Gasthaus zum Roten Taubenschlag

  • *mit ravissantem Augenaufschlag* Mein Freund, ich wiederhole nur Eure eigenen Worte! Und was Eure Höhle betrifft: sie ist weich gepolstert und ausgesprochen warm temperiert, ihre Speisekammer gut gefüllt, und das haben hungrige, draußen in der rauen, eisigen Welt erbärmlich frierende kleine Kater äußerst gern!

    Madame, mit dem Trinken vor der Schlacht ist es so eine Sache - mein Freund hier schwört darauf, dass eine allzu große Nüchternheit die Kampfmoral drastisch sinken lässt.
    Aber diese Sache mit Richelieu begreife ich nicht ganz. Was sollte der Kardinal in den Dünen Wichtiges zu tun haben??

    Troja stand in Flammen. Alles war im A**** (Homer, Ilias, 1. Versuch)

    2 Mal editiert, zuletzt von Aramis (15. April 2014 um 18:34)

  • Monsieur, der Kardinal ist immer genau dort, wo niemand ihn vermutet und will immer alles im Auge haben. Im Krieg trägt er gerne auch einmal die Kleidung eines Soldaten und reitet in die Dünen aus. Außerdem hat er in der Nähe gewiss auch einen oder mehrere Agenten positioniert. Und Alkohol mag gut sein, um einen Mann in der Schlacht mutiger zu machen, aber womöglich überlebt Ihr die Schlacht eher, wenn Ihr nicht so mutig seid und Euch in den hinteren Reihen haltet. Wie ist das eigentlich bei Euch...Ihr seid ja Abbé und Musketier..habt Ihr denn gar keine Angst nach La Rochelle zu gehen, und denkt womöglich über eine zeitweilige kirchliche Laufbahn nach, zumindest bis der Krieg dort vorüber ist? Ich kann über die Doppelmoral von König Louis nur den Kopf schütteln...einerseits verbündet er sich im großen Krieg mit den protestantischen Schweden, doch mit den Protestanten im eigenen Land verfährt er ganz anders.

  • und denkt womöglich über eine zeitweilige kirchliche Laufbahn nach, zumindest bis der Krieg dort vorüber ist?

    *grimmig* Madame, Ihr wollt mir also insgeheim nahelegen, ich soll mich vor dem Krieg drücken und meine Kameraden schnöde im Stich lassen?! Herzlichen Dank für diesen wohlgemeinten indirekten Rat! X(

    Troja stand in Flammen. Alles war im A**** (Homer, Ilias, 1. Versuch)

    • Offizieller Beitrag

    Euch in den hinteren Reihen haltet

    *Empört* Welch Vorschlag, Madame. Das mag für das weibliche Geschlecht die richtige Position sein - obwohl, wenn ich´s recht bedenke, eine andere ihm noch weit angemessener ist :whistling: - aber wir sind Musketiere des Königs! Unser Platz ist vorne, im Kugelhagel, oder an der Seite des Königs, um ihn zu beschützen! Was denkt Ihr nur von uns??
    *Zu Aramis mit hochgezogener Augenbraue* So sucht Ihr also vor allem Essen und den Platz hinter dem Ofen, wenn Ihr mich besucht? Vielleicht täte ich gut daran, mir eine Katze zuzulegen, die frisst weniger :P

  • zu Aramis*Nun, Monsieur, ich kann verstehen, dass Ihr Eure Kameraden nicht im Stich lassen wollt, das wäre wohl auch nicht besonders ehrenhaft. Aber habt Ihr denn gar keine Angst vor dem was da vor Euch liegt?
    zu Athos* Naja, Monsieur, ich sehe das wohl etwas anders, ich halte nicht viel von einem König, der seine Soldaten für sich kämpfen und sterben lässt. Euer Mut in allen Ehren...aber Euer König wird gewiss den Kämpfen von einer sicheren Position aus zuschauen, während Ihr und Eure Kameraden als Kanonenfutter dienen werdet.

  • *stirnrunzelnd* Mein Freund, Ihr wisst genau, was oder vielmehr wen ich vor allem anderen in Eurer Wohnung suche! Wollt Ihr hier etwa wahrhaftig behaupten, ich fräße Euch arm?!

