Beiträge von admiral


    Was du, admiral, bezüglich den Louis d`or angemerkt hast, dürfte anscheinend auch für die Pistolen gelten, denn laut Wikipedia wurden sie ebenfalls erst ab ca. 1640 in Frankreich als Zahlungsmittel eingeführt. Dennoch tauchen sie in den 3M auf:

    Na ja, anders als der Louisd'or haben sie ja schon in Spanien existiert, also könnten sie auch in Frankreich bekannt und inoffiziell im Umlauf gewesen sein.
    Ausserdem, lies Dir mal den französischen Wiki-Eintrag über Pistole (monnaie) durch, dort steht es etwas anders.

    Der Grund dafür könnte darin liegen, dass der Drehbuchautor sich hier auf Dumas` Vorgabe im Kapitel 44 bezieht. Richelieu spricht im Colombier Rouge Charlotte mit dem Titel Milady, und Athos hört dieses Wort durchs Ofenrohr:

    Mag schon sein, aber im Film tituliert der Kardinal sie nicht (zumindest in der russischen Vertonung nicht). Und die Sequenz danach zeigt auch eindeutig, dass Athos sie als seine Frau erkannt hat und nicht als Milady.

    Phu, statt einfacher, wird es technisch immer komplizierter.

    Aber ok, die Rechtslage wird es auch. ;(

    Ich verstehe es trotzdem nicht. Jede Site, welche Bilder beinhaltet, kann sie softwaremassig zum verlinken sperren, wenn es so erwünscht ist. Was hat da der Gesetzgeber mitzureden? :cursing:

    Mir fällt grad nichts mehr ein, abgesehen von den Hausnummern, die es im 17.Jh. nicht gab

    Ich hab mal in die Wikipedia reingeschaut. Also, Hausnummern gab's schon zu dieser Zeit, nicht durchgehend und nicht in allen Stadtteilen von Paris, aber es gab sie, wenn man Tante Wiki glauben darf.


    Aber etwas anderes ist mir noch aufgefallen: in den 3M kommen als Zahlungsmittel Louisd'ors vor. Die gibt es aber erst seit 1640, z.Z. als sich VAA abspielt.


    Aber die Sache mit dem Gift (Mylady & Athos) fand ich gut gemacht, wie überhaupt die ganze elende Liebesgeschichte der beiden hier stimmig rüberkommt.

    Das stimmt, da muss ich dir Recht geben, diese Sequenz ist sehr gelungen und hat eigentlich nur einen klitzekleinen Fehler: als Athos die Stimme seiner tot geglaubten Frau durch das Ofenrohr hört, flüstert er "Milady", obwohl er Milady noch nie gesehen hat, er kennt sie nur aus d'Artagnans Beschreibung.

    ...der Film hat Mängel, eindeutig, aber so im Großen und Ganzen ist er einer der besten:thumbup:

    Bin jetzt bei Teil 6 und werde das Gefühl nicht los, dass der Drehbuchautor ab Teil 5 genug hatte und husch-husch geschrieben hat. Und der Regisseur muss Urlaub genommen haben.


    Dass bei einem Gefecht die Guten immer treffen während die Bösen jeweils Fahrkarten schiessen, daran hat man sich aus den US Actionfilmen gewöhnt. Aber wenn die Bösen keinen Portos, dafür aber vier Weinflaschen Hälse auf Bestellung treffen, wirkt das einfach plump.

    Überhaupt, bei dem Scharmützel um die Bastion Saint Gervais stimmen die Sequenzen einfach nicht mehr, von Entfernungen und Proportionen ganz zu schweigen.

    Auch die Regie hat geschlafen. Es ist einfach lächerlich, wenn der Kardinal Mylady zur Bergrüssung herablassend die Hand zum Kuss reicht, sich aber vor dem Wirt höflich verneigt.

    Ich hoffe es wird nicht schlimmer.


    Nichtsdestotrotz finde ich einige eingeflochtene Ideen richtig gut, z.B. dass nach dem Giftmord Myladys keiner der Musketiere mehr Anjouwein trinken möchte.

