Beiträge von Percy

    Hallo Sklau,


    willkommen! Ein neues "Gesicht" in der Runde ist erfrischend. Bin auch ein großer Musketierfan und schätze den Austausch im Forum hier sehr. Du bist in angenehmer Gesellschaft!

    "Setzt Euch und trinkt ein Glas Wein mit uns!"


    Percy

    Hallo ihr Lieben,


    gerade schaue ich mich genüßlich durch einige Serien (da Netflix, Amazon Prime und SkyTicket wegen Game of Thrones abonniert wurde :D ).

    Gestern abend war mal wieder Versailles fällig.

    Ich muß sagen, die Serie gefällt mir immer besser. Sie ist opulent ausgestattet und gut besetzt. George Blagden, der mir schon in Vikings gefiel, spielt einen absolut glaubwürdigen Sonnenkönig.

    Gegen Ende der ersten Staffel habe ich dann auch meinen Lieblingscharakter gefunden: Fabien Marchal, der Polizeichef von Versailles. Irgendwie ist er wie ein dunkler d'Artagnan. Viel düsterer, verschlossener, für heutige Verhältnisse bisweilen gewalttätig und grausam. Nach und nach entwickelte sich diese Rolle und sobald er emotionalen Tiefgang zeigen durfte, fand ich diesen Charakter ungemein interessant!

    Habt ihr auch schon reingeschaut? Bin gerade mit Staffel 2 durch und werde in den nächsten Tagen Staffel 3 starten.

    Eine Kleinigkeit am Rande, die mich immer noch irritiert: Die Musketiere als königliche Leibgarde tauchen ständig auf, stehen dekorativ auf Posten (wirklich tolle, authentische Kostüme), haben aber weder Handlung noch Dialog, es sei denn, es muß jemand verhaftet oder Gemächer durchsucht werden... ;) Und Fabien Marchal ist Polizeichef und nicht Leutnant / Hauptmann der Musketiere. Trotzdem unterstehen sie seiner Befehlsgewalt.

    Ach ja: Und es werden konsequent Barockpferde geritten!!! Wunderschöne Andalusier und ein imposanter Friese für Fabien (wobei der ja nun nicht so authentisch ist, aber beeindruckend puschelig seine imposante Mähne wehen läßt :love:)!

    LG

    Percy!

    Ja, man wird mit der Zeit ein wenig wunderlich.....

    Ich habe letztes Jahr ein Häuschen gekauft und habe bis jetzt keinen Fernsehanschluß. Nur Amazon Prime und Netflix. Dann wird halt über Glasfaser (hab ich sogar! In erster Linie fürs Büro) gestreamt. Und ein paar Livestreams der gängigen Sender sind auch dabei. Zwar kein RTL (wer braucht das???) und einfach zappen ist umständlicher von App zu App, aber was solls? Ich vermisse das Fernsehen nicht. Mittlerweile bekommen wir ja eh nur noch das vorgesetzt, was bildungsferne Mainstream-Journalisten für berichtenswert erachten. Pah! Kann ich drauf verzichten.

    Boah neee!!!!

    Da will man sich mal am Abend ein wenig musketiermäßige Unterhaltung gönnen, sprich, die Musketierserie noch mal gucken, und was passiert? Netflix hat die Serie aus dem Programm genommen....... grrrr!

    Also werde ich wohl mit Filmen und Serien, die mir gefallen, verfahren wie mit Büchern:


    "Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, man muss es besitzen!" (Friedrich Nietzsche)


    Ganz old School DVDs kaufen und ins Regal stellen, fertig! :-)

    Hallo,


    hier noch ein paar schöne Illustrationen aus meiner 100 Jahre alten Ausgabe "Zwanzig Jahre nachher". Sie stammen von I.-A. Beaucé.


    D'Artagnans vierter, fataler Degenstich gegen Rochefort, den er leider im Eifer des Gefechts geführt hat. Schon tragisch. In diesem Buch mochte ich Rochefort, insbesondere, da er und d'Artagnan sich auch schon auf freundschaftlichem Fuß arrangiert haben.


