Beiträge von Aramis

    Die Ambulanz raste heran, mit Blaulicht und Sirenengeheul, und hielt mit rauchenden Reifen - ich riss die Beifahrertür auf und sprang hinein, dem erstbesten Notarzt quer auf den Schoß - mit wildem Tatütata preschten wir durch die halbe Stadt hinaus in die Vorbezirke, wo auf anmutiger, bewaldeter Höhe die berühmte Spezialklinik für Schönheitschirurgie "Zur neugeborenen Aphrodite" lag - das Rettungsauto hielt, in quietschender Vollbremsung, ich riss mir die Sauerstoffmaske von der erst kürzlich entzückend verkleinerten Nase, sprang hinaus und stürmte, meine Handtasche und meine Silikonimplantate krampfhaft an mich drückend, durchs imposante, marmorverkleidete Portal hinein an die wohlbekannte, noble, mahagoniverkleidete Rezeption - Himmel, hoffentlich hatte Dr. Mabuse heute Dienst! Ein wahrer Abgott von einem Schönheitschirurgen, mit blendendem Aussehen und bisher absolut unverheiratet! Oh, ich musste unbedingt sofort einen Termin bei ihm ergattern!! - Wenn nicht, dann blieb mir- horrende Vorstellung! - nichts anderes übrig, als ersatzweise Dr. Crippen zu bemühen - mon Dieu! Wer konnte erahnen, wie viele ästhetische Leichen der wohl schon im seinem Keller hatte?!

    Plötzlich hielt ich inne - was war denn dieses Rauhe da an meinem Kinn?! Doch nicht etwa schon wieder Bartstoppeln?! O Gott!! Und ich hatte mich doch erst vor kurzem zum zweiten Mal umoperieren lassen, weil dieser Dr. Frankenstein beim ersten Mal so perfide gepfuscht hatte! Offenbar hatte ich immer noch zuviel Testosteron im Blut -! Ich zückte sofort mein Handy, stöckelte, so schnell mich meine extravaganten Highheels zu tragen vermochten, aus dem Café hinaus auf die Gasse und rief sofort per Notruf die Städtische Unfall-Ambulanz - ich musste schnellstens in die nächste erreichbare Klinik, um mir noch ein paar Östrogenspritzen verpassen zu lassen, sonst konnte ich Weihnachten vergessen - !

    ER lehnte sich zurück in die Kaffeehauspolsterbank und musterte mich, mit seinen schönen, dunklen Mandelaugen, kühl und unbeeindruckt:
    " Mein lieber Junge!" erwiderte er, ungehalten und ärgerlich, "Ich weiß, heute ist Heiligabend, alle Menschen werden Brüder und Friede auf Erden et cetera, aber ich bin bekennender Muslim! Ich steh nur auf Jungfrauen, möglichst frisch und ungebraucht! Alles klar?! Also zisch gefälligst ab und lass mich in Ruhe arbeiten!"

    Was für eine Brühe?? Ich meine, woraus besteht die, und was soll sie bewirken?? Ist das sowas wie ein Appetitzügler? Gegen Blutdurst?
    Och, warum denn keine Orgien?! ;( Das wär doch jetzt eine so schöne und multikulturell interessante Vorstellung: Opulenter Vampirball, Vampire aller Herren Länder vereinigt euch!, und beim eng umschlungenen Miteinandertanzen schlürft man zugleich ganz sanft und genussvoll am Hals des Partners - :rolleyes:

    Athos ist auch in Nicolas Junckers Comic blond, aber da störts mich seltsamerweise nicht.
    Athos kämpft gegen sein Vampirdasein an?! Aber hallo! Wenn ich schon das nicht wieder gutzumachende Schicksal hätte, ein Vampir zu sein, dann würd ich mirs aber voll geben, zum Ausgleich und zur Entschädigung! Die schönsten Männer&Frauen wären so schnell lüstern und begierig ausgesaugt und ebenfalls in Vampire verwandelt, so schnell könnten die gar nicht schauen! Wenn schon, denn schon. :thumbup:
    Und wenn ich Athos wäre, dann würd ich mich gleich mal um die jungfräulich zarten Hälse der drei anderen kümmern: "Die 4 Muskevampire" - "Ein Biss für alle, und alle auf einen Biss!" - das hat doch was! :D