    Bin jetzt bei Teil 5 und habe die ersten groben Schnitzer im Drehbuch gefunden:


    D'Artagnan wird zur Audienz beim Kardinal zitiert, bekommt dort ein Mahl vorgesetzt und speist mit seiner Eminenz an einem Tisch. Nicht besonders glaubwürdig, dass einem einfachen Gardisten so eine Ehre zuteil wird, zumal er ein Kandidat fürs Schafott ist, wie er zu hören bekommt. :thumbdown:


    Der Kardinal äussert sich absolut respektlos über den König und dass vor einem kleinen Edelmann, welchen er zum ersten mal begegnet. Absolut unglaubwürdig für einen cleveren ersten Minister und selbst als Provokation nicht logisch und deplaciert. :thumbdown:


    Um das gezinkte Alibi d'Artagnans zu überprüfen, reitet ein Gardist seiner Eminenz los und kommt nach kurzer Zeit wieder. Wie muss man sich das vorstellen? Dass ein einfacher Gardist Cap. de Treville befragt und de Treville ihm Rede und Antwort steht? Nicht sehr glaubwürdig. :thumbdown:


    Überhaupt habe ich das Gefühl, dass beim Teil 5 ein anderer Drehbuchautor zu Werke war. ?(


    PS das neue Layout ist nicht gut. :(

    ...er hätt glatt eine passable Mylady abgeben können! Hmm, und als Mordaunt könnt ich mir ihn auch gut vorstellen


    Mordaunt vielleicht, ja, könnte sein, mit blonden kurz geschorenen Haaren. :thumbup:


    Aber Mylady, nee, da müsste ich ja auf Ekaterina Vilkova verzichten und das würde ich ungern: :D


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    Ja, der einzige Film, der wirklich dem Buch getreu wird, ist der Diamant-Berger.


    Habe den Diamant-Berger Film auf youtube mal aufgerufen.
    Etwas irritiert mich die Nachvertonung.
    Einerseits spiel da die ganze Zeit Musik, wie beim klassischen Stummfilm.
    Anderseits sind französische Untertitel im Bild selbst und nicht zwischen den Bildern zu sehen. Wahrscheinlich sind sie im Nachhinein eingearbeitet.
    Dann wieder hört man einen gesprochenen Kommentar, was nun im Stummfilm nicht üblich ist.
    Letztendlich hört man bei den Kampfszenen das Klirren der Degen.
    Ich werd' nicht schlau daraus. :rolleyes:

    Oliver Reed ist zwar ein guter Schauspieler (das war der Lester-Film), aber für Athos eine absolute Fehlbesetzung in meinen Augen. Heino Ferch ebenfalls. Kiefer Sutherland ist auch nicht mein Fall, auch wenn sich da die Geister streiten Francois Chaumette (das ist der aus dem Claude Barma Film) fand ich jetzt nicht schlecht, aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Den Schauspieler aus dem Zeppelinfilm fand ich gar nicht mal sooo unansehnlich, aber da wurde halt der Inhalt derart grausig verändert, dass nix mehr passt - um nur mal ein paar zu nennen. Ich hatte übrigens eher das Gefühl, dass viele Regisseure lange Zeit die tragikomische Säuferrolle in ihm gesehen haben (siehe Lester) und dass erst in letzter Zeit das (wieder, denn es war ja nicht immer so), kippt und die Tragik mehr zum Tragen kommt - zum Glück.


    Der Athos Darsteller aus dem russischen Film Yuri Chursin ist rein optisch eine gute Besetzung und füllt die Rolle nicht schlecht aus. Hab mal ein bischen gegoogelt, schein eine interessante Person zu sein. Hat bis 2006 nur im Theater gespielt, wo er u.a. auch weibliche Rollen bekommen hat. Hier ein paar Bilder von ihm:


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    Was die Diener angeht, da gibt es doch diesen französischen Film , der sich mehr oder weniger nur um die Diener dreht - gesehen habe ich ihn allerdings noch nicht.


    Hast Du nichts verpasst. Die Kernidee ist, dass alle Heldentaten eigentlich von den Dienern vollbracht wurden. Aus heutiger Sicht geht es um die Nöten von 4 Angestellten, welche unter Dauerstress maximale Leistung liefern und die Lorbeeren danach von ihren Chefs eingeheimst werden - das alles um 400 Jahren zurückversetzt.
    Mit Dumas Roman hat das wenig zu tun.


    Falls man indifferent zu den 3M ist, könnte man den Film als Parodie der Mantel & Degen Filme verdauen.