    Mehrere Verabschiedungen hintereinander: Zuerst trennen sich die vier Freunde unter Tränen (hier was für die "Awwww, wie niedlich"-Sparte: Das Bild sieht nicht nur nach Umarmen aus. :love::*^^ So viel zum Thema: das sind die gaaaanz harten Kerle! Man kann die Paare auch zuordnen: Da d'Artagnan und Porthos nach der Verabschiedung von Athos und Aramis noch zusammen zum Gasthof "La Chevrette" gehen und später Lebewohl sagen, wird das rechte Paar wohl Aramis und Porthos sein (gut erkennbar an Porthos stattlicher Größe), das linke Athos und d'Artagnan (evtl. der linke von beiden ist der Gascogner, da seine Körpersprache überschwenglicher ist, als bei dem würdevollen Athos).

    Ein Küßchen in Ehren kann niemand verwehren, aber da sind die Franzosen ja eh lockerer.

    Im dritten Bild verabschieden sich nun Porthos und d'Artagnan, wobei Porthos dem Freund anbietet, mit ihm nach Hause zu kommen und dort gemeinsam zu ergrauen ("Hallo??? Ihr seid gerade mal über vierzig!!!"), was d'Artagnan zum Glück ablehnt, da er den Krieg mitmachen will und Marschall werden will. Hier mußte ich lachen. Ist gerade Kapitän und dann: Auf zu neuen Zielen! Sehr cool!


    Viel Spaß beim Anschauen!


    Percy

    Hallo ihr Lieben,


    es ist schon ein Kreuz mit den Übersetzungen......

    Leider kann ich kein Französisch, daher bleibt mir nur Deutsch oder Englisch.


    Vor einigen Jahren habe ich "Twenty Years After" in den Oxford World Classics gelesen. Mühsam aber gut. (Das ganze politische Blabla mit Beaufort, der Königin und Mazarin sowie Raoul hat mich etwas gelangweilt....am besten war es immer noch in Gesellschaft unserer vier Freunde. :-) )


    Kürzlich hat mich eine rund hundert Jahre alte Übersetzung der "Drei Musketiere" (deutsch) gut unterhalten. Daraufhin kaufte ich antiquarisch "Zwanzig Jahre Nachher", sowie "D'Artagnans Mission" und "König Ludwigs Doppelgänger" (die beiden letztgenannten ergeben zusammen "10 Jahre später"). Erschienen sind diese Bücher im Axel-Juncker-Verlag Berlin, übertragen von Edmund Th. Kauer.

    Leider liest sich "Zwanzig Jahre Nachher" nicht mehr so gut wie die Musketiere, es wurden teilweise ganze Passagen weggelassen oder dazugedichtet, wie mir der Vergleich mit dem englischen Buch zeigte. Sehr ärgerlich.

    Nun möchte ich dem Abschluß des Werkes "10 Jahre später" größtmögliche Gerechtigkeit angedeihen lassen, insbesondere da es ja auch tragisch wird (meine Mutter hat nie Winnetou III gelesen aus besagtem Grund....). Welche deutsche Überetzung sollte ich kaufen? Oder ist eine englische Ausgabe näher am Original? Wie gesagt: "Je ne parle pas Francais, aber bitte red' weiter!" ;-)


    Ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.


    LG


    Percy

    Jaaaa, das Bild mag ich auch sehr! D'Artagnans Pose ("Rumgelümmel") auf dem Stuhl ist soooo herrlich. Und Aramis, der mit engelshaftem Gesicht versucht, sein Gespräch fortzuführen!

    und noch ein....höhö....subtiles Bild, das zeigt, daß d'Artagnan nicht nur Materialist ist, sondern daß sein Beuteschema etwas gaaaanz anderes ist - man beachte hier die Blickachsen: seine, die NICHT den Geldbeutel ins Visier nimmt, ihre, die ihm auf die Brust schaut. Ich habe sehr gelacht! Der Künstler (und der Gascogner) hatten sicherlich jede Menge Freude an dem Dekolletee!