    X( *zornig* Angst, Madame?! Dieses Wort kommt im Vokabular eines königlichen Musketiers nicht vor! Doch ich sehe schon, was Ihr mit solch listigen Suggestivfragen bezweckt! Wer bezahlt Euch für Eure (leider erfolglosen!) Versuche, unsere Kampfkraft zu schwächen?! Die Hugenotten?! Lord Buckingham?! Der Duc de Rohan?!

    Troja stand in Flammen. Alles war im A**** (Homer, Ilias, 1. Versuch)

  • Monsieur, ich bin keineswegs daran interessiert, Eure Kampfkraft zu schwächen. Ich halte einfach nicht davon, wenn Männer wie Ihr und Eure Freunde Ihr Leben so sinnlos lassen müssen. Habt Ihr Euch jemals gefragt, woführ Ihr da eigentlich kämpft? Ich bin davon überzeugt, dass Ihr keine Angst vor dem Kampf habt...aber macht dieser Kampf wirklich Sinn? Ich sah viele Männer im großen Krieg sterben...und alle ließen ihr Leben für nichts und wieder nichts. In den deutschen Landen haben wir seit über zehn Jahren Krieg und sind dessen längst überdrüssig, und viele sagen, dass es noch weitaus länger dauern wird. Aber Ihr müsst wissen was Ihr tut...wenn Ihr unbedingt nach La Rochelle wollt, dann müsst Ihr es tun.

  • *mit blitzenden Augen* Madame, verzeiht, aber Euer Gebaren kommt mir höchst verdächtig vor! Auf der einen Seite behauptet Ihr, die heimlichen Gepflogenheiten Seiner Eminenz genauestens zu kennen (was ja nur zutreffen kann, wenn Ihr Euch permanent in unmittelbarer Nähe des Herrn Kardinals aufzuhalten pflegt!), doch andererseits versucht Ihr, meinen Freund und mich zu überreden, unserem König den schuldigen Kriegsdienst zu verweigern! Wie passt denn das zusammen?! :evil:

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  • *schmunzelt* Ihr seid aber sehr misstrauisch, Monsier. Glaubt mir, wenn ich eine Spionin des Kardinals wäre, dann würde ich ganz anders vorgehen...in so einem Fälle wäre wohl Euer Wein vergiftet worden...denn so arbeiten Richelieus Agentinnen. Ich habe zwar schon als Spionin gearbeitet, aber niemals für den Kardinal. Ich weiß so gut über ihn Bescheid, weil auch er von bestimmten Leuten beobachtet wird.
    Mir ging es nur darum, Euch die Sinnlosigkeit dieses Kriegsdienstes deutlich zu machen....dort würdet Ihr Euer Leben für Nichts lassen...das wäre doch sehr schade. Sicher, als Musketier des Königs müsst Ihr nach La Rochelle, doch habt Ihr Euch niemals gefragt, ob es das wert ist, Euer Leben für den Krieg des Königs zu riskieren?

  • Ich habe zwar schon als Spionin gearbeitet, aber niemals für den Kardinal.

    *grimmig* Genau das wollte ich hören. Ihr steht also im Dienste feindlicher Mächte, und Eure listigen Worte, mit denen Ihr meinem Freund und mir empfahlt, unserem König den militärischen Gehorsam zu verweigern, sprechen wahrlich Bände! Madame, was Ihr betreibt, nennt man schlichtweg Hochverrat!

    Troja stand in Flammen. Alles war im A**** (Homer, Ilias, 1. Versuch)

  • Monsieur, ich bin ja keine Französin, ich stamme aus Prag, demzufolge wäre es auch kein Hochverrat, da ich keine Untertanin Eures Königs bin. Und ich kann Euch versichern, dass ich wirklich im Moment für niemanden spioniere, sondern es einfach nur traurig fände, wenn Ihr und Eure Freunde so sinnlos Euer Leben lassen müsstet. Es wundert mich immer wieder, wie bereitwillig viele Männer, egal aus welchen Landen, für ihre Könige in den Tod gehen. Wie Lämmer die zur Schlachtbank geführt werden.