    Ja, die "3 Musketiere" gäben in der Tat eine schöne Oper ab! Wenn sie sogar als Musical und Operette funktionieren? :P
    Also, als Besetzung hätten ja die damaligen "3 Großen Tenöre" wunderbar gepasst: Placido Domingo als Athos, Luciano Pavarotti als Porthos und José Carreras als Aramis - ein absoluter Traum! ;)
    Als Mylady müsste ein Koloratursopran her, à la "Königin der Nacht" aus Mozarts "Zauberflöte"; Rolando Villazón wär ein optimaler D´Artagnan, und Anna Netrebko kann dann die Constance singen - die beiden stecken ja eh dauern zusammen, auf der Bühne! Richelieu? Hm, da fällt mir jetzt keiner ein, müsste irgend ein hinterhältiger Bariton Marke "Jago" im "Othello" sein, und für Rochefort bräuchte man einen drohenden Bass à la "Kaspar" im "Freischütz" - :thumbup:

    @Alienor
    Als direkte Vorlage glaub ich eher nicht, aber man weiß ja nie, welche Assoziationen da im Geheimen ihre Macht ausüben -
    Wenn du mal Zeit hast, hör dir Beethovens fünfte Sinfonie auf youtube an - sie "heißt übrigens "Schicksalssinfonie", und Beethoven könnte sie direkt für Athos, der ja auch ein vom Schicksal Verfolgter ist geschrieben haben - Beethoven ist für mich ein Athos-Charakter: dunkelhaarig, unverheiratet, voller Probleme, zerfallen mit sich und der Welt, von Schicksalsschlägen heimgesucht (er war bekanntlich taub), von heftigen Gefühlen gepeinigt und süchtig nach wahrer Liebe -

    Heute beim Klavierspielen ists mir plötzlich durchs Hirn geschossen:
    Die optimal passende Musik für Aramis wäre eindeutig die Klaviermusik von Frédéric Chopin - vor allem dessen Ballade in g-moll, die liefert ja direkt ein entsprechendes Charakterbild! Oder auch Chopins Nocturnes - Chopin hat überhaupt was an sich, dass mich an Aramis denken lässt: zarte Gesichtszüge, übersensibel, eigenbrötlerisch, und künstlerisch veranlagt. George Sand, die resolute Schriftstellerin und zeitweilige Lebensgefährtin Chopins, wäre mit der Chevreuse vergleichbar, denn auch George Sand trug gerne Männerkleider. Dumas muss die beiden übrigens gut gekannt haben -

    Was Athos betrifft, so kommt mir sofort Beethovens Fünfte oder Richard Wagner, Der Fliegende Holländer, in den Sinn -

    Zitat

    Der Trieb, unser Geschlecht fortzupflanzen, hat noch eine Menge anderes Zeug fortgepflanzt.

    Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.

    Es ist immer besser, einem schlechten Schriftsteller gleich den Gnadenstoß zu geben, als ihn so lebendig von unten herauf zu rezensieren.

    Er hatte gar keinen Charakter, sondern wenn er einen haben wollte, so musste er immer erst einen annehmen.
    G.Chr. Lichtenberg

    @Alienor
    Ich meine, es würde doch durchaus genügen, wenn sich die Filmemacher einfach mal ans Buch hielten, ohne ihre Pseudokreativität dabei zu verspritzen - es ist schon schwierig genug, glaub ich, den Roman von Dumas in intelligente Dialoge (obwohl er da ja auch schon vieles vorgegeben hat) und ordentliche Szenen umzusetzen. Das sollte doch Herausforderung genug sein. (Gilt natürlich für jede Literaturverfilmung)

    @Alienor
    O Graus!!! Das schlägt ja wirklich dem Fass den Boden aus! Und wozu der ganze Müll? Weil mal wieder der amerikanische Präsident vor einem Attentat geretten werden muss - gähn! Wie oft hatten wir das nun schon, seit Abraham Lincoln?! Athos als karatekämpfenderJapaner, das ist ja wohl das Letzte, und dass D`Artagnan und Aramis zur Frau mutieren, ist wohl einzig und allein wegen der Gendergerechtigkeit so angesagt- die üblichen Quotenfrauen halt, die jetzt überall drin sein müssen - abermals gähn! Es ist echt so öde, wenn man schon beim bloßen Vorbeigehen genau weiß, anhand des Filmplakats, was da drin sein wird, an üblichen, öden Klischees und Actionspäßen -