    Ich habe sie zufällig auf Pinterest entdeckt. Aber auch wenn du unter "Denis Gordeev Musketeer" googelst, kommst du dorthin. Der Künstler hat wohl auch etliche Fantasywerke illustriert, darunter einiges von Tolkien. Aber die Musketiere finde ich einfach goldig. Porthos, Aramis und auch d'Artagnan sind gut getroffen und Athos hat zumindest edle Gesichtszüge, nur sein Haar ist gassenköterblond statt schwarz. Aber naja.... man kann Athos betreffend nicht alles haben. ;-)

    Anbei noch ein schönes Bild, das die Freunde vor La Rochelle zeigt, als Richelieu sie in den Dünen entdeckt, als sie gerade den Brief von Marie Michon lesen. Schön naiv finde ich d'Artagnan, der sich begeistert beim Kardinal bedanken will für die Aufnahme bei den Musketieren, was den Kardinal aber kalt läßt. Athos ist der Wortführer und Aramis sieht unschuldig-ertappt-niedlich aus, überlegt aber tatsächlich, ob er dem Kardinal den Degen durch den Leib rennen soll, falls er den Brief findet.

    Haha, dann war die Serie nicht wirklich beeindruckend! ;-)

    Sagen wir mal so: Wer gerne gutaussehende Kerle im Lederoutfit beim Kämpfen und anderen optisch ansprechenden Tätigkeiten anschaut, ist hier absolut richtig. :-)

    Ich brauchte mal "leichte Unterhaltung", nachdem bei "Vikings" nur noch gemetzelt wurde... ;-)

    Hallo ihr Lieben,


    die wunderschönen Bilder von Maurice Leloir haben mich inspiriert, nach weiteren Illustrationen der "Drei Musketiere" zu suchen. Dabei bin ich auf den russischen Künstler Denis Gordeev gestoßen. Er hat wirklich lebendige Zeichnungen des Romangeschehens geschaffen.

    Im Anhang das Frühstück auf der Bastion St. Gervais.

    Kennt ihr auch schöne Illustrationen?


    LG


    Percy

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    Nach langer Zeit mal wieder eine Filmkritik von mir. Bin gespannt, wie ihr die Serie seht!


    Kritik zu „Musketeers BBC“:


    Ich brauchte zwei Anläufe, um die Serie zu mögen.

    Beim ersten Anlauf, als Staffel 1 im Fernsehen ausgestrahlt wurde, hatte ich den Anspruch, daß sich diese Serie doch bitte eng an die Romanvorlage halten sollte…seufz!


    Beim zweiten Anlauf, Jahre später über Netflix, konnte ich mich schon schneller dafür erwärmen. Man nehme unsere bekannten Helden und lasse sie einfach andere, neue Abenteuer erleben, ggfs. mit dezenten Verweisen auf die literarische Vorlage.


    D’Artagnan ist hier tatsächlich mal ein dunkler Typ, dem man den Gascogner abnimmt. Allerdings wird dauernd erwähnt, daß er ein Bauer gewesen wäre. Was ja definitiv nicht stimmt, da er dem Landadel angehörte. Außer der Trauer um seinen Vater und dem Wunsch, Musketier zu werden, gibt es allerdings wenig Charakterentwicklung bei ihm. Und daß seine Ehe nach der Hochzeit mit Constance sooooo abkühlt, nehme ich ihm auch nicht ab.


    Aramis ist gut betroffen, vielleicht etwas zu maskulin, aber welche Verfilmung traut sich schon, seine feminine Seite darzustellen, ohne ihn direkt schwul aussehen zu lassen. Bei Aramis findet tatsächlich Charakterentwicklung statt, obwohl die Sache mit Anna von Österreich….. nun ja, das Thema „Ergebenheit“ hatten wir ja schon mal bei einem Review über den „Mann in der Eisernen Maske“. „Ich habe mit der einsamsten Frau von Paris geschlafen!“ Aber natürlich, da muß sich ein Musketier natürlich opfern, wenn der König es nicht tut…..


    Athos ist mal wieder ein Grenzfall für mich. Einerseits stellt der Schauspieler das Düstere und Wilde in seinem Charakter gut dar, andererseits vermisse ich den Edelmann. Bisher hat für mich noch kein Athos-Darsteller dieses edle Flair des Buch-Athos gehabt. Und bitte, wieso hat Athos eine Narbe von einer Hasenscharten-OP (sieht für mich als Mediziner so aus….)? Und daß er am Ende eine Farbige schwängert („Huch, wie konnte das passieren?“), den Dienst quittiert und ohne Gepäck nur zu Pferd mit der Geliebten Paris verläßt, ist alles andere als glaubwürdig. Sein Gut hat er auch nicht mehr (wurde zwischendurch weggeschenkt). Der literarische Athos hätte wenigstens Verantwortung übernommen und der Frau ein Heim geboten, damit sie nicht irgendwo im Wald niederkommt.