  • ich bin ja keine Französin

    *mit funkelndem Blick* Madame, wie wollt Ihr das beweisen? Einen falschen ausländischen Pass kann schließlich jeder mit sich führen! Oder kommen solche subtilen Nationalitätenwechsel etwa unter den Agentinnen Seiner Eminenz nicht vor?! Dies solltet Ihr doch wissen, wo Ihr ja, was die Angelegenheiten Richelieus betrifft, so ausnehmend gut informiert seid! Und auch wenn Eure Aussage, dass Ihr aus Prag stammt, tatsächlich der Wahrheit entspräche, so wärt Ihr damit eben eine kaiserliche Spionin - was Monsieur le cardinal sicher äußerst interessieren würde! :evil:

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    2 Mal editiert, zuletzt von Aramis (15. April 2014 um 18:38)

  • *bestellt noch eine Runde Wein für sich und die Musketiere*Monsieur, regt Euch doch nicht auf..ich bin wirklich keine Spionin und mein Pass ist nicht falsch. Ich bin nicht hier in Frankreich um zu spionieren, sondern weil man bei uns in deutschen Landen im Moment absurderweise Frauen ohne Gründe der Hexerei bezichtigt. Diese Frauen werden dann eingesperrt und gefoltert, und unter der Folter würde jeder gestehen, mit dem Teufel im Bunde zu sein und an einem Hexensabbat teilgenommen zu haben. Ich habe es vorgezogen, das Land zu verlassen, bevor es auch mich erwischte. Ich kann in nächster Zeit nicht in meine Heimat zurück, Eure These, ich könnte für den Kaiser spionieren, ist also recht absurd. Aber ich kann verstehen, dass Ihr misstrauisch seid, denn jeder dritte spioniert hier in Paris mittlerweile für irgendjemanden, entweder für den Kardinal, die Königin, den König oder einen ausländischen Herrscher.

  • *lehnt sich im Stuhl zurück und schlägt die Beine übereinander, mit eisigem Lächeln* Ah, Madame, eine neue Taktik?! Erst wart Ihr Spionin, welche noch niemals für Richelieu spionierte, nun seid Ihr plötzlich das bedauernswerte Opfer unmenschlicher Verfolgung? Ich denke, Ihr solltet Euch erst einmal über Euer definitives Persönlichkeitsprofil klarwerden, ehe Ihr es Leuten wie meinem Freund und mir vorsetzt! :evil:

    Troja stand in Flammen. Alles war im A**** (Homer, Ilias, 1. Versuch)

  • Monsieur, ich verfolge keineswegs eine Taktik, Euer Misstrauen in allen Ehren, aber Ihr übertreibt es damit ein wenig. Ihr und Eure Freunde müssen ja sehr viele Feinde in der Damenwelt haben, dass Ihr einer harmlosen Frau gegenüber so argwöhnisch seid. Seht Ihr denn hinter jeder Ecke einen potenziellen Spion? Ihr solltet Euch entspannen, vor mir droht Euch keine Gefahr. Nicht jede Frau die Ihr seht ist eine Spionin oder eine raffiniert taktierende Intrigantin. Ich habe Euch Dinge gesagt, die Ihr nicht hören wollt, nämlich, dass dieser Krieg sinnlos ist und Ihr Euer Leben für nichts lassen würdet...deswegen bin ich noch lange keine Spionen. Glaubt Ihr wirklich, dass irgendeine Spionin sich die Mühe machen würde, dann noch lange mit Euch zu plaudern? Wenn jemand den Auftrag hätte Euch und Eure Freunde von La Rochelle fernzuhalten, würde der oder diejenige Euch sicherlich vergiften oder in einer dunklen Gasse dahinmeucheln. Nein, Spione machen sich nicht die Mühe, lange GEspräche zu führen, sie schlagen gleich zu.

  • Nein, Spione machen sich nicht die Mühe, lange GEspräche zu führen, sie schlagen gleich zu.

