Nun...vielleicht könnt Ihr mir ja eines Eurer Gedichte vortragen, es würde mich wirklich einmal interessieren, einen dichtenden Abbé trifft man nicht alle Tage.
Gasthaus zum Roten Taubenschlag
-
-
- Offizieller Beitrag
Ich empfehle eine gute Flasche Wein dazu. *Zu Aramis, ironisch* Ihr missgünstig? Seit wann das denn und warum ist mir das nie aufgefallen? Ah, vielleicht wenn Ihr meine Naturforschungen in Grund und Boden verdammt? Ha, mein Freund, machen wir sie das nächste Mal gemeinsam - die Forschungen meine ich - und Ihr werdet sehen, dass wir keine Traktate brauchen werden, um Spreu von Weizen zu unterscheiden.
-
*mit ravissantem Lächeln* Oh, mein Freund, bitte redet nicht abfällig über die Traktate! Sie leisten, ganz im Gegenteil, ziemlich gute und anschauliche Ersatzdienste, wenn es unglücklicherweise mal an realen körperlichen Forschungsobjekten fehlen sollte

-
runzelt die Stirn und wendet sich an Aramis*kann es sein, dass meine Frage Euch missfallen hat? Ich kann natürlich verstehen, wenn Ihr nieimandem Eure Werke zeigen möchtet.
-
*ups!* Oh, Madame, bitte entschuldigt mein Versäumnis!
Glaubt mir, es lag nicht in meiner Absicht, Eure Frage zu überhören! *mit strahlendem Lächeln* Ihr wünscht also, die Kinder meiner Feder näher zu begutachten? Nun, es gibt da einen neu erschienenen Sammelband meiner poetischen Werke, den mein Verleger, Monsieur Coupage, sich unlängst endlich doch entschlossen hat, herauszubringen - Ihr findet diesen Almanach - äh, Ihr wisst sicher, wo! *zwinkert der Dame verschwörerisch zu* -
Ja, ich interessiere mich sehr für Gedichte und Literatur, und ich werde den Sammelband gerne lesen und Euch dann meine Meinung dazu sagen.
*zinkert zurück* dann werde ich mir diesen BAnd gleich morgen früh besorgen und lesen. Ich bin zwar keine versierte Literaturkritikerin, aber ich habe schon viele Bücher und poetische Werke gelesen und Lesen ist eine meiner größten Leidenschaften. -
*jovial* Oh, man muss wahrlich kein Rezensent sein, um Poesie zu verstehen, Madame! Monsieur de Malherbe hat bekanntlich gefordert, dass Dichtung allgemein verständlich zu sein hätte, und ich habe mich treu bemüht, mich an seine Maxime zu halten.

-
Das freut mich, dass Ihr verständliche Dichtung schreibt, ich habe schon Gedichte gelesen, bei denen ich mich hinterher wirklich gefragt habe, was der Dichter damit eigentlich sagen wollte. Ich freue mich, Eure Werke zu lesen und bin gespannt, ob Ihr in Euren Geschichten auch versteht, Gefühle und Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Über welche Themen schreibt Ihr denn Gedichte? Schreibt Ihr wie die meisten Dichter über die Liebe, oder widmet Ihr Euch auch ernsteren, kritischen Themen?
-
Oh, sowohl als auch - will sagen, durchaus beides!
Doch bitte haltet mich nicht für einen von diesen Weltverbesserern, Madame! Gegen die menschliche Dummheit ist bekanntlich kein Kraut gewachsen, geschweige denn ein Gedicht! 
-
Das klingt interessant, ich freue mich schon darauf. Da habt Ihr in der Tat Recht, Monsieur, solange die Menschen sich nicht ändern, kann auch die Welt sich nicht verbessern, ich befürchte, dass es Kriege geben wird, solange es die Menschheit gibt. Sagt, wie seid Ihr eigentlich zum Dichten gekommen? Abbés schreiben ja meistens nur geistliche Traktate über die Bedeutung des Glaubens.
-
*Errötend* Ihr wollt wissen, wie ich dazu gekommen bin, mich in der Dichtkunst zu üben? Nun ja, nennt es ein immer noch andauerndes pubertäres Bedürfnis -

-
Nun, ich finde es gut, dass Ihr diesem Bedürfnis nachgeht, Gedichte sind eine sehr gute Methode, Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Ein dichtender Abbé und Musketier, das trifft man in Paris nicht alle Tage.
-
- Offizieller Beitrag
War es nicht Malherbe, der sagte: ´C’est une sottise de faire le métier de rimeur et un poète n’est pas plus utile à l’État qu’un bon joueur de quilles´? Vielleicht solltet Ihr kegeln gehen?
-
*grimmig* Mein Freund, die Kunst ist, wie alle gehobene Beschäftigung, für die Gesellschaft bei weitem nicht so unnütz, wie manche meinen wollen! Wer sie mit Fleiß betreibt, hat keine Zeit, grausige und mörderische Untaten zu vollbringen!
-
da kann ich Euch nur zustimmen, Monsieur, die Dichtkunst ist für die Gesellschaft nicht unnütz, womöglich können manche Gedichte Menschen zum Nachdenken anregen, im geschriebenen Wort liegt mehr Macht als manch einer denkt. Viele Leute halten das Dichten und Schreiben für eine brotlose Kunst, für sinnloses Federkleksen, aber meiner Meinung nach wohnt dem geschriebenen Wort ein besonderer Zauber inne. Was wäre die Menschheit denn ohne Bücher und Gedichte?
-
aber meiner Meinung nach wohnt dem geschriebenen Wort ein besonderer Zauber inne. Was wäre die Menschheit denn ohne Bücher und Gedichte?
Madame, welch wahre Worte!

-
Wie schön, dass es auch Musketiere gibt, die etwas für Bücher und Gedichte übrig haben.
Gewiss seid Ihr wie ich der Meinung, dass Bücher das Leben der Menschen entscheidend verändern können. Ich bin sicher, dass es eines Tages Bücher und Gedichte sein werden, die Frankreich und ganz Europa in ein neues Zeitalter führen. -
*gedankenvoll* Ja, da ist wohl etwas Wahres dran - das geschriebene Wort ist eine durchaus scharfe Waffe, in der Hand eines Philosophen -
-
Ja, eine Waffe, die sich viel wirkungsvolle einsetzen lässt als andere Waffen. Viele Menschen messen poetischen Werken keine hohe Bedeutung bei, was den Einfluss auf die Weltgeschichte anbelangt, aber schon in der Römerzeit waren es die Philosophen, die ganze Gesellschaften mit ihren Werken verändert haben.
-
schon in der Römerzeit waren es die Philosophen, die ganze Gesellschaften mit ihren Werken verändert haben.
*grinsend* Sofern sie überlebten!
-
-
Neu erstellte Beiträge unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden. Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 365 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet. Bitte erstelle ggf. ein neues Thema.