    Porthos ist Sohn einer farbigen Sklavin und eines französischen Adligen. Obwohl der Darsteller wirklich Porthos „liefert“, mußte ich mich an ihn sehr gewöhnen. Nun gut, er ist mit diesem extravaganten Aussehen offenbar eine Hommage an Dumas selbst, der ja auch Mulatte war. Dieser Porthos hier wuchs im Elend auf („Hof der Wunder“, hier wird das Ganze zirzensisch bis grotesk), fand aber über Treville den Weg zu den Musketieren. Nachdem das Rätsel seiner Herkunft gelöst wurde, dümpelt auch dieser Charakter vor sich hin.


    Treville ist ein wahrer Lichtblick. Er ist wirklich Anführer und Vater seiner Musketiere. Ein sehr starker Charakter. Endlich ein Treville, der sich lohnt anzuschauen.


    Constance ist ziemlich tough und hat moderne Ansichten (da fragt man sich, was sie wohl zu sich genommen hat, um so jung Bonacieux zu heiraten, den sie nicht liebt). Sie begegnet d’Artagnan auf Augenhöhe. Leider durfte sie nicht dramatisch das Zeitliche segnen, was Anlaß zu einer großartigen Charakterzeichnung d‘Artagnans gewesen wäre, sondern nach dem Ableben ihres Gatten den Gascogner heiraten. Danach hat sie zwar coole Klamotten an, ist aber lediglich die „Mutti der Garnison“ mit einem merkwürdig leidenschaftslosen Verhältnis zu ihrem Mann. In Staffel 1 und 2 konnten die beiden kaum die Finger voneinander lassen und dann das?


    Das Königspaar ist sehr gut besetzt und erhält viel Raum für Persönlichkeitsentfaltung. Die Königin ist liebreizend, sanft, gütig. Das sieht aber offenbar nur Aramis. Warum mag das Volk sie nicht? Diese Pariser müssen blöd sein.


    Die Bösewichte:

    Jede Staffel hat einen besonderen Bösewicht, der Widersacher der Musketiere ist.


    Richelieu: Für mich der Beste! Er hat Stil, Charisma, Eleganz und eine unterschwellige Gefährlichkeit, die gut zu ihm paßt!


    Mylady: Mal wieder nicht blond. Als ob das so schwer ist. Aber recht gut gespielt. Allerdings funkt es mir zwischen ihr und Athos ein wenig zu viel. Er wollte sogar seine Freunde für sie verlassen und heimlich außer Landes gehen? Paßt nicht zu ihm.


    Rochefort: Igitt, zu blond! Schlangenäugig, aalglatt, blond, pervers, das Hemd immer zu weit offen (will er mit seinem gut trainierten Brustmuskel ein Dekolletee nachstellen??)….. dieser Rochefort hat für mich überhaupt nichts mit dem dunklen Edelmann aus dem Buch gemein. Der „richtige“ Rochefort hat wesentlich mehr Würde und Adel.


    Gaston von Orleans und Fouquet: Infant terrible und böswilliger Krüppel. So weit so gut, da hätte man mehr draus machen können.


    Lucien Grimaud: Grimaud bekommt sogar einen Vornamen und eine eigene Geschichte. Warum ist Grimaud hier böse? Und reich? Allerdings ist der Darsteller sehr hübsch anzuschauen. Man wartet leider vergeblich auf die Enthüllung, woher Athos ihn kennt, ein Wiedersehen mit seiner Mutter wäre spannend gewesen, immerhin haben die Musketiere ja schon Zugang zu ihr gefunden. Sein Ende war leider enttäuschend. Von Athos nach einer Prügelei ertränkt…. Naja, immerhin hat er ihn dann am Beckenrand des Bassins „aufgebahrt“.


