Der Mann mit der eisernen Maske

  • Stimmt, die Szene hatte ich fast vergessen. Die hätte sonst meiner Lieblingsszene auch noch ernsthafte Konkurrenz machen können... *kringel*
    Witzig fand ich da aber auch schon die Szene unmittelbar vorher:


    Athos: Was macht Porthos denn da?
    Aramis: Er geht nackt in die Scheune, so scheint es.


    *kicher*

  • Louis nich, Anna nich...
    Die einzigen mit denen ich keine Probleme habe sind Athos, Porthos, Aramis und d'Artagnan(auch wenn die Story um ihn rum etwas...naja...sagen wir ausgefallen ist)

  • Das ist mir eben aufgefallen, als ich noch einmal unsere Lieblingsszenen durchgegangen bin: es scheint in diesem Film meist Aramis zu sein, der irgendwelche Sprüche reißt. Interessant, in den Büchern ist er ja eher nicht so der Komiker vom Dienst. Da ist es meist d'Artagnan, der für Unterhaltung sorgt. Vielleicht kommt das daher, dass d'Artagnans Rolle in diesem Film eher ins Tragische verschoben ist... Und dann musste eben ein neuer Sprücheklopfer her. Aber der Part steht Aramis ganz gut, finde ich.

  • Finde ich auch! Die stelle ganz am Anfang ist auch nicht schlecht, als Porthos mit den Prostituierten rein kommt und aramis ihm dann versucht zu erklären, dass er gerade betet... Und als sie sich dann fast verschlagen, kommt d'artganan dazu!

    Ich wünsch dir einen Regenbogen, der Hoffnung gibt und Brücken schlägt. Der dich mit sanften Farben durch den grauen Alltag trägt!

  • Nein, da hast du recht. Aber das Buch - ich meine den "Vicomte" - ist auch vom Ton her ernster als die "Drei Musketiere". Aber inwieweit die Produzenten des Films sich möglicherweise mit dem Buch befasst haben, hatten wir ja schon mal erläutert *grummel* ?-(


    Da fällt mir gerade noch ein, dass ich eine Szene in dem Film einfach völlig jenseits von Gut und Böse fand, und zwar die, wo Athos, Porthos und Aramis Louis entführen wollen und Aramis den Herrn "L'état c'est moi" erst mal k.o. schlägt... Nicht, dass ich es ihm nicht zutrauen würde, aber es war einfach so... doof. So albern. Wie in einem strunzdummen Actionfilm. Das passte einfach nicht da rein. 8-o

  • Vor allem war es einfach so vollkommen unnötig... Erstens hat der Film für meinen Geschmack schon genug Action (wenn auch keine Boxkämpfe, aber darauf soll man ja mitunter auch verzichten können), und zweitens ist es wirklich ein Stilbruch in dem Film.
    Ansonsten ist er ja wirklich in sich recht stimmig, wenn man bereit ist, anzunehmen, dass sich manche Figuren anders verhalten als im Buch, aber dass dann auf einmal jemand die Fäuste auspackt und Rocky spielt, ruiniert die Atmosphäre schon ganz schön... :rolleyes:

  • Jetzt hab ich den Film auch endlich mal gesehen. Auch, wenn es mich erst entsetzt hat, dass das Buch etwas in weite Ferne rückt, find ich ihn doch ganz cool.
    Die drei Musketiere find ich toll! Vor allem Porthos' Depri-Phase...
    "Was macht Porthos da?"
    "Er geht nackt in den Stall, scheint es."
    :-))


    Auch, wenn ich kein Fan von Leonardo DiCaprio bin, fand ich ihn hier schon gut. Er hat die zwei total unterschiedlichen Charaktere sehr gut gespielt.
    Was mich ein bisschen sehr irritiert hat ist die Affäre zwischen d'Artagnan und Anna. Aber sei's drum.
    Das Ende find ich sogar schöner, als im Buch. Immerhin überleben die drei Musketiere.
    Nur hab ich mich noch gefragt, wie sie, d'Artagnan und Philippe den Beschuss von den Musketieren unbeschadet überleben?

  • Hallo,


    ich hab' den Film auch zum ersten Mal gesehen. Mir hat er auch ganz gut gefallen.


    Der Schluß ist zwar schön, das aber als geschichtliche Wahrheit zu verkaufen ist schon frech.


    MaKo : um mit den Musketen zielen zu können, brauchte es Ständer. Ansonsten sind Treffer wohl eher Zufall. Und vermutlich wollten die auch gar nicht treffen.
    Die Affäre mit Königin Anna hat mich auch etwas irritiert, aber nur von Annas Seite aus. Bei d'Artagnan könnte ich mir schon ein Interesse an Anna vorstellen (im ersten Buch z.B. das mit dem Ring den er nicht verkaufen will, in zwanzig jahre danach seine Enttäuschung über Anna) aber er blitzt halt dauernd ab.