    *mit maliziösem Lächeln* Madame, woher wisst Ihr dies, wenn Ihr doch, wie Ihr behauptet, noch lange keine Spionin seid?! Erlaubt, dass ich mir über Eure sogenannte weibliche Harmlosigkeit mein eigenes Urteil bilde. Meuchelmord ist eine bestimmte Methode, und gezielte Suggestion eine andere. Wisst, meine Gnädigste, wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann, wenn man versucht, mich zu belehren, und dies noch dazu mit fadenscheinigen Argumenten. Und was die von Euch propagierte Sinnlosigkeit dieses Krieges betrifft: Lasst dies bloß nicht den Herrn Kardinal hören! Er ist da mit Sicherheit vollkommen konträrer Meinung.

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  • *kopfschüttelnd* Monsieur, ich hatte keineswegs vor Euch zu belehren, ich verstehe nur einfach nicht, dass hunderte von Männern ihrem König in die Schlacht folgen, ohne darüber nachzudenken wofür sie da eigentlich in den Krieg ziehen. Gerade Euch hätte ich so eingeschätzt, dass Ihr ein nachdenklicher Mensch seid, der solche Dinge hinterfragt. Aber Ihr müsst ja wissen was Ihr tut...nur rechnet nicht damit, dass Euer König für Euch sorgen wird, falls Ihr als Kriegesversehrter zurückkehrt. Ich habe viele solcher Männer gesehen, die einen Arm oder ein Bein oder beides verloren haben, und dann in den Straßen betteln mussten, weil Ihr König Ihnen keine Versehrtenrente gewährte. Ist Euch eigentlich klar, dass Ihr womöglich, wenn Euch in LaRochelle etwas zustößt, auch so enden könntet? Was den Kardinal betrifft, dieser zieht ja nicht selbst in die Schlacht, sondern bebachtet diese an der Seite des Königs aus einer sicheren Position, wo er Blick auf das Schlachtfeld hat, jedoch nicht selbst in Gefahr ist.

    • Offizieller Beitrag

    *Nonchalant zurückgelehnt und die Debatte amüsiert beobachtend* Das ist der Lauf der Welt, Madame. Die einen kämpfen, die anderen machen Politik, die nächsten kümmern sich ums Vieh, jeder an seinem Platz. Ich für meinen Teil bin mit dem meinen zufrieden, man weiß doch erst, was das Leben wert ist, wenn es morgen schon zu Ende sein kann.

    *Zu Aramis* Da meistens kaum was da ist, könnt Ihr mir ja auch kaum was wegfuttern ;)

  • zu Athos *Monsieur, Ihr und Euer Freund seht der Schlacht in La Rochelle ja sehr gelassen entgegen. Es mag der Lauf der Welt sein, dass jeder seinen Platz hat, allerdings haben der Kardinal und der König bessere Plätze als Ihr und Euer Freund, sichere Plätze, sie werden nach der Schlacht nach Paris zurückkehren ohne einen Kratzer. Ihr beide seid noch so jung...wollt Ihr Euer Leben wirklich so wegwerfen?
    blickt kopfschüttelnd die beiden Musketiere an*ich verstehe das nicht....man könnte fast meinen, ihr beide freut euch darauf, nach La Rochelle zu kommen.

  • Ist Euch eigentlich klar, dass Ihr womöglich, wenn Euch in LaRochelle etwas zustößt, auch so enden könntet?

    *süffisant* Madame, sagtet Ihr nicht eben, Ihr würdet Euch jeder Belehrung enthalten? Vielleicht solltet Ihr Eure Worte ein wenig genauer überdenken, ehe Ihr sie von Euch gebt. Der Effekt Eurer verbalen Ausführungen ist immerhin beachtlich: Man hält Euch nun bereits für eine Doppelagentin, sowohl in Richelieus als auch in feindlichen Diensten, sowohl für Französin als auch für eine Kaiserliche, die noch dazu vor blindwütiger Verfolgung fliehen musste - was werdet Ihr uns wohl als nächstes auftischen, an seltsamem Gemüse, das mein Freund und ich hier unbesehen schlucken sollen?

    *zu Athos* Na also! Warum dann Euer Vorwurf? ;)

    Troja stand in Flammen. Alles war im A**** (Homer, Ilias, 1. Versuch)

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