    Tja, was soll ich sagen: Diese Serie ist perfekt als leichte Unterhaltung, die vier Freunde sehen in ihren Lederklamotten einfach nur geil, äh gut aus (kein Anspruch auf historische Korrektheit, erlaubt ist, was der Kostümbildnerin gefällt), es werden überwiegend Friesen geritten, die dann in eiligem Trab oder Galopp dramatisch durch die Gegend puscheln – nicht schnell, aber immerhin imposant! Das war es dann auch schon. Wenig Tiefgang aber ich fühlte mich gut unterhalten.


    Und in meinem Kopf sehen die Helden des Buches gaaaaanz anders aus!


    LG, euer


    Percy

    Haha, die Fell Ponies, diese Dragoner! :thumbsup:


    Besuch finden sie immer ganz toll und wickeln dich mit ihrem Charme sofort um den Huf.


    Ich besitze selbst einen 13-jährigen, schwarzen Wallach namens "Duke". Und was soll ich sagen? Der Name paßt! "Herr Pferd" (einer seiner Kosenamen) ist gelegentlich "not amused", besonders was die Kalorienverschwendung in der Halle angeht. Im Wald ist seine Devise aber "Lieber tot als letzter!" Ansonsten ist er der totale Charmeur. Etwas verschroben ist er, hat echt britischen Humor und diskutiert mit mir seit 5 Jahren, wer eigentlich wen gekauft hat.Ich wußte auch nicht, was ich mir da geholt habe..... ;) :rolleyes:


    Aber Puschelfüße und Wallemähne, dazu der verschmitzte Blick..... :love: :thumbup:

    Hallo die Herrschaften,


    ich fühle mich sehr geehrt, daß mein Review in die Filmsektion auf die Hauptseite kommen darf. Bitte sehr, Silvia!


    Oh, das juckt mich ja in den Fingern / in der Schreibfeder, mir die 2014er Serie ebenfalls vorzuknöpfen. Werde ich auf meine to-Do-Liste setzen (ich mach's noch etwas spannend.... ;) nein im Ernst: Gerade habe ich beruflich viel zu tun).


    Aber eine gewisse Strategie sollte ich mir da zurechtlegen: Bevor ich die 2014er Serie tatsächlich gucke und reviewe, muß ich sicherstellen, daß ich auf die russische Serie von 2013 zugreifen kann. Als Sicherheit vor plötzlich einsetzender geistiger Umnachtung! :D Man braucht wohl etwas zum neutralisieren...


    Viele Grüße von


    Percy

    Da mein Review zu lang ist, mußte ich es in zwei Teile splitten - ich erbitte eure Verzeihung! :) 8)


    Hier Teil 2:



    Allerdings brachte d'Artagnan mal etwas gegenüber Athos auf den Punkt, was schon lange gesagt werden mußte, damit die Geschichte um Himmels Willen keinen Tiefgang bekommt: "Dein ewiges Rumleiden bringt uns auch nicht weiter!" Wo leidet Athos denn? Etwa, als er betroffen das Gesicht verzieht, als Mylady sich vom Schiff stürzt? (Wahrscheinlich sucht er eher den bei einem Luftschiff nicht vorhandenen Tiefgang!)


    Daraufhin bringt Athos seinerseits Dumas zur Rotation im Grabe: "Kämpfe für die Liebe, d'Artagnan, Frankreich sorgt für sich selbst!" Ja, bitte, wo sind wir denn hier? Will der Gascogner nicht Musketier werden? Oder etwa nur Liebhaber in schwarzer Lederhose mit mädchenhafter Frisur (schick ihn doch mal einer zum Friseur! Es ist so furchtbar! Als Percy Jackson gefiel mir Logan Lerman wesentlich besser. Da sah er eindeutig männlicher aus, obwohl jünger!).


    Das einzig coole an der gesamten Garderobe sind die Stiefel. Leider wurden sie wohl im Dutzend billiger bestellt, denn jeder Darsteller in diesem Film trägt die gleichen Stiefel, wie es scheint! Nur der König nicht, der bezüglich der Farbwahl noch schwankt. Man kann schließlich nie wissen, ob Buckingham heute grün oder morgen purpur trägt, und der muß es ja wissen!