    Astrid

    "Es heißt, jedermann soll seinen Preis haben, Gebieter. Manche dieser Preise sind jedoch zu hoch, als daß irgendwer sie zu entrichten vermöchte."
    "Und dein Preis ist so hoch?"
    "Hoch genug, daß niemand außer Euch ihn je zahlen könnte, mein König"

  • Ich hab mir den heut nachmittag zum wiederholten male angesehn und war doch etwas entsetzt, wie sie den geschnitten haben!!!


    Athos betritt den Hof, schlägt noch kurz unsern Hauptmann nieder und zack liegt er auf der erde!!
    Das ganze Gefecht wurde rausgeschnitten!
    Dann steht er auf, hat urplötzlich ne blutige Waffe in der Hand und es gibt Verletzte!
    Ne Glanzleistung von Kabel 1!

  • Hihi, 2Times hat recht, das ist mir auch aufgefallen :-))


    Ich bin mir auch nach dem mittlerweile fünften Ansehen des Films immer noch nicht sicher, ob ich ihn gut finde. Die Kostüme sind prima, die Rollen gut besetzt, das Entsetzen über diversen Murks im Drehbuch schleift sich auch irgendwann ab... aber der Schluss ist meiner Meinung nach ein ganz dicker Minuspunkt.


    Zitat

    Original von AstridB
    Der Schluß ist zwar schön, das aber als geschichtliche Wahrheit zu verkaufen ist schon frech.


    Das trifft den Nagel auf den Kopf, und an dieser Stelle merkt man leider, dass der Film aus Hollywood kommt... ein französischer oder europäischer Regisseur hätte sich sicher nicht dazu aufgeschwungen zu sagen, dass Louis XIV "seinem Volk Frieden und Wohlstand" gebracht hat. Man weiß halt hierzulande gut genug, dass dem nicht so war, als dass man diesen versöhnlichen Schluss akzeptieren könnte.

  • Hallo duchesse, 2Times,


    da muß ich mir den Film doch glatt nochmal genauer ansehen. Beim ersten Mal fielen mir so Sachen gar nicht auf. Ich bin ja schon froh, daß vor lauter Werbung reinschneiden, der rote Faden nicht gekappt wurde.


    Ich habe vorher das Buch gelesen (das sich aber am VdB orientiert und angeblich nur leicht gekürzt ist, komischerweise aber höchstens den halben Umfang von VdB hat). Da wimmelt es geradezu von Anspielungen auf frühere Ereignisse, die in VdB I spielen.
    Nachdem ich beide Bände VdB gelesen hatte, war das aber geklärt.


    Ich war angenehm überrascht, daß solche Anspielungen nicht vorkamen. Ein paar Szenen aus dem Buch hätten aber schon in den Film reingepaßt. Z.B. die Entführung Louis in Vaux hat Dumas doch fast filmreif geschrieben, oder? Kammer drüber, Bett mit Lift, heimlicher Austausch, ...


    Viele Grüße
    Astrid

    "Es heißt, jedermann soll seinen Preis haben, Gebieter. Manche dieser Preise sind jedoch zu hoch, als daß irgendwer sie zu entrichten vermöchte."
    "Und dein Preis ist so hoch?"
    "Hoch genug, daß niemand außer Euch ihn je zahlen könnte, mein König"

  • Zitat

    Original von AstridB
    Ein paar Szenen aus dem Buch hätten aber schon in den Film reingepaßt. Z.B. die Entführung Louis in Vaux hat Dumas doch fast filmreif geschrieben, oder? Kammer drüber, Bett mit Lift, heimlicher Austausch, ...


    Du hast recht, das ist im Buch absolut film-würdig... und auf jeden Fall allemals film-würdiger als diese alberne Boxkampfeinlage *grummel* Ohnehin finde ich, dass Dumas in seinen Romanen (vor allem auch im "Grafen von Monte Cristo") wirklich drehbuchreif schreibt, so dass man beim Lesen die Szenen richtig lebendig vor Augen hat... vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb wir mit den Musketier-Verfilmungen oft unzufrieden sind. Mir persönlich sind sie meistens zu wenig ernsthaft (z. B. die Disney-Verfilmung, die stellenweise schon fast Klamauk ist), oder aber es werden grundlegende Dinge verändert... wie etwa der Schluss im "Mann mit der eisernen Maske", wo das Vertauschen des Königs gelingt...

