen: Vielen Dank für diese würdige Galerie!! Ich mag diesen Film total - die 4 Hauptakteure sind die einzigen auf weiter Flur, die mich als Darsteller überzeugen. Henri Rollan als Athos ist einfach toll, Aimé Simon-Girard mag ich auch sehr gern, er nervt absolut nicht, im Gegensatz zu anderen D`Artagnans in anderen Filmen - außerdem erinnert er mich immer an den Herzbuben in einem Kartenspiel, und ich liebe diese 19.Jh.- Kartenspielgrafiken, die haben mich schon als Kind fasziniert - pardon, ich schweife ab. Außerdem gibt es hier den einzigen Aramis, der mir was bedeutet :love:
    Die Frauen hab ich beim ersten Mal Sehen ein wenig zu walkürenhaft empfunden, aber wenn man sich gewisse Gemälde des 17.Jh. anschaut, Rubens etwa, dann passt das ja gar nicht mal so schlecht -

    Ja, ich geb dir recht, was D`Artagnans Töchter betrifft - wobei ich allerdings Sophie Marceau ganz putzig fand - :rolleyes:
    Den Film aus den 50ern, den Du meinst, "Die Söhne der 3 Musketiere", hab ich auf DVD - Athos hat eine Tochter namens Claire (Maureen O`Hara) die sich, als Mann verkleidet, den Söhnen der 3 anderen anschließt, um das Königreich vorm bösen Herzog de Lavalle zu retten, der die versteckt gehaltene Prinzessin Henriette heiraten will, um selbst König zu werden. Naja. Ich mag Maureen O`Hara, sie ist keine von diesen Hollywoodzicken, die bloß schmachten und flennen können, und ihre Fechtszenen hat sie in ihren Filmen immer selbst gefochten, ohne sich doubeln zu lassen, hab ich irgendwo gelesen, was für eine Frau damals sehr unüblich war. Ich hab auch irgendwann mal einen Film namens "Cyrano und D`Artagnan"gesehen, kann mich aber leider gar nicht mehr erinnern, worum`s da ging -
    Nastassja Kinski ist 1961 geboren, wenn der Google recht berichtet, also 51.
    Ja, eine gute Verfilmung vom VdB, das wär was! Aber es kommt vermutlich wieder bloß eine Eiserne Maske dabei raus. Überhaupt, manchmal denk ich mir, diese Drehbuchautoren sollten mal ein paar gute FFs hier lesen (davon gibts ja wohl genug!) und die tollen Ideen daselbst studieren, bevor sie sich ans Drehbuchschreiben machen und wieder irgendwelche abstruse Handlungen sans raison zusammenkleistern -

    Ich hab diesen Film auf DVD, mit dem seltsamen Titel "La Femme Musketeer", und hab ihn mir bisher nur einmal reingezogen, für ein weiteres Mal hab ich mich noch nicht aufraffen können - aber vielleicht sollte ich das jetzt doch mal tun, zwecks Vergleich mit den ausführlichen Beschreibungen hier. Ich fand ihn jedenfalls beim ersten Mal ziemlich -hm -out of order, u.a. die Kostüme -
    Was mich irgendwie berührte, war, dass Nastassja Kinski die böse Lady Bolton spielt und dabei irgendwie so kraftlos und verbraucht wirkt (auf mich zumindest) - ich kenne sie als junge Schauspielerin in "Frühlingssinfonie" in der Rolle der Clara Schumann, und da strahlte sie ganz andere Energien aus (klar, da war sie viel, viel jünger - aber trotzdem). Pardon, ich schweife ab-

    Der Carlsen-Comic von N. Juncker ist wirklich klasse, die Charaktere kommen super rüber,der Tagebuchstil gefällt mir, und die Zeichnungen find ich trotz ihrer vordergründigen Simplizität sehr passend; ich hab den Comic auf Französisch und Deutsch, und die Übersetzung ist natürlich nicht ganz so gut wie das Original. Die 4 Bände von Morvan/Rubén gefallen mir auch gut, obwohl ich anfangs von den Titelbildern ein bissl abgeschreckt war - allerdings gibts diesen Comic, soviel ich weiß, leider nur auf Französisch. Aber immerhin -