    Warum eigentlich Buckingham? Brauchte man aus optischen Gründen noch ein "Leckerchen" für die Damenwelt, da die 4 Protagonisten wie bereits erwähnt, nichts hergaben? Offenbar avancierte der nur als Liebhaber der Königin und dadurch diplomatisch komplizierte Buckingham hier zum König der Lüfte, pardon, stellvertretend natürlich für das böse, böse England. Und das, obwohl er noch nicht mal was mit der infantilen Königin hatte (und die böse, böse Mylady nur das Geschmeide mit einem martial-Arts-Bungee-Mission-Impossible-Manöver mit den Waffen einer Frau (Puderdose) geklaut hat). So was!


    Und nicht vorhandene Liebschaften ziehen sich durch den Film: Buckingham hat nichts mit der Königin, Mylady hat nichts mit d'Artagnan, d'Artagnan reist nur wegen eines Kusses nach England (Halloooo? Da darf es schon etwas mehr sein, was eine Frau dir offerieren kann, du Milchgesicht!)


    Und die Rhetorik des Films ist genauso prickelnd: Mylady an Bord des Schiffes, als sie der drei Musketiere angesichtig wird: "Jungs, lange nicht gesehen!"


    Die Königin nach dem Duell zwischen den Musketieren gegen 40 Kardinalsgardisten: "Jungs sind eben Jungs!" Das hätte ein Mann des 17. Jahrhunderts als extreme Beleidigung aufgefaßt!


    Ab dem Zeitpunkt, wo das Luftschiff auftauchte, wurde die gesamte Geschichte ob der "genialen" Effekthascherei lächerlich.


    Wegen diesem blöden Teil steht d'Artagnans cooles Pferd immer noch in Calais (oder an dem Punkt auf der Route Richtung Paris, an dem die so überaus genial verkleidete Constance von den Kardinalsgarden eingeholt wurde - weil sie ja selbstverständlich nicht so gut und schnell reiten kann wie d'Artagnan. Selbstredend.)


    Dann kommt der Punkt, an dem der Regisseur und die Special Effects-Crew unbedingt noch Notre Dame demolieren müssen und der Garten des Königs wird auch noch ein wenig umgegraben. Zum Glück kam keiner auf die Idee, den Eiffelturm mit zu zerstören. Da hat wohl einer rechtzeitig gegoogelt, daß es diesen noch gar nicht gab.


    Aber enttäuschend ist d'Artagnans Schusseligkeit: Wenn er schon von seinem Vater "den Degen eines Musketiers" erbt und damit auch noch Rochefort erstechen muß, dann hätte er das gute Stück wenigstens aus dem Kadaver ziehen können, bevor nämlicher rücklings und dramatisch vom Kirchdach purzelt! So ruiniert man eine gute Klinge!


    Am Ende ist d'Artagnan immer noch nicht bei den Musketieren, offenbar genügt es, mit den drei alternden Säcken die Klingen zu kreuzen und Parolen aus Dumas-Büchern zu schmettern.


    Und der coolste Typ des gesamten Films war eigentlich Planchet, der einige tolle Momente hatte: statt in seinem Bett mit d'Artagnan (!) zu schlafen, auf dem Balkon von Tauben beschissen werden; Mylady in der Kutsche entführen ("so weit fort, wie möglich, HAHAAA!"), am Ende zumindest die Verköstigung sicherstellen, während die Musketiere mit d'Artagnan Pose schmeißen! Wenigstens einer konzentriert sich auf das Wesentliche. Wäre besser gewesen, die Protagonisten hätten das auch gemacht!



    So, das war nun mein Review zu diesem Filmchen.


    An das Original traut sich offenbar keiner heran.



    Viel Spaß wünscht euch



    Percy!

    Drei Musketiere (2011) - Review


    Ein passenderer Titel wäre: Die Abenteuer des Planchet....



    Nun ist es wieder einmal Zeit für ein Review von Percy.


    Nach langer Abwesenheit, aber besser spät als nie...



    Wo fange ich an: Nachdem ich bereits einen gehörigen Wiederwillen gegen die Vorschau dieses Films entwickelt habe: Fliegende, bewaffnete Luftschiffe, Mylady extremst leichtbekleidet skydiving vom Palast.... habe ich nun heute der Ausstrahlung auf Pro7 eine Chance gegeben.



