- Offizieller Beitrag
Athos *zu Aramis, leise* Ihr macht mir Angst!
Athos *zu Aramis, leise* Ihr macht mir Angst!
Aramis *ebenso leise zurück* Warum? Habt Ihr Angst vorm Wasser? Oder ist`s die Seife? Ja, zugegeben, wenn sie einem beim Waschen in die Augen kommt, brennen diese und beginnen zu tränen, das ist wahr.
Athos: *ebenso leise* Ich würde Euch jetzt gern die Zunge rausstrecken, aber ich befürchte, das könnte falsch interpretiert werden. *Laut zu Porthos* Was meint Ihr eigentlich mit ´gewissen Tagen´?
Porthos: *achselzuckend* Oh, nichts, es gibt bei den Menschen, gut meistens sind es Frauen, eben so Tage, an denen sie einfach nicht zu gebrauchen sind, also ich meine das jetzt nicht wörtlich, nicht dass Ihr mich missversteht. So Tage halt, an denen man ihnen besser aus dem Weg geht, die meine ich.
( kaloubet
!!)
d`Artagnan *stirnrunzelnd* Ja, mon cher Porthos, das habe ich auch schon bemerkt - also, diese unbrauchbaren Tage, meine ich. Haben sie - also die Frauen - dann nicht immer zugleich auch massive Kopfschmerzen?
Aramis *zischt Porthos ins Ohr* Soll das etwa heißen, Ihr werft uns hier in einen Topf mit den Weibern?!
Porthos *zu d´Artagnan*: Ja, meistens. Aber wisst, dass Migräne auch einfach nur ein Vorwand sein kann, um ... äh ... naja, um gewisse Dinge nicht zu tun. Das müsst Ihr dann mit Fingerspitzengefühl und Takt feststellen
. *zu Aramis* Naja ... wenn man Euch so zuhört ![]()
Madame*zu Porthos*ja, solche Tage, wo der Wurm drin ist kennt wohl jeder, da lässt man die beiden wohl wirklich besser in Ruhe. Da widmen wir uns doch lieber diese köstlichen Schweinebraten, während die beiden klären, was immer sie zu klären haben.
zu d´Artagnan Kopfschmerzen haben wir Frauen vor allem dann, Monsieur, wenn wir uns wieder einmal über die sturköpfigen Männer geärgert haben. Von manchen Männern, damit meine ich jetzt keineswegs Euch und Eure Freunde, bekommt man wirklich Migräne.
d`Artagnan *grübelnd* Naja, ich meinte bloß, weil meine Hauswirtin das immer zu ihrem Ehemann sagt, wenn er zusammen mit ihr ins Schlafzimmer will. Bei mir hatte sie seltsamerweise noch nie Migräne. *grinst* Offenbar hab ich immer ihre guten Tage erwischt! ![]()
Aramis *heimlich zu Porthos, unter leisem Knurren* Ach! Ist etwa meine Wortwahl so preziös, dass sie Euch sofort an ein Frauenzimmer denken lässt?!
Madame*grinsend zu d´Artagnan*ist Eure Hauswirtin nicht die Bonacieux? Das kann ich verstehen, dass sie dann Migräne bekommt, der alte Bonaciex ist wirklich ein Graus, der Alte ist so schmierig dass einem übel wird, ein richtiger Schleimer, der nichts kann außer sich bei der Obrigkeit einzuschmeicheln. Kein Wunder, dass sie sich lieber nach jungen Männer wie Euch umschaut, diese Ehe mit Bonaciex ist ja für eine so junge Frau kaum zu ertragen. Und selbst als er noch jung war war dieser Hauswirt gewiss nicht schön und auch keinesweges ein freundlicher, liebenswerter Mensch. Und er ist ein Geizkragen, gewiss verlgant er eine hohe Miete von Euch.
d`Artagnan *überrascht* Oh, Madame, Ihr kennt Monsieur Bonacieux? Darf ich fragen, woher? Nun ja, die Miete hält sich soweit in Grenzen - doch ich wohne ja auch ganz oben, gleich unterm Dach.