    Ich muss den Borderie mal wieder angucken, der ist mir nicht mehr präsent - Athos ansehnlich? Das war nach 32 ja kaum noch der Fall :D - nein, im Russischen kommen die Diener nicht vor, vielleicht hatten sie einfach nicht so viel Personal? Ich würde jetzt nämlich behaupten, dass der Film um einiges weniger gekostet hat, als der mit den Zeppelinen :rolleyes:

    Und das, obwohl es 2013 noch gar keine Sanktionen gab. :D


    Die russische Langversion dauert 10 x 45min, ohne dass irgendwo Zeit geschunden wird und kommt trotzdem ohne die Diener aus.
    Es scheint in einer Verfilmung der 3M schwierig zu sein, den Dienern mehr als eine Statistenrolle zu geben. Versucht hat man das nur mir der Figur von Planchet, obwohl sie mM nach weniger Potential hat als z.B. Bazin. Letzterer ist immer verstört durch die weltlichen Ausschweifungen des M. Aramis. Dieser Widerspruch gäbe eine herrliche Vorlage für komische Szenen und in komischen Elemente hat sich bis jetzt jede 3M Verfilmung versucht.

    solche Irrtümer passieren eben, ich glaub nicht, dass das duc absichtlich gemeint war.

    Davon gibt's noch mehr.


    Kap 17


    »Nun aber,« sagte die Königin, »nun aber vergessen wir eine sehr notwendige Sache.«
    »Welche?«
    »Das Geld.«
    Frau Bonacieux erröthete.
    »Ja, das ist wahr,« sagte sie, »und ich gestehe Eurer Majestät, daß mein Mann ...«
    »Dein Mann hat keines, nicht wahr, das willst Du mir sagen?«
    »Gewiß, er hat, aber er ist sehr geizig, das ist sein Fehler. Uebrigens dürfen sich Ew. Majestät hiedurch nicht beunruhigen lassen, wir werden Mittel finden ...«
    »Ich habe auch keines,« sprach die Königin (diejenigen, welche die Memoiren der Frau von Moteville lesen, werden über diese Antwort nicht staunen), »aber warte!«
    Anna von Oesterreich eilte nach ihrem Geschmeidekästchen.
    »Halt,« sagte sie, »hier ist ein Ring von großem Werthe, wie man mich versichert. Er kommt von meinem Bruder, dem König von Spanien; er gehört mir, und ich kann darüber verfügen. Nimm diesen Ring, mach ihn zu Gelde und schick Deinen Mann auf die Reise.«
    »In einer Stunde soll Euch gehorcht sein.«


    Die Königin gibt Constance also einen Ring, um damit die Reise nach London zu finanzieren.
    Jedoch im Kapitel darauf:


    »Nun, noch etwas Anderes.«
    »Was?« fragte d'Artagnan, als er sah, daß Madame Bonacieux fortzufahren zögerte.
    »Habt Ihr vielleicht kein Geld?«
    »Vielleicht ist zu viel,« erwiederte d'Artagnan lächelnd.
    »Gut,« versetzte Madame Bonacieux, öffnete einen Schrank und zog daraus den Sack, den ihr Gatte vor einer halben Stunde so verliebt gestreichelt hatte; »gut, so nehmt diesen Sack.«
    »Den Sack des Kardinals!« rief d'Artagnan mit lautem Lachen, denn er hatte, wie man sich erinnert, durch Wegnahme seiner Fließen keine Silbe von der Unterredung des Krämers und seiner Frau verloren.


    Die Reise d'Artagnans wurde also mit dem Geld, welches M. Bonacieux vom Kardinal bekommen hat finanziert.


    Wo ist der Ring der Königin geblieben!? ?(
    Hat ihn dieses treulose Flittchen, die sich auch noch Constance nennt, etwa unterschlagen? X(

    Mylène Demongeot als Mylady ist mir ein wenig zu sehr Brigitte Bardot-lastig

    Naja, kann schon sein, aber anno 1961 wollten alle BB sein. :D
    Dafür ist Perrette Pradier um so besser in der Rolle von Constance.


    Bei den Dienern der Musketiere fällt mir gerade ein, dass in keinem der Filme, ausser 1961 alle vier vorkamen. Falls überhaupt, dann nur Planchet. In der 1953 Verfilmung spielte ihn sogar Bourvile.