    Die Einführung von Athos, Aramis und Porthos war schauderhaft. Für ganz Doofe wurde daher immer der Name des Helden eingeblendet. Gut so, sonst wären sie kaum erkennbar gewesen..... insgesamt ziemlich häßlich alle drei - selbst Aramis. Besonders bei Porthos sollte das werte Publikum beide Augen zukneifen.....


    Danach hielt mich nur folgender Gedanke vor dem Fernseher: "Wenn sie jetzt auch noch die Einführung von d'Artagnan verpatzen, schalte ich ab!"


    Hier wurde ich angenehm überrascht: Die Geschichte huldigt dem Original, wobei d'Artagnans Pferd eindeutig zu cool ist. Ein Knabstrupper (mit schwarz gemalten Beinen - LOL), offensichtlich männlichen Geschlechts, was seinem Reiter aber genauso offensichtlich entgangen ist, da er von seinem Pferd als von "ihr" redet.


    Zum Glück scheint dies den Knabstrupper nicht zu stören, statt dessen kommt er sogar von Paris bis nach Calais, was der literarische Gaul nie vermocht hätte (abgesehen davon mußte der literarische d'Artagnan die väterliche Schindmähre ja sofort in ein seiner würdiges Roß umtauschen...).


    Das Duell der drei Musketiere mit d'Artagnan machte wider Erwarten ausnehmend viel Spaß, ich fand, es war die beste Sequenz des Films.


    Lediglich die doof rumstehende und das halbe Hemd anschmachtende Constance hätte man weglassen können. Und war Jussac nicht eher ein dunkler Typ?


    Nach dem Duell ließ dann die Charakterentwicklung der Helden gewaltig nach:


    Außer daß der optisch auf jeden Fall minderjährige d'Artagnan sich in das Blondchen verliebt (warum? weil sie so eine geile Schnitte ist und ihre Brüste aus ihrem Kleid quetscht? Oder weil sie die ERSTE Hofdame ist - welche Beförderung!), erfährt man lediglich über Athos, daß er und Mylady (die ja viele Namen hat, wie Athos schlauerweise aufzählen kann und dabei bei seinen Freunden mächtig Eindruck schindet) sich regelmäßig ihrer Liebe zueinander versichern.


    Abgesehen davon findet Mylady sich selbst aber so umwerfend wollüstig, daß ihre ständig nach oben gezogenen Mundwinkel und schmollend aufgeworfenen Lippen verkünden, daß sie Dauerorgasmen über ihre eigene Sexiness durchlebt. Muß das geil sein, Mylady zu sein! Selbst wenn der Hungerhaken Milla Jovovich (erschreckend platt bandagiert in "The Fifth Element") dem Schönheitsideal der Zeit nun gar nicht entsprechen möchte. Wo ist übrigens die Lilie auf ihrer andauernd herumgezeigten nackten Schulter??? Die deutsche Synchronstimme tut ein übriges, noch abtörnender zu wirken, es wird lahm herumgehaucht was das Zeug hält. Tja, da kann sich Mylady natürlich nur noch vom Schiff stürzen. Dann braucht Athos oder der nicht vorhandene Henker von Lille sich nicht die Finger schmutzig machen. Schön, diese Anklänge an Pseudopiratismus a la Fluch der Karibik. Mylady über die Planke laufen lassen wäre was gewesen, aber das übernehmen ja (mit Geländer - und jetzt heißt es Brücke) Constance, sich ängstlich festhaltend und d'Artagnan, forsch darüber schreitend - hätten wir es nicht geahnt? Dafür bekommt der Gascogner, drüben angekommen, direkt eins auf die Zwölf - der literarische d'Artagnan wäre wahrlich schlauer gewesen!


    Übrigens taucht Blondschöpfchen Jussac auch wieder an Bord des mit einer ach so wunderbar monströsen Galionsfigur ausgestatten "Rochefort"-Schiffes auf, damit jeder Depp merkt, daß die Kardinalstruppen an Bord sind. Sollte diese Galionsfigur ein wenig Ähnlichkeit mit Richelieu haben?? Oh, diese wunderbar feine Ironie der Charakterzeichnung. Jetzt weiß wenigstens auch bereits erwähnter Depp, daß der Kardinal auch ein gaaanz, gaanz böser Mann ist!