Aramis *leise zu sich selbst, füchsisch* Wie es einem flatterhaften Täuberich geziemt!
d´Artagnan*Nun, Monsieur, ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich habe schon viel von ihm gehört. Ich wohne in der Rue d´Enfer, das ist ganz in der Nähe, und in der ganzen Nachbarschaft ist Bonacieux als Wucherer und Geizkragen verschrien. Wer in seinem Gasthaus einkehrt bekommt schlechtes, beinahe ungenießbares Essen und danach eine saftige Rechnung. Er ist nicht gerade beliebt im Luxembourg Viertel, die meisten gehen ihm aus dem Weg. Eine Nachbarin, Madame Brochette, hat mir erzählt, dass Bonacieux in letzter Zeit häufig ausgeht....und sie fragte sich, ob er seine Frau wohl betrügt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Frau sich mit ihm einlassen würde.
Athos: Rue d´Enfer? Hm, habt Ihr mal über einen Ortswechsel nachgedacht? *zu Porthos* Mein Freund, Ihr geht definitiv zu weit! Passt auf, ich habe hier einen sehr spitzen Gegenstand, der Euch unangenehm indisponieren kann, glaubt es mir. Dann seid Ihr es, der Eure Herzogin bittet, es doch auf ein andermal zu verschieben ...
Madame*lachend zu Athos*Nun, der Name klingt nicht gerade einladend, Monsieur, aber diese Straße hat gar nichts Höllisches an sich...ich frage mich oft, woher der Name wohl kommt. Ich finde es schön dort zu leben, man hat es nicht weit zum Luxembourg Garten und es gibt auch einige sehr gute Bäckereien und Gasthäuser in der Nähe.
Athos: Naja. Dennoch haben Orte Auswirkungen auf den Geist, vielleicht solltet Ihr das nicht zu leicht nehmen, madame. Irgendwo muss der Name ja her kommen.
Porthos *zu Athos*: Versucht es nur, mein Lieber, ich glaube, ich verfüge über denselben Gegenstand und Ihr solltet aufpassen, dass Ihr nicht Aramis bittet, es zu verschieben.
Aramis *argwöhnisch die Stirne runzelnd* Bitte was soll ich verschieben?! Meine Freunde, könnt Ihr Eure Meinungsverschiedenheiten tunlichst dergestalt lösen, dass unsere jeweilige Intimsphäre davon mit Sicherheit unbehelligt bleibt?!
Madame*Nun, Monsieur, es gibt mehrere Straßen hier in Paris die solche Namen tragen, es gibt auch noch eine Rue de Purgaratoire. Mich persönlich stört der Name der Rue d´enfer nicht, ich glaube nämlich kaum, dass sich dort irgendwo ein Tor zur Hölle befindet. Auf meinen Geist hatte der Ort noch keine Auswirkungen, und ich hoffe auch dass es so bleiben wird.
Auf meinen Geist hatte der Ort noch keine Auswirkungen.
Aramis *gedankenvoll* Ja, Madame, da kann ich Euch nur beipflichten - ich war 10 Jahre lang im Priesterseminar, und es zeigte so gut wie keine Wirkung. ![]()
Madame*zu Aramis* Nun, Monsieur, es ist ja gut, dass dieser Ort auf Euch keine Wirkung hatte, denn das Priesterseminar hat schon viele sittenstrenge Abbes hervorgebracht, denen jeder Sinn für die Freuden des Lebens fehlt. Sie bringen den Jungen dort bei dass alles was im Leben Spaß und Freude macht eine Sünde ist. Es ist erfreutlich, dass das Seminar Euch nicht zu so einem Asketen gemacht hat ![]()
Aramis *süffisant* Zum Asketen? O nein! Höchstens zu einem Poeten, und der ist, wenn man`s genau betrachtet, das genaue Gegenteil. ![]()
Madame*zustimmend* Ja, Monsieur, die meisten Poeten sind wohl richtige Genießer, sonst könnten sie gar nicht so schöne Gedichte schreiben. Nur wer selbst gerne genießt, kann das auch in der Poesie zum Ausdruck bringen.
Aramis *anzüglich* Nun, der reine Genuss ist wohl gar nicht so sehr vonnöten, wie wir vorhin schon festgestellt haben. Ich sehe den Unterschied zum Asketen eher auf dem Gebiet der Farbe: Ein Asket sieht die Welt um sich wohl grau in grau, ein Poet dagegen bunt und farbig. Wie eine Kohlezeichnung gegen ein fettes Ölgemälde! ![]()