  • *tieflufthol*


    So, ich glaube, ich muss mich jetzt auch mal zu diesem Film äußern Bin übrigens neu hier und erst gestern auf diese tolle Seite gestoßen, von daher auch erstmal Hallo allerseits! Aber zum Thema:


    Eine gute Freundin hat mich '98 auf den Film gebracht und ich hab ihn mir glaub ich schon im Kino angeguckt. Oder zumindest, kurz nachdem's ihn auf VHS gab (DVD gab's bei uns damals noch nicht...mann ist das lange her). Und ich fand ihn damals großartig.
    Die Musketiere waren mir eigentlich schon immer ein Begriff, obwohl ich die Bücher bis dahin noch garnicht gelesen hatte (bzw. das Buch, ich wusste ja noch garnicht, dass es derer drei gab), was sich kurz nach dem Film dann aber änderte. Sprich: wegen dem Film hab ich mir dann auch endlich "Die Drei Musketiere" in Buchform angeschafft und geradezu verschlungen. Und als ich dann mal 'rausgefunden hatte, dass es da noch "Zwanzig Jahre später" und "Der Mann in der Eisernen Maske" gibt (ja, ich meine die Aufbau Taschenbuch Verlag Version), gab's kein Halten mehr. Fantastische Literatur!


    Allerdings sehe ich den Film, nachdem ich die Bücher quasi auswendig gelernt habe und auch diverses Hintergrundwissen zur Geschichte dazugekommen ist, mittlerweile doch mit etwas anderen Augen. Das Drehbuch ist Mist. Dass ausgerechnet D'Artagnan der Vater von Louis dem XIV (und dessen Zwillingsbruder) sein soll ist zwar eine nette Idee, mit der ich mich durchaus anfrenden kann, aber umgesetzt wurde das ganze miserabel. Zumal dann ausgerechnet DER Sonnenkönig am Ende noch als Gutmensch dargestellt wurde. Was für ein Schmarrn.
    Aber Athos und D'Artagnan, die sich dann noch auf's Blut zerstreiten? Was zum Henker? Es mag im Film vielleicht sogar einen Sinn ergeben, immerhin glaubt Athos ja seinen einstigen Mitstreiter nun auf der Seite des Mörders seines Sohnes. Aber da das in den Büchern wohl nie passiert wäre, stehen mir da im Nachhinein schon die Haare zu Berge.
    Und leider finde ich auch die Charaktere zum Teil etwas eindimensional, bzw. nicht ganz getroffen. Porthos, bei dem Dumas geheult haben soll, als er sein Ende schrieb, ist im Film fast nurnoch ein jammernder Schatten seiner selbst. Der großmütige Athos ist erst nurnoch ein traugig-melancholischer Tropf und wird dann zum Racheengel. Aramis, der dafür eigentlich nich so bekannt war, ist plötzlich derjenige, der ganz wie einst Richelieu die Fäden zieht, wobei ihm diese Rolle durchaus steht. Und der einst so draufgängerische und gewitzte D'Artagnan ist auf einmal ein sich ständig Sorgen machender Umstandskasten.


    Das klingt jetzt alles wesentlich negativer, als ich darüber denke, aber wenn ich mir den Film als Literaturverfilmung ansehe ist es nunmal leider so. Besser ist es da wahrscheinlich, die Bücher beim Gucken einfach zu vergessen. Dann sieht man nämlich auch, was für großartige Schauspieler eigentlich John Malkovitch, Jeremy Irons, Gabriel Byrne und Gerard Depardieu sind! Und die Art und Weise, wie sie die vier Jungs darstellen ist auf alle Fälle umwerfend. Dazu kommen natürlich noch die tolle Musik, die traumhaften Drehorte und die grandiose Ausstattung (die Uniformen!:liebe:). Ich weiß garnicht, wie oft ich davon geträumt habe, mal so einen Satz der alten, schwarzen Musketier-Uniform zu besitzen.
    Trotzdem: ich glaube, es gibt bis heute keine anständige, möglichst orginalgetreue und trotzdem filmisch gelungene Adaption dieser drei Bücher. Filme darüber gibt's ja genug, aber gelungene? Entweder, es ist Klamauk oder eine an den Haaren herbeigezogene Neuinterpretation, die dann mit der eigentlichen Geschichte nichts mehr zu tun hat. Und das wird den Büchern ja wohl kaum gerecht.


    Ich wünsche mir jedenfalls irgendwann mal eine anständige, bombastische Musketier-Triloge (am besten im Herr der Ringe Format, was Ausstattung, Kulisse, Musik, Buchtreue und Aufwand angeht), mit Schauspielern wie einen Hugh Jackman oder Christian Bale als Athos (meinetwegen auch Viggo Mortensen, Joaquin Phoenix hätte das sicher auch gekonnt, aber der hängt ja seine Karriere leider an den Nagel), eine Uma Thurman als durchtriebenes Miststück
    (aka Mylady) und einen Alan Rickman als Riechelieu! Und bleibt mir weg mit Leonardo DiCaprio oder Orlando Bloom! ;)



    PS: Tolle Seite hier übrigens, eine Schande, dass ich sie jetzt erst entdeckt habe!

    "Ich möchte hier betonen, daß dieses Buch keiseswegs verrückt ist. Eine solche
    Bezeichnung trifft nur auf verkalkte Mathematiker zu, die Geometrie mit Lebensfreude
    verwechseln."
    -P.Terry-

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