    Abgesehen davon hat Rochefort offenbar wieder das Problem, nur schwarze Pferde reiten zu können (von anderen fällt er offenbar, wie ich zu einem früheren Zeitpunkt in einem anderen Review vermutete, wahrscheinlich einfach herunter). Zu dramaturgischen Zwecken, und weil es sich bei "Zorro" ja schon so gut bewährt hat, verwendete man hier offensichtlich einen Friesen, dem man aber die Puschelfüße abrasiert hatte, um ihn einigermaßen "andalusisch-barock" wirken zu lassen.


    Tja, und die normalerweise vom Bösen getragene schwarze Kleidung trägt diesmal nicht Rochefort, sondern (-Trommelwirbel!-) d'Artagnan! Nur so kann er halbwegs als volljährig durchgehen. Kann mir mal einer verraten, warum die Lederklamotten so glatt und glänzend sind? Kommt der Typ gerade aus der Disco???


    Zum Thema Alter und Aussehen scheint der Film ein Lehrstück darüber zu sein, wie der infantil aussehende König seine nicht minder infantile Gattin begehrt (hier bekommt das Wort "Infanten" eine ganz neue Bedeutung! :-) ) und sich beim ebenso infantil aussehenden d'Artagnan Ratschläge über Beziehungen holt. Dieser kann da ja nun ausgezeichnet mitreden, wurde er doch bereits einen ganzen Tag vorher von der Liebe ereilt - oder war es nur der plötzlich einsetzende Sexualtrieb (man beachte, während der "Luftschlacht" sieht man in seinem Gesicht ja sogar eine Art Bartschatten - oder ist es nur Pulverdreck?).

    Haha, genau, "selbsternannter Machohengst", das ist Duke auch. Obwohl ein Wallach, hat er da wohl was nicht ganz mitbekommen... LOL.


    Rasmus und Duke könnten dann wohl den Musketieren das Fürchten lehren ("Wer reitet die Ponies?" - "Bloß nicht, habs im Kreuz!" "Bin zu schwer!" "Ist zu anstrengend!" "Ich bin heute nicht zum Diskutieren aufgelegt..." Die 4 würden Ausreden finden. Die Ponies wohl auch...


    Eigentlich wären bestimmte Menschen, wenn sie Pferde wären, auch Ponies... Der liebe D'Artagnan gehört bestimmt dazu (klein, eigensinnig, starrköpfig, listig, intelligent...).


    Ach ja, Ponies. Ich wundere mich immer noch, was ich mir da gekauft habe. Aber Leckerchen zieht auf jeden Fall. Damit lernt man den Spanischen Schritt im Handumdrehen. :-) 8) :P

    Ja, genau: Ein Friese, zu heiß gewaschen - sieht fast aus wie ein Fell-Pony.
    Meiner ist klein (1,36m), selbstbewußt bis zum Größenwahn, viel Wuschelmähne, Wuschelschweif und Puschelfüße, nebenbei aktuell dichtes "Schwarzbärenfell"... :-)
    Wir diskutieren nun seit fast 5 Jahren, wer wen erziehen darf.... meine Reitlehrerin nennt ihn nur "Kleines Monster", aber eigentlich heißt er "Duke" und benimmt sich auch so... :-)
    Aber an sich ist er ein gaaanz liebes Pony ("Jaaa, füttre mich!") - wenn es nicht allzu anstrengend wird. Außer beim Ausritt, da gilt: "Lieber tot als Letzter!"
    Ich stelle mir gerade D'Artagnan vor mit seiner Marotte, die Pferde, die ihm unter den Hintern kommen, zu Tode zu reiten (ist ja einige Male nachzulesen, ich erinnere mich an Zwanzig Jahre danach)... LOL.
    Bei "Herrn Pferd" hätte er da sehr schlechte Karten.... so weit würde Duke es gar nicht kommen lassen, grenzt schließlich an Kalorienverschwendung. :-)
    Also: Fell-Pony ebenfalls unbrauchbar für Musketiere... :-) Oder Musketiere für Fell-Ponys (so würden es die letzteren